Besitzer des Hauses Flurstück Nr.10 in Verrenberg
Links: Die Aufnahme von 1926 zeigt den Platz nach Abriss des Hauses. Mitte: Karte von 1818
Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die
Lage des Hauses im Ort erkennen.
Die Bewohner
ganzes Haus (?):
Im Lagerbuch von 1684 (Seite 34a) ist
Jacob Rebmann als Eigentümer eingetragen.
Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
6 Kreuzer "an Geldt" und
1 Faßnachthuhn
Im Lagerbuch von 1740 (Seite 257) ist
Sebastian Albrecht als Eigentümer eingetragen. Er musste folgende jährliche
Gülth bezahlen:
6 Kreuzer "an Geldt" und
12 Kreuzer "Vor 1 Faßnacht Huhn"
Das Gut ging dann auf seinen Sohn Andreas Albrecht über.
Die nächsten Einträge zeigen Andres Bäuchle und
Martin Gerhäuser. Zu beiden liegen
keinerlei Angaben aus den Kirchenbüchern vor!
Es folgt ein undatierter Eintrag zum Schwiegersohn von Andres Bäuchle Heinrich Steinbach.
Vermutlich baute sich Heinrich Steinbach das Haus Nr. 26.
1784 ist dann ein Georg Zent als Eigentümer eingetragen.
Welcher ist gemeint?
Es stellt sich auch die Frage, ab wann das Haus geteilt war, bzw. wann die zweite Hälfte angebaut wurde.
Haushälfte 10a:
In den Lagerbüchern von 1684 und 1740 wird Andreas Frank als Eigentümer ab
1787 genannt.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer seine ledige Tochter
Barbara Frank genannt. Sie wohnte dort mit Ihrem unehelichen Sohn
Johann Andreas Frank.
Als dieser 1847 starb, heiratet seine Witwe
Johann Konrad Matthias Müller. Er wird im Primärkataster mit Nachtrag von
1854 erwähnt.
Aber bereits 1857 zieht die Familie nach Pfedelbach.
Im Schätzungsprotokoll von 1869 wird Jakob Fischer als Besitzer genannt.
Er zog 1874 nach Neudeck
1875 wird im Nachtrag Georg Hoffmann genannt.
1889 ist dann Johann Friedrich Plappert Besitzer.
Ab 1893 war Heinrich Würzburger, Handelsmann in Öhringen Eigner des Hauses.
1903 wird im Gemeinderatsprotokoll erwähnt, dass das Haus No.10a abgerissen wurde.
Haushälfte 10b:
In den Lagerbüchern von 1684 und 1740 wird Martin Täuber ab
1795 als Eigentümer genannt. Hatte er es erbaut? Es folgte ihm 1804
sein Schwiegersohn Georg Michael Endress. Als er 1808 starb, heiratet seine Witwe zwei
Jahre später 1811 Georg Michael Steinbach.
Sie starben dann 1814 und 1815.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer
Catharina Bezold genannt. Sie hatte drei uneheliche Kinder.
1854 wird dann Gerbig als Besitzer genannt.
Vermutlich war die ledige, dreifache Mutter Elisabetha Rosina Gerbig gemeint.
Sie starb 1855, ihr Sohn Friedrich Volker Gerbig
1874.
Im Schätzungsprotokoll von 1869 wird Bernhardt Schumacher als Besitzer genannt.
Im Nachtrag von 1875 steht die Witwe Anna Maria Spengler. Sie starb im folgenden Jahr,
so dass das Haus 1877 an Leonhard Hofmann verkauft wurde.
Leonhard Hofmann und seine Frau Catharina Caroline geb. Fugger waren die letzten Bewohner.
Bauliche Entwicklung
Im Lagerbuch von 1684 (Seite 34a) wird der Hof so beschrieben:
"Von einem Häuslein ...
Im Lagerbuch von 1740 (Seite 268) wird der Hof so beschrieben:
"Besitzt ein Söldners Güthlein so in einem Häuslein, Sommergärtlein und Hofrecht bestehet ...
Von 1818 bis zum Abriss 1925-26
durch Gottfried Stein (Haus Nr.9) scheint es keinerlei
bauliche Veränderungen gegeben zu haben.
Bild links: Zeichnung von 1861
Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
| Name |
Beschreibung des Gebäudes |
Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile |
Versicher- ungs- anschlag |
Classe |
Umlage Capital |
Bemerkungen |
| Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke |
Länge, Breite, Höhe |
Gelaße |
Dachdeckung |
Umfassungs- und Giebelwände |
Feuergefährliche Einrichtungen |
als unzer- störbar |
wegen des Anspruchs auf Baubeiträge |
| heizbare Zimmer |
gegypste Kammern |
gewöhnliche Kammern |
Küchen |
Stallungen |
sonstige Gelaße |
Jakob Fischer (a)
Bernhardt Schumacher(b) |
Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach |
30' 15,5' 7,5' 8'
16' 15,5' 7,5' 8' |
1 1 |
|
1 0 |
1 1 |
|
1 Dachboden 1 Dachboden |
Ziegel |
gem. Fachwerk |
Backofen |
Fundament u. Sockelmauern |
--- |
275 150 |
IV |
343,5 187,5 |
alter Anschlag 150f./75f. (1861) |
1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit No.10a unter einem Giebeldach und an dasselbe mit gemeinschaftliche
Scheidwand angebaut"
Zu 10a steht unter Bemerkung noch:
"Das Gebäude ist halb demoliert und unbewohnbar, daher ist nur der Wert des Baumaterial angenommen"
Die Haushälfte 10a wurde 1904, 10b wurde 1927 abgebrochen.
An dieser Stelle wurde 1932 eine Scheune (Gebäude 9b)
errichtet.
Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Der Eintrag im Primärkataster von 1833
Nachtrag zum Primärkataster, 1877 - Ergänzungskarte zum Primärkataster
An Stelle des Huases Nr. 10 entstand
1932 die Scheune (
9b) von
Gottfried Stein
Quellennachweis.
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869