Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.18 in Verrenberg

Links: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.   Rechts: Ergänzungskarte zum Primärkataster Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 18 Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 18

Die Bewohner



Gesamtes Haus:
Für die Zeit vor 1839 liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, aber anhand der Indizien ergibt sich folgendes:
Johann Philipp Zorn hatte als ältester Sohn des Johann Friedrich Ludwig Zorn wohl dessen Hof übernommen.
1830 musste Johann Philipp Zorn die rechte Hälfte des Hauses verkaufen, "weil er sie nicht mehr geherieg baut werten und im Abgang kommen" - er konnte wohl aus gesundheitlichen Gründen den Hof nicht mehr richtig bewirtschaften.
Vermutlich musste er 1833 auch die linke Haushälfte verkaufen.


Linke Haushälfte:
Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurde als Eigentümer der Haushälfte Adam Halt (Urkataster: 18 oben; Bild: links) genannt.
Nach dem Tod 1846 der Witwe Maria Magdalena Halt kam die Haushälfte und halbe Scheune zur Versteigerung. Den Zuschlag bekam ihr vorehelichen Sohn Johann Leonhard Weiß um 351fl..
Philipp Zorn wird der Sitz in der Stubenkammer gesichert, wie es im Kaufvertrag von 31.März 1831 festgehalten ist. Nach seinem Tod soll der Sitz auf die Kinder des Adam Helt übergehen.

Aus der Ehe des Johann Leonhard Weiß gab es nur ein überlebendes Kind - Johann Adam Weiß. Als dessen 2te Ehefrau 1897 stirbt ging er vermutlich nach Heilbronn.

Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird für 1898 ein Kaufmann aus Bitzfeld als Besitzer angegeben.
1906 ist dann Heinrich Hörger als Eigner angegeben.
1914 folgt sein Stiefsohn Friedrich Georg Christian Gebert.


Rechte Haushälfte:
Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurden als Eigentümer der Haushälfte "jung" Mathäus Schanzenbach genannt. Er hatte sie 1830 gekauft.
Nach seinem Tod heiratet die Witwe 1843 Peter Geist. Da es aus dieser Ehe keine Kinder gab, wurde der einzige überlebende Sohn aus 1ter Ehe Johann Carl Schanzenbach Hoferbe. Dessen Sohn Eberhard Schanzenbach ist der bekannte Dichter, über dessen Werk auf einer anderen Seite mehr zu finden ist.
Nach dem Tod von Johann Carl Schanzenbach 1869 heiratete seine Witwe im selben Jahr Johann Michael Friedr. Walther.
Kaufte Johann Jakob Friedrich Gebert zu seiner Hochzeit 1881 diese Haushälfte?

Im Feuerversicherungsbuch von 1896 ist als Besitzer Johann Georg Frank eingetragen.
Für das folgende Jahr 1897 ist dann sein Sohn Ludwig Frank angegeben.
1911 heist es dann: "nun Ehefrau des Georg Gebert hier". War Sophia geb. Frank, die Ehefrau von Christian Georg Gebert gemeint?
1920 ist zuerst Ernst Frank, aber noch im selben Jahr Christian Bort als Eigner angegeben.

Gesamtes Haus:
1927 baute dann Friedrich Gebert die Scheune aus. Auch kam ein zweiter Kellerhals und ein Schweinestall dazu. Auch ein Schuppen wurde gebaut.



Der Keller:
1833:
Der Keller hingegen gehörte gemeinschaftlich den Eigentümern des Hauses 16-17, Anton Hörger Witwe und Peter Zorn Witwe.
Der Scheunenteil 18a gehörte gemeinschaftlich Adam Halt und Michael Zorn.
Der Scheunenteil 18b gehörte "jung" Mathäus Schanzenbach.

1896:
Der Keller scheint inzwischen den Besitzern der beiden Haushälften zu gehören.

Ende des 20.Jahrhunderts wurde das Haus von der Familie Gebert bewohnt. Haus Nr. 18 in Verrenberg Scheune Gebäude Nr. 18ab in Verrenberg

Bauliche Entwicklung

1856 stellt Johann Leonhard Weiß den Antrag, hinter seiner linken Haushälfte einen Schweinestall errichten zu dürfen.
Johann Leonhard Weiß möchte einen Schweinestall bauen - 1856
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 28.August 1856 liest sich das so:
Es erschien Johann Weiß von hier und trägt vor:
Ich habe meinen Schweinstall neben der Scheuer des Leonhardt Schumacher stehen welcher mir sehr weit von meinem Hause entfernt, und mir sehr schwierig ist, solchen in dieser so weiten Entfernung für meinen Gebrauch zu benüzen.
Behufs zu meiner Bequemern Einrichtung zum Gebrauch dessen habe ich mich entschlossen genannten Schweinestall abzubrechen und solchen etwa 10 Schuh entfernt hinter meinem Wohnhaus aufzubauen worüber ich den Wohl. Gemeinderath um Bauerlaubniß und Genehmigung dessen dringenst bitte.
Auf dieses Gesuch hat sich Schulth Lay und Gemeinderath Mugele an Ort und Stelle begeben, und Einsicht von der Sache genommen wobei sich ergeben hat daß die Angabe des Bittstellers begründet und Entschluß zum Vortheil für ihn erscheint.
Die Angrenzenden Nachbarn wo dieser Schweinstall aufgebaut werden solle Peter Geist und Johann Käppler, beide wurden vorgerufen, und darüber verständigt. Geben an, wir wissen nichts gegen dieses Gesuch zu ...., und kann von unsrer Seite aus dem Bittsteller Bauerlaubniß ertheilt werden was wir hiermit unterschriftlich anerkennen.
Beschluß
Da das Vorhaben des Bittstellers von der Einsichts Behörde für begründet sich erfunden und ein Schweinstall mit einem Steineren Stok keine Feuergefährlichkeit einverleibt ist dem Bittsteller seinem Gesuche statt zu geben unter Vorbehalt zuvor die Genehmigung des K. OberAmts einzuholen.


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Weiß

Carl Schanzenbach
Ein einstockiges Wohnhaus und Scheuer unter einem Dach von Fachwerk mit Giebeldach nebst angebauten Remise auf Freipfosten mit Pultdach 49,5'
32'
9,5'
18'
1
1
  1
1
1
1
  1/2 gew. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern

1/2 gew. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament, Keller u. Sockelmauern --- 575
575
IV 718
718
alter Anschlag 450f./450f.
(1861)



1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus von gemischter Bauart mit No. 18 1/2 unter gleichem Giebeldach und mit gemeinschaftlicher Scheidewand zusammengebaut."
Der Versicherungsanschlag betrug 1800 Mark (18/1) und 1500 Mark (18/2).

In einem Nachtrag für 18/1 wird die Beschreibung so geändert:
"Ein freistehendes Wohnhaus von Stein und Gewerke mit Gibeldach."

1911 wurde in der linken Haushälfte eine elektr. Lichtanlage mit zwei Brennstellen errichtet.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 18
Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 18

Nachtrag zum Primärkataster, 1855-56

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1855-56; Haus 18 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1855-56; Haus 18
Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1855-56; Haus 18

Nachtrag zum Primärkataster, 1927

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1927; Haus 18

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869