Verrenberg HistorischDie Familie Johann Georg Feinauer
(1827-1898) in Verrenberg


Johann Georg Feinauer will Maria Rosina Endreß heiraten - 1853
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 26.Mai 1853 findet sich folgendes:
Johann Georg Feinauer von Vörrenberg ein Bauren Knecht bittet um die Erlaubniß sich mit Maria Rosina Endreß, von Kleinhirschbach verehlichen zu dürfen, und legt zu begründung zu Grunde einen Geburtsbrief seiner Braut vor wonach sie ein Predikat, und an Vermögen
Capitalien Geld 110f.
besizt
Bittsteller selbst ein
Vermögen von 100f.
Der Gemeinde Rath um seine gutächterliche Äußerung befragt erklärt,
wir wünschen daß Bittsteller abgewiesen werde weil der Nahrungsstand mit diesem vorhandenen Vermögen nicht gesichert ist,
Der Gemeinderath ist mit vorgehendem Gesuch nicht einverstanden und faßt darüber
Beschluß
Den Bittsteller mit seinem Gesuch abzuweisen.

Johann Georg Feinauer will Maria Rosina Endreß heiraten Teil 2 - 1853
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 20.Juli 1853 findet sich folgendes:
Johann Georg Feinauer, Bauren Knecht v. hier bittet um die Erlaubniß sich mit Maria Rosina Endreß von Kleinhirschbach verehlichen zu dürfen und legt zu Begründung seines Gesuchs einen Geburtsbrief ihrer Heimathbehörde vor, wornach sie ein gutes Prädicat, 3. Kinder und ein Vermögen von 100f. besizt, auch Bittsteller hat selbst ein Vermögen von 100f.
Das eine der 3.Kinder hat ein väterliches Vermögen von 500f. die übrigen 2. dagegen nichts.
Der Bürgerausschuß um seine gutächterliche Meinung befragt ist der Ansicht den Antragsteller mit seinem Gesuch deswegen abzuweisen, daß ein bloser Taglöhner sich zur Zeit mit seiner Familie nicht ernähren kann, umsomehr hier das beiderseitige Zusammenbringen beinahe ein Nichts ist
Der Gemeinderath theilt die Ansicht des Bürgerausschusses und faßt deßhalb in Betrag ferner, daß Feinauer selbst ein Pfleg.... über kurz oder lang unvermeidlich der Gemeinde zur Last fallen würde den
Beschluß
Den Bittsteller mit seinem Gesuch abzuweisen, und ihm hivon Eröffnung zu machen.

Johann Georg Feinauer will Christina Kimmel heiraten - 1853
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 08.September 1853 findet sich folgendes:
Georg Feinauer Sohn des verstorbenen Peter Feinauer Bürgers und Söldners von hier bittet um die Erlaubniß sich mit Christina Kimmel Tochter des verstorbenen Georg Kimmel Bürgers und Söldners von hier verehlichen zu dürfen.
Der Gemeinderath befragt erklärt
Dem Bittsteller sein Gesuch zu genehmigen, weil beyde hier Bürgerlich sind und über dem Nahrungsstand kein Zweifel oblige.
Und wurde deshalb angesezt
für
Nachtwache 6f.
Surogat für Feuer Aimer und Obstbäume 2f. 42x.
Aufwärter 6x.
Summa 8f. 48x.

Eine zu laute Nacht ... - 1868
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 20.Mai 1868 heist es:
Verhandelt den 20.Mai 1868
vor dem Schultheißenamt
Es ist durch den St…… Cop…danten Reg….. Zur Anzeige gekommen, daß ledige Burschn von hier am 10.Mai d.Jahres da sie in der Mitternacht hieher kommen Lärmend betragen haben, es konnte nicht gleich ermittelt werden was für Leuthe es gewesen sind, nachher hat man den Michael Bort welcher auch von Bizfeld was man in Erfahrung gebracht hat, her kam zu Vernehmung vorgeladen und befragt was er anzugeben wisse.
Derselbe gibt auf Vorhalt an
Wie ich von Bizfeld hieher ging, so war bei mir mein Knecht mit Namens Carl Dietrich
Georg Reinhardt des Zöllers Magd und die 2.Töchter des Christian Mezger und des Carles Magd Namens Christianne Pfisterer wir sind aber beide still nach Hause gegangen, blos Carl Dietrich ist noch zum Schmidt Mornhinweg. Dies war nachts zwischen zwölf und 1.Uhr weiter weis ich nichts anzugeben
Auf obige Angabe wurde weitere Untersuchung eingeleitet und zwar gegen den Wirth Morhinweg derselbe gibt auf Vorhalten an
Am 10. auf den 11.Mai d.J. war Georg Feinauer war am 11.d.M. morgens zwischen 2. und 3. Uhr desgleichen Gottlob Pfisterer Carl Dietrich und dem Johann Weipert seine Magd Carl Käppler in mein Hause kommen. Die Hausthür muß meine Magd geöffnet haben, den ich lag im Bette, bin aber, da ich dieses gehört habe aufgestanden, Gottlob Pfisterer hat mich auf dringenste veranlast um eine Flasche Wein, da er darauf nicht nachgelassen hat, habe ich ihm eine Flasche geholt, der Pfisterer hat von dieser Flasche auch den weitern mitgetheilt, nach diesem bin ich vom Hauße fort, und in die Mühle nach Bizfeld, die Burschn haben sich ganz still und ruhig betragen und keinen Lärm verübt weiter weiß ich nichts anzugeben.
Beschluß
Da Mornhinweg zugestanden daß er nach der Polizeistunde Wein verabreicht hat in eine Strafe von 3f. zu verurtheilen
Mornhinweg erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Rekurs belehrung.

Ferner wurde vernommen
Georg Feinauer von hier derselbe gibt auf Vorhalt an
Die Ehefrau des Schmidt Mornhinweg hat mich am 10.d.M. in ihr Haus zu gehen berufen, ich war aber über Feld gewesen, als ich heim kam sagte meine Schwester ich solle noch zu Mornhinwegs Ehefrau, ich ging auf dieses dorthin dies was zwischen 10. und 11. Uhr, ich habe mit der Ehefrau des Mornhinweg geredet und habe 2.Schoppen Wein getrunken und sind beisammen gesessen und haben lange dies karirt und offen sind noch einige Ledige Burschn auch in die Wirthschaft gekommen, ich weiß aber nicht was sie getrunken haben ich habe nichts mehr getrunken, wie viel Uhr es war wo ich nach Hause bin weiß ich nicht
Beschluß
Da Feinauer nach der Polizeistunde noch hezecht hat in eine Strafe von 1.f. zu verfällen.
Feinauer erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recurs

ferner wurde vernommen
Carl Dietrich von Unterhambach Dienstknecht bei Michael Bort hier
Derselbe gibt auf Verhalten an
Am 10.Mai Abends war ich mit mehreren Kammeraden nach Bizfeld, da haben wir beim dortigen Rosenwirth von dort etwas gezecht. Von dort aus sind wir ganz still wieder nach Verrenberg als wir dort ankammen so war bei Mornhinweg noch ein Licht ich und Carl Käppler sind dann auch hinein ins Haus, als wir in die Stube kamen war Georg Feinauer und Gottlob Pfisterer und des Weiperts Magd schon darin Pfisterer hat eine Flasche Wein gehabt mit diesem habe ich auch bescheid gethan für mein Geld habe ich nichts verzehrt. Wie viel Uhr es war weiß ich nicht ist es 11 oder zwölf Uhr gewesen, eine Lärm haben wir nicht verübt dies wird Mornhinweg bezeugen können
Beschluß
Da Dietrich zugestande, daß er nach der Polizeistunde gezecht hat in eine Strafe von 1f. zu verfällen.
Dietrich erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Rekurs

Wieder wurde vernommen
Rosine Rumold led. von Neureu.. Dienstmagd bei Johann Weipert hier 19.Jahre alt,
Dieselbe gibt auf Vorhalt an
Am 10.Mai d.J. war ich nach dem Abendessen mit mehreren Kammerädinen nach Bizfeld, es waren auch Söhne und Knechte bei uns, welche mit uns Mädchen in der Rose dort eingekehrt haben, es hat dort Streitigkeit gegeben und dan sind wir wieder nach Verrenberg als wir da ankammen so war Gottlob Pfisterer mit mir zum Schmidt Mornhinweg und hat eine Flasche Wein kommen lassen. Da haben wir auch mit getrunken. Die Christine Mezger war auch bei mir wir wären nicht hinein wenn Pfisterer uns nicht dazu veranlaßt und genöthigt hätte, nachdem die Flasche getrunken gewesen war sind wir Still nach Hause wie viel Uhr es war weiß ich nicht weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluß
Da die Rumold zugestanden daß sie sich nach Verfluß der Polizeistunde in das Wirthhaus begeben hat in eine Warnungsstrafe von 30x zu verfällen
Die Rumbold erkennt die Strafe an

ferner wurde vernommen
Die ledige 20.Jahre alte Christine Mezger von hier
Dieselbe gibt auf Vorhalten an
Ich war am 10.d.M. auch mit meiner andern Kammeräden in Bizfeld gewesen beim nachhaußegehen, waren noch mehrere Mädchen und Burschen bei mir wir sind ganz stille hieher gegangen wie ich bei dem Hauße des Schmidt Mornhinweg vorbei gieng hörte ich daß die Rosina Rumold noch drinnen war, ich ging geschwind hinein und sagte zu derselben gehe mit mir nach Hauß dieselbe hatte sich sogleich aufgemacht und ist mit mir nach Hauß wie viel Uhr es da war weiß ich nicht. Den Gottlob Pfisterer, den Feinauer und den Carl Dietrich habe ich ersehen die auch darin waren aber sonst niemand Gottlob Pfisterer hatte mir ein Glas Wein dar... wollen ich habe aber die Annahme verweigert und bin mit der Rumbold zur Thür hinaus weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluß
Da die Christina Mezger nicht in der Wirthschaft gezecht, sondern andere noch zum Nachhauße gehen veranlaßt hat dieselbe von einer Strafe aus diesem Grunde befreit zu lassen

Johann Georg Feinauer bekommt aufgrund einer Beleidigungsklage ein Zeugnis - 1876
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 30.Juni 1876 findet sich folgendes:
Wegen Beleidigungskl. Des hies. Gemeinderaths gegen Georg Feinauer, letzteren auf Anordnung des Kl. Oberamts Gerichts Oehringen, Zeugniß ausgestellt.
1. Prädikat in der Weise mangelhaft, daß er in Betrunkenem Zustand welches zu mancher Zeit nicht selten vorkommt sehr grobes unverständiges Schimpfen er.... im nichteren Zustand ordentlich
2. Vermögen ca. 1500M
3. Vorstrafen nach dem Strafverzeichniß speziel aufgeführt

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1501 Band 6)
Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
www.Familysearch.com
Buch "The Wuerttemberg Emigration Index, Volume Six"
www.Ancestry.com
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll