Verrenberg HistorischDie Struktur der Verrenberger Bevölkerung
von 1602 bis 1804


Die Struktur der Verrenberger Bevölkerung von 1602 bis 1804
Hier zeigt sich, dass der Einbruch in den Bevölkerungszahlen von 1692 bis 1702 und die folgende Stagnation bis 1706 auf fallende Kinderzahlen zurückzuführen ist. Die Zahl der Communicanten (Erwachsene) stieg in dieser Zeit. Gab es weniger Geburten oder eine höhere Kindersterblichkeit?

Der starke Bevölkerungsanstieg von 1706 bis 1725 scheint durch eine hohe Geburtenrate bedingt zu sein!

Von 1725 bis 1734 stagnieren die Bevölkerungszahlen. Die Zahl der Erwachsenen steigt kontinuierlich, während es bei den Kindern zwischenzeitlich einen Einbruch gab.

In den vier Jahren von 1734 bis 1738 fällt die Bevölkerungszahl von 318 auf 269. Das ist eine Verminderung um ca. 15%!
Dabei sind alle Altersstufen betroffen, am stärksten jedoch die jüngsten. Die Zahl der jüngeren Kinder (Infanten) fiel von 1731 bis 1738 von 59 auf 35!
Gab es in dieser Zeit eine Epidemie?
Der Blick in den Kirchenbezirk zeigt, dass die Zahlen in Weißlensburg und Schwöllbronn stiegen, in Bitzfeld und Bretzfeld leicht fielen.

1738 bis 1743 zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Gesamtbevölkerung.
Die Zahl der Infanten stieg von 1738 bis 1740 von 35 auf 57 - ein richtiger Babyboom.
Die Zahl der Cathechisten stieg nach einem Tiefpunkt 1740 stetig an, die der Erwachsenen Gemeindeglieder bereits ab 1738.

1743 bis 1773 fällt die Bevölkerungszahl von 227 auf 198.
Die Zahl der Infanten fällt konstant bis 1768, um die folgenden 5 Jahre wieder anzusteigen.
Bei den Erwachsenen ist ein sinken der Einwohnerzahl zu beobachten, während bei den Cathechisten eine recht schwankende Entwicklung zu sehen ist.

1773 bis 1792 steigt die Gesamtbevölkerung gleichmäßig an.
Die Kurven der einzelnen Altersstufen sind nun nicht mehr ganz so sprunghaft, wie in vergangenen Jahren. Wie zu erwarten, sind die Schwankungen bei den Jüngsten stärker, als wie bei den Erwachsenen.

Vergleich von Infanten und Cathechisten in Verrenberg von 1602 bis 1804
Eigentlich sollte die Kurve der Cathechisten ähnlich Schwingen wie die der Infanten (eben um 5-6 Jahre versetzt).
Verwirrend in dieser Darstellung ist, dass die Zeitschritte nicht gleichmäßig sind.

Vergleich von Infanten in Verrenberg und dem Kirchenbezirk von 1602 bis 1804
In diesem Diagramm sieht man den Vergleich zwischen den Infanten in Verrenberg und dem Kirchenbezirk (ohne Verrenberg).
Da wo die Kurven verschieden Schwingen, muss es spezielle Gründe in Verrenberg geben.
Als Beispiel fallen die Jahre 1779-1784 auf. Während im Kirchenbezirk ein Anstieg zu Beobachten ist, fallen in Verrenberg die Zahlen. Allerdings können bei so kleinen Mengen viele Faktoren eine Rolle spielen.

Vergleich von Cathechisten in Verrenberg und dem Kirchenbezirk von 1602 bis 1804
Vergleich von Communicanten in Verrenberg und dem Kirchenbezirk von 1602 bis 1804
 

Quellennachweis.

A281 Bü 976 bis 978 - Visitationsprotokoll (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)
A281 Bü 983 bis 990 - Visitationsprotokoll (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)
A281 Bü 1513 bis 1525 - Visitationsprotokoll (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)
A281 Bü 1527 - Visitationsprotokoll (Hauptstaatsarchiv Stuttgart)
Kirchenkonventsbüchern
Einwohnermeldeamt der Stadt Öhringen
Statistischen Landesamt - Historisches Gemeindeverzeichnis Baden - Württemberg Band 108; 1965
Statistischen Landesamt - Württembergische Gemeinde- und Bezirksstatistik 1933 (1935 erschienen)
Statistischen Landesamt - Zollvereins- und Reichszählungen der Jahre 1834 bis 1925
Buch "Amtliche Kreisbeschreibung: Der Landkreis Öhringen"; 1968
Buch "Ohrntaler Heimatbuch" von J. H. Rauser
Buch "Der Hohenlohekreis" 2006
Buch "Öhringer Heimatbuch"
Buch "Öhringen, Stadt und Stift"
Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg Schloß Hohenheim; WABW B 2008 Bü 5
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