Verrenberg HistorischFamilie Dahler in Verrenberg


Unterschrift Christian Dahler, Verrenberg 1875
Georg Christian Dahler bittet um das Verrenberger Bürgerrecht - 1857
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 23.Juli 1857 liest sich das so:

Es erschien Georg Christian Dahler Sohn des verstorbenen Christian Dahler von der Helden Gemeinde bezirks Gedelsbach Oberamts Weinsberg und trägt vor:
Ich habe mich mit der Regina Magdalena Weber Tochter des Johann Weber Ehlich versprochen, und bitte hiemit um Aufnahme in das hiesige Gemeinde und Aktiv. Bürgerrecht. Zur Begründung dieses Gesuchs hinterlegt Bittsteller einen von dem Gemeinderath Gedelsbach ausgefertigten Geburtsbrief nebst Taufschein des Pfarramt Unterheimbach vor wornach der selbe ein Gutes Prädikat und an Vermögen mit Ausschluß der Kleider und Leibweißzeug ..... sich später das Inventarium ausweißen wird
328f. besizt und worauf keine Schulden haften.
Der Bürgerausschuß um seine gü....liche Äußerung befragt erklärt da Bittsteller ein gutes Prädikat und ein dem Geseze entsprechendes resp. größtentheils erspartes Vermögen Nachgewiesen hat seinem Gesuche statt zu geben.
Der Gemeinderath huldigt der Ansicht daß der Nahrungsstand gesichert weshalb er Beschlißt
Dem Bittsteller das hiesige Gemeinde und Activ. Bürgerrecht zu verleihen und ihm anzusagen
Bürgerannahmegebühr 10f.
für Nachtwache 6f.
Feieraimer und Obstbäume 2f. 42
Waisenhausgebühr 1f.
Gemeinderatsprotokolle 3f.
Aufwärter 6f.
Summa 22f. 48.

Georg Christian Dahler erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1857
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: durch Heurath
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: 23.Juli 1857

Beibringinventar - Christian Dahler - 1857
Christian Dahler brachte Sachen im Wert von 372 Gulden mit in die Ehe. Darunter eine Wiese, Geld und Kleidung.
Regina Magdalena Weber brachte Sachen im Wert von 424 Gulden mit in die Ehe. Darunter der Hof Nr.63, den sie von ihren Eltern übernommen hat. Dieser war mit 300 Gulden veranschlagt

Christian Dahler wird gestraft - 1859
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 14.Juli 1859 heist es:
Am 13.Juli 1859 Nachts zwischen 11 u 12 Uhr hat der in Oehringen Stattsionirte Landjäger Bothmer nach erhalter Erlaubniß des Ortsvorstehers eine Haußdurchsuchung in Beisein des hies. Polizeidieners wegen 2. der Landstreicherei verdächtigen Persohnen in dem Hauß des Christian Dahler vorgenommen und hat den led. Jacob Waigehöfer von Magenbach (Crailsheim) und die led. Magdalena Merz von Oberhaimbach (Weinsberg) in dem Stalle des Christian Dahler bei einander liegend angetroffen und dem Schultheißen Amt nach gemachter Verhaftung vorgeführt, dies Schultheißen Amt hatte die Verhafteten zu Protokoll genommen und dem K.Oberamt Oehringen zur weiteren Verfügung eingeliefert.
Da die Verhaftete weder der Beherberger um Erlaubniß zum Übernachten bei der Ortsbehörde nachgesucht haben, so hat man den Thaler hierüber über die Gesezwidrigkeit vernommen, gibt hierauf an.
Von dem Waigenhöfer habe ich nicht mitwissen daß derselbe bei mir Übernachtet ist, den ich bin die letzten Tage bei meinem Nachbarn F. Ziegler hier in Taglohn gestanden, und habe mich Morgens früh von Hauße entfernt und Nachts war es auch spät als ich nach Hauße kam, daß die Magdalena Merz am 12. Juli 1859 bei mir Übernachtet das ist mir bekannt den dieselbe hatte zu mir gesagt ihr Dienstbuch liege beim Schultheißenamt
Beschluß
Es ist richtig daß die Merz ihr dienstbuch bei dem Schultheißenamt schon unterm 9.Juli hinterlegt, jedoch solche aber am 13.Juli wieder zur entfernung von hier abverlangt, u am 13.Juli jedoch bei Dahler auch wieder übernachtet auch Dahler schon vor solchem unerlaubtem Übernachten verwarndt worden ist in eine Strafe von 1f. 30 zu verfällen und ihm zu eröffnen daß wenn er sich beschwert erachte unter Belehrung des Recoursrechrs den Recours innerhalb 15 Tagen auszuführen hievon der Ortsbehörde Mittheilung zu machen.
Dahler erklärt ich verzichte auf den Recours und erkenne die Strafe an

Christian Dahler wird gestraft - 1878
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 03.April 1878 heist es:
Johann Messer Händler hier bringt zur Anzeige daß ihm Christian Dahler Weingärtner hier am gestrigen den 2.April über seinen umgeschohrten Grautgarten in den Kirschgärten gefahren sei.
Ich verlange zwar keinen Schadenersatz beantrage aber daß Dahler gestraft werde.
Da Bekl. Dahler auf vorstehendes vernommen gibt an
Es ist richtig daß ich über den Grautgarten gefahren bin ich wuste nicht daß derselbe schon umgeschohrt war konnte aber nicht mehr zurück oder einen anderen Weg ohne Schaden fahren, ich weis daß ich kein Recht hiezu habe.
Von beiden wird bestätigt daß ein Warnungszeichen aufgestellt gewesen war.
Auf Grund des Verhandelten wird
Beschlossen
Den Christian Dahler Weingärtner hier zu einer Geldstrafe von 2M
zwei Mark
auf Grund Strafgesetzbuch §.368. zu verfällen
Die Eröffnung des vorstehenden Straferkenntnisses mit der Belehrung, daß ein etwaiger Rekurs binnen 48 Stunden von der Stunde dieser Eröffnung an gerechnet, bei dem Schultheißenamt dahier anzumelden sei, und daß die Versäumnis dieser Frist oder die Umgehung des Schultheißenamts dahier bei Anmeldung des Rekurs den Verlust des Rekursrechts zur folge habe
den 3.April 1878 v.m. 8 Uhr

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1501 Band 6)
Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Michelbacher Kirchenbücher; Danke an Herr Werner
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828
Ortsarchiv Verrenberg: Inventur u Teilung
StAL F 192 III_Bue 3845 Dahler, Christian (kpl.)