Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.16-17 in Verrenberg
Der bis ca. 1810 sogenannte Palmershof

Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 16-17 Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 16-17 Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Links: Karte von 1818

Auf der Aufnahme unten links (1926) sieht man das Wohnhaus (Nr.16. und 17.) und die zugehörige Scheune (Nr.16a, 16b und 17a)
Das Bild in der Mitte entstammt einer Postkarte von 1918.
Unten rechts eine Aufnahme der Rückseite von 2005

Haus Nr. 16-17 in Verrenberg Haus Nr. 16-17 in Verrenberg Haus Nr. 16-17 in Verrenberg - Rückseite 2005


Als das Haus Nr. 16-17 noch nicht geteilt war.


1398 wird der Hof erstmalig als "Balmers Hoffe" genannt. Frietz Küner tratt das Erbe von Johann dem Krüffter, Vikarier, in der Gruft zu Öhringen an. Details finden Sie auf einer seperaten Seite.

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.81b) werden Michel Dößler und Jerg Dumblert als Eigentümer genannt.
Vermutlich war Hans Michel Grah der Nachbesitzer von Jerg Dumblert

Summe der Flächen - Palmershof Verrenberg 1689 Im Waldenburger Lager- und Gültbuch von 1689 Wa 260 / Bd 16 wird die zum Hof gehörige Fläche so angegeben:
1 Haus, 1 Scheune, 1 Hofraith mit 1,5 Morgen Graßgarten
52,75 Morgen Äcker
6 Tagwerk Wiesen und
4 Krautbeet

In diesem Lagerbuch wird auch noch erwähnt, dass folgende Flächen "in früheren Zeiten" auch zum Palmershof gehörten:
1 öder Hofplatz
1 Scheurenplatz
1 Baumgarten
2,5 Morgen Weinberg
    Von diesen Weinbergen heist es "so vor Zeiten Äcker gewesen". Als Ort wird die Flur Winterhälden und "stoßen oben an einen Graben und unden an gemeine Straßen" angegeben.


1697 hatte Hannß Friedrich Zöller seinen Bauernhof, Palmers Hof genannt, gekauft, von den beiden oben genannten?
Laut dem Eintrag im Wa 260 Bd 16 war es zu diesem Zeitpunkt wohl ein öder Hofplatz!
So kann man vermuten, dass das heutige Haus um 1700 erbaut wurde.

In diesem Kaufbrief von 1720 lesen wir, dass Hannß Friedrich Zöller seinen Bauernhof, Palmers Hof genannt, an seinen Sohn Georg Zöller verkaufte.

Vermutlich ging der Hof dann 1746 an Georg Paulus Zöller weiter.
     Von Georg Paulus Zöller heist es 1794 bei seinem Sohn:
     ..., wovon der Vatter schon die eine Hälfte verschwendet ...
     Vermutlich hatte also Georg Paulus Zöller die Hälfte seines Gutes verkaufen müssen.
Dies wird auch durch die Hofgröße 1689 von 52,75 Morgen Äcker und dann 1794 bei Johann Michael Zöller von 26-27 Morgen Äcker gestützt.

1753 wurde dann eine Hälfte des Hofes (Nr.16) an Jacob Hörger, Schäfer im Lindelberg, verkauft.

Haus Nr.16

(rechte Seite)

1775 übernahm dann Anton Hörger die Hofhälfte seines Vaters.
1789 war es mit Johann Antonius Hörger wiederum ein Sohn, der den Hof weiter führte.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer Anton Hörger`s Witwe genannt.

Da diese Ehe kinderlos geblieben war, verkaufte die Witwe am 21.09.1840 an Christian Gebhardt.

1854-55 wird dann Johann Heinrich Käppler als alleiniger Besitzer beider Haushälften genannt. 1862 zog er dann nach Öhringen.
1864-65 ist dann Leonhard Kübler als Eigentümer dieser Haushälfte eingetragen, er zog aber laut Gemeinderatsprotokoll erst 1868 nach Verrenberg.
1880 steht im Fenstersturz rechts vom heutigen Eingang. Zu dieser Zeit wohl noch die Haustüre zu dieser Haushälfte.
1900 wird dann Friedrich Kübler als Besitzer genannt. Damit waren beide Häuser im Besitz der Familie Kübler.



Haus Nr.17

(linke Seite)
Als dann 1777 Johann Michael Zöller den Hof in einem "Kinds Kauf" für 1500fl. kaufte, ging das Drama erst richtig los! In einem Schreiben vom 28.Oktober 1794 heist es:
Ba35Bue784 - Palmershof in Verrenberg - Haus Nr.17 Der Supplicant ist durch seine theils unbesonnene Handelschafte, größten theils aber durch seine unordentliche Wirtschaft und Liederlichkeit im feldbau zu einen Schuldenlast gekommen, der sich gegenwärtig gewis gegen 22 - 2300fl. belaufen wird.
28.Oktober 1794 ersucht Johann Johann Michael Zöller seinen Hof, mit Ausnahme von Haus und Scheune an den Hoflieferanten Juden Seligmann Hirsch verkaufen zu dürfen.

Die zum Hof gehörige Fläche wird so angegeben:
26-27 Morgen Äcker
6 Morgen Wiesen
2 Krautbeet und
1 1/4 Morgen Weinberg

Im Dezember 1794 erfolgte dann der Verkauf an den Juden Seligmann.
Links: Abrechnung zwischen dem Oberamt und dem Hoflieferanten Seligmann.
Mitte: Abrechnung über den Verkauf des Zöllerischen Hofes an den Hofliferanten Seligmann Hirsch, Teil 1
Rechts: Abrechnung über den Verkauf des Zöllerischen Hofes an den Hofliferanten Seligmann Hirsch, Teil 2



Im folgenden gibt es noch kleine Ungereimtheiten:
     1805 will Johann Michael Zöller das Haus an seinen gleichnamigen Sohn Johann Michael Zöller übertragen, was aber vom Amt abgelehnt wird.
     Aber bereits 1802 soll laut Waldenburger Lagerbuch Wa 260 Bd 16 Johann Michael Zorn neuer Besitzer gewesen sein.

1826 verkaufte Johann Michael Zorn den Hof um 3800fl. an seinen Sohn Georg Peter Zorn.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer Peter Zorn`s Witwe genannt. Vermutlich vor 1853 hatte sie Ihre Haushälfte verkauft und war in das Gasthaus Sonne gezogen.

1854-55 wird dann Johann Heinrich Käppler als alleiniger Besitzer beider Haushälften genannt.1862 zog er dann nach Öhringen.

Am 23.12.1861 kaufte Professor Johann Adam Leber aus Karlsruhe den Hof mit samt dem Haus Nr.17 um 39.500fl. 13.166fl wurden baar bezahlt.
Der Kauf war als Geldanlage gedacht, die einzelnen Teile sollten Stück um Stück verkauft werden. Für die Zwischenzeit wurde ein Verwalter eingestellt.
Johann Adam Leber verbrachte zur Überwachung des Verwalters teils auch längere Zeiten auf dem Hof. 1865 verkaufte er dann alles bis auf 50 Morgen (was war mit dem Haus???). Diese Restfläche konnte er gut verpachten, so dass seine Anwesenheit auf dem gut nicht mehr notwendig war.
1868 berichtet er seinem Sohn, dass er wieder mal auf seinem Gut war. 1875 wurde der Wert des Gutes von Johann Adam Leber noch auf 18000fl geschätzt. Vermutlich hat er es dann kurze Zeit später verkauft.


Im Feuerversicherungsbuch (1869) steht in einem Nachtrag von 1881 Friedrich Hörner als Besitzer. Aber schon im folgenden Jahr 1882 war Jacob Thier als Bauer auf diesem Hof.
Er hatte bereits 1862 geheiratet, aber wann kam er nach Verrenberg? Da die Ehe kinderlos blieb, stand das Haus wohl um 1900 wieder zum Verkauf.

1900 wird dann Friedrich Kübler als Besitzer genannt. Damit waren beide Häuser im Besitz der Familie Kübler.


Bauliche Entwicklung

Haus Nr.16

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus (Nr.16 + 17)
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Leonhard Kübler

Professor Reber
Ein zweistöckiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 21'
33'
15,5'
22'

28'
33'
15,5'
22'
2
2
  2
2
2
2
  1 gew. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern

1 gew. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk   Fundament, Keller u. Sockelmauern --- 725
1025
IV 906
1281
alter Anschlag 550f/550f
(1861)


1891 wurde sein Stall vergrößert (Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052)(Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052).
1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohnhaus von gemischter Bauart mit Nr.17 unter gleichem Giebeldach und gemeinschaftlicher Scheidewand zusammengebaut"
Der Versicherungsanschlag betrug 3200 Mark.
1911 wurde eine elektrische Brennstelle im Haus unstalliert.

Haus Nr.17

1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohnhaus von gemischter Bauart mit Nr.16 unter gleichem Giebeldach und mit gemeinschaftlicher Scheidewand zusammengebaut"
Der Versicherungsanschlag betrug 3400 Mark.
1916 wurden zwei elektrische Brennstelle im Haus installiert.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Wa 260 Bd 16 1689


Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 16
Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 16a
Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 17

Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1899; Haus 16-17 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1899; Haus 16-17

Nachtrag zum Primärkataster, 1855-56

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1855-56; Haus 16-17

Nachtrag zum Primärkataster, 1864-65

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1864-65; Haus 16-17

Nachtrag zum Primärkataster 1890-91

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1890-91; Haus 16-17 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1890-91; Haus 16-17

Ergänzungskarte zum Primärkataster

Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 16-17

Es fehlen noch folgene Einträge:
1892-93/83
1918/18
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 35 / Bü 784 1793-1795
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 35 / Bü 791 1720, 1795, 1800-1802
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Wa 130 / Bü 65 1801-1803
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Wa 260 / Bd 16 1689
Stadtarchiv Karlsruhe KA-8/Sts 13
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher 1837-1849
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle