Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.15 in Verrenberg

Auf der Aufnahme links (1926) sieht man das Wohnhaus (Nr.15) und die zugehörige Scheune (Nr.15a)
In der Mitte ist der Ausschnitt einer Postkarte von 1908. Rechts: Dies ist die hier aktuellste Ansicht der Nord- und Südseite des Hauses.
Haus Nr. 15 in Verrenberg Haus Nr. 15 in Verrenberg Haus Nr. 15 in Verrenberg

Links unten: Karte von 1818    Mitte unten: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Rechts unten: genau wo einst das Haus stand, verläuft heute der Kastanienweg.
Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 15 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 15 Haus Nr. 15 in Verrenberg -2005


Die Bewohner

Wurde das Haus von Johann Michael Wenninger gebaut?
Oder gemeinsam von seinem Sohn Andreas Wenninger und seinem Schwiegersohn Johann Ludwig Carle?

Haushälfte a:
1825 verkaufte die Witwe des Andreas Wenninger das Haus um 400fl. an ihre Tochter Eva Catharina und deren Mann Christian Johann Bort.
Es wird in diesem Eintrag im Kaufbuch nicht von einem halben Haus gesprochen, hat dies etwas zu bedeuten?

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer dieser Hälfte Christian Bort genannt. Musste er nach der Scheidung von seiner 2ten Frau das Haus verkaufen!?

1855-56 wird dann Georg Bernhard Schumacher als Besitzer genannt. Er hatte 1852 nach Verrenberg eingeheiratet. Aber bereits 1857 zog er nach Öhringen.

Im Schätzungsprotokoll von 1861 wird ein Albrecht Reuffer als Eigner der Hälfte genannt.

Im Feuerversicherungsbuch von 1869 wird Friedrich Ruth als Besitzer genannt (er wanderte 1883 nach Nordamerika aus). Ihm folgte 1884 Johann Hobach (er starb 1889).

1890 war dann Friedrich Robert Karl Hörner auf dem Haus. 1900 wird im Feuerversicherungsbuch sein Stiefsohn Christian Vogg als Eigner bezeichnet.
Für 1920 ist dann Friedrich Feucht angegeben.

Nachdem das Haus Nr. 45 der Familie Friedrich Wilhelm Heinrich abgebrannt war, wohnte sie hier in Miete.



Haushälfte b:
Besitzer dieser Haushälfte müsste Johann Ludwig Carle gewesen sein. Als er 1808 starb heiratete seine Witwe 1809 Georg Michael Grockenberger.
Es scheint, als hätte die Witwe 1822 (nach dem Tod ihres 2.Mannes) finanzielle Probleme gehabt, so dass ihre Haushälfte zur Versteigerung kam.
Sie kaufte 1822 ihre Hälfte des Hauses Nr.15 aus der Versteigerungsmasse. Georg Kimmel war dabei Ihr Bürge.

Zu vermuten ist, dass ihr Schwiegersohn Balthas Weidelich die Haushälfte 1836 kaufte. Leider ist im Moment der Band 3 der Kaufbücher im Ortsarchiv nicht auffindbar.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1837 wurde als Eigentümer dieser Hälfte Balthas Weidelich genannt. Er zog nach dem Tod seiner Frau 1846 nach Unterheimbach.

1845 kam es erneut zu einer Zwangsversteigerung. Der Käufer war nun Georg Leonhard Carle

1855-56 wird dann Georg Leonhard Carle als Besitzer genannt. Er hatte 1846 geheiratet. Nach seinem Tod 1862 ging seine Witwe 1866 zurück nach Michelbach, wo sie herstammte.


Im Schätzungsprotokoll von 1861 wird ein Friedrich Sailer als Eigner der Hälfte genannt. Vermutlich war Georg Peter Sailer gemeint.
Sein Schwiegersohn Johann Georg Schanzenbach hat zu seiner Hochzeit 1865 die Haushälfte gekauft. Im Schätzungsprotokoll von 1869 wird er als Besitzer genannt.

Seine Tochter Friederike Christine Schanzenbach heiratete 1886 Johann Christoph Kettner.
Im Feuerversicherungsbuch wird als Nachbesitzer Friedrich Kettner angegeben. Der letzte Bewohner war Karl Kettner.


Bauliche Entwicklung

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich Ruth

Johann Georg Schanzenbach

je die Hälfte
Ein zweistockiges Wohnhaus von Stein und Fachwerk mit Giebeldach 54'
29,5'
18,5'
21'
2.   1 1 2 1 gew. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel der erste Stock Stein sonst gem. Fachwerk 1 Backofen Fundament, Keller u. Sockelmauern --- 1600 IV 2000 alter Anschlag 1000f.
(1861)


Hohenloher Bote 5.April 1877- Hofverkauf Friedrich Ruth Verrenberg In einer Verkaufsanzeige vom 5.April 1877 im Kocherboten wird das Haus als " ... ein neuerbautes Haus ..." bezeichnet.
Was ist hier mit neuerbaut gemeint?


1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohnhaus von gemischter Bauart unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 4100 Mark.

Die Aufteilung des Hauses wird im Feuerversicherungsbuch von 1896 so beschrieben:
15a 1/2 Keller, 1 heizbares Zimmer, 2 Kammern, 1 Küche, 1 Stall, 1 Futterremise, im 1.Stock 1 Kammer, 2 Dachböden mit 2 Kammern, ferner gemeinschaftlich Treppen und Vorplätze
15b 1/2 Keller, 1 heizbarem Zimmer, 4 Kammern, 1 Küche, 2 Dachböden mit 2 Kammern, ferner gemeinschaftlich Treppen und Vorplätze

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 15

Nachtrag zum Primärkataster, 1855-56

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1855-56; Haus 15 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1855-56; Haus 15

Ergänzungskarte zum Primärkataster

Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 15

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869