Verrenberg Historisch

Haus Nr. 1 in Verrenberg (An der Steige 14)


Aufnahme von 1962 aus Richtung Golberg

Aufnahme von 2005

Aufnahme von 2005
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 1
Karte von 1833
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 1
Karte von 1818

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.7) wird Hannß Jerg Hammel als Eigentümer genannt. Zu diesem Zeitpunkt war es ein "öder Hauß und Scheurenplatz unter welchem Hausplatz auch ein Brauchbar gewölbter Keller" war. Stand die Hoffläche nach dem Tod von ihm und seiner Frau im Jahr 1690 zum Verkauf?
Als Nachtrag findet sich ein Hannß Conrad Meisner mit 1/2.

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.192) wird Hannß Heinrich Schoch als Eigentümer genannt. In diesem Jahr wure die Scheune gebaut, folgte danach das Haus?

Sein Schwiegersohn Johann Balthas Jacob war um 1776 der nächste Eigentümer. Wiederum dessen Sohn Georg Philipp Jacob übernahm den Hof um 1802 .
Aus der Ehe von Georg Philipp Jacob überlebte nur ein Sohn, der als "Simpel" benannt wurde.
Darum verkauften sie den Hof am 28.August 1826 an Georg Weiß um 300f.. Er hatte die Auflage, nach dem Tod der Eltern für den simpelhaften Sohn zu sorgen. Er war zudem verwandt mit den Verkäufern.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wird als Eigentümer eben dieser Georg Weiß angegeben.

Aus Anlass seiner Hochzeit kaufte sein Sohn Johann Georg Friedrich Weiß 1858 den Hof. Dieser zog 1872 in das Haus Nr.49, als dieses zum Verkauf stand!

Im Feuerversicherungsbuch (1869) wird 1874 als neuer Besitzer Jakob Haeffele, und ein Jahr später 1875 dann Christian Fischer genannt.

Im Nachtrag zum Urkataster von 1899 wird Johann Christian Fischer noch als Hofeigner genannt.

Laut dem Feuerversicherungsbuch von 1896 war Heinrich Christian Schumacher ab 1909 auf dem Hof.
Später ging der Hof dann auf den Sohn Ernst Schumacher über.
Heute wohnt hier die Familie Otto Schumacher.

Bauliche Entwicklung

Im Lagerbuch von 1684 heist es:
Ein öder Hauß und Scheurenplatz, unter welchem Hausplatz annoch ein Brauchbar gewölbter Keller, ...
War dies einer der Plätze, die im Laufe des 30jährigen Krieges öde wurden?

Im Lagerbuch von 1740 heist es:
Ein öden Hauß Platz, worrauf der Zeit eine Scheuren gebauet, und unter solcher ein gewölbter Keller sich befindet, ...

Die obrigen Ausschnitte von 1818 und 1833 zeigen noch Haus und Stall als getrennte Gebäude.

Im Schätzungsprotokoll von 1861 wird die Höhe des einstockigen Hauses noch mit 9 Fuss angegeben. In der Zeit bis 1869 wurde wohl ein Stockwerk aufgesetzt.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Georg Weiß Ein zweistockiges Wohnhaus von Stein und Fachwerk mit Giebeldach nebst dem 1 stockig Schweinestall von Stein mit Pultdach 25,5'
28,5'
15'
16'

8'
7'
5'
2'
1.   2 1 1 1 Futterboden
2 Dachböden mit 2 Kammern
1 Schweinestall
Ziegel Im ersten Stock Steine sonst gem. Fachwerk Keine u. gesetzlich ... .... entfernt Fundament u. Sockelmauern --- 750 III 750 alter Anschlag 500f.
(1861)



In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Fischer Christian Bauer 2 stockiges Wohnhaus an der alten Oehringer Steige v gem Bauart unter Giebeldach 8.20
7.25
Erdg 2.10
I.Stock 2.30
Dach 4.10
1 I.Stock   2 I.Stock 1 I.Stock 1 EG 1 Remise Dachplatten Erdgeschoß v Stein sonst v ausgem Fachwerk Von No 1a mehr als 4.29 m.z.d. entfernt Fundamente 1600 III 1600 Alter ca. 150 Jahre. Unterhaltung mittelmäßig

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheuer
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Fischer Christian Bauer 1 stockige südlich vom Wohnhaus freistehende Scheuer von Fachwerk unter Giebeldach 9.10
8.50
3.60
Dach 5.10
          1 gew. Keller
1 Tenne
1 Bare
Dachplatten Teils ausgemauertes teils geschliertes Fachwerk   Fundamente u gew. Keller 1240     Alter ca. 150 Jahre. Unterhaltung mittelmäßig.
Unter nebigem Anschlag von 1240M inbegriffen ist eine Obstpresse von Eichenholz am nördlichen Giebel mit Pultdach, im Anschlag von 40M

Im Nachtrag zum Primärkataster von 1899 zeigt sich der Hof baulich unverändert.
1918 kamen im Haus drei elektrische Glühlampen und im Stall ein 2 PS Motor hinzu.
Zwei Jahre später folgte eine Kolbenpumpe.
1923 wurde dann ein Stall an die Scheune angebaut.
1925 wurde dann das alte Wohnhaus abgebrochen und als Verlängerung der Scheune neu errichtet. Es werden jetzt 6 elektr. Brennstellen gezählt.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 1

Nachtrag zum Primärkataster, 1899

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1899; Haus 1 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1899; Haus 1

Nachtrag zum Primärkataster, 1923 - Ergänzungskarte zum Primärkataster

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1923; Haus 1 Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 1

Es fehlen noch folgene Einträge:
1926/384
1927/18
1965/214 und 215
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869