Verrenberg Historisch

Haus Nr. 23 in Verrenberg (Golbergstraße 27)


Aufnahme von 1962

Aufnahme von 2005
Haus Nr. 23 in Verrenberg
Aufnahme von 2005
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 23
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1818; Haus Nr. 23
Ausschnitt Urkataster 1833

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

1740 wird im Lagerbuch Hans Michael Scheufler als Besitzer angegeben. Es handelte sich zu diesem Zeitpunkt noch um eine "öde Hofstatt". Hatte er diese von seinem Schwiegervater Johann Philipp Kolb übernommen?
Dieser übergab sein Guth seinem Sohn Johann Balthes Scheifler. Auf ihn folgte dessen Tochter Rosina Barbara Scheifler. Diese heiratet 1806 Christoph Friedrich Dietrich und nach dessen Tod 1808 Johann Balthas Käppler

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Baltas Käppler genannt.

1846 tauschte Gottlieb Atz seinen Keller unter dem Haus Nr.19 gegen das Haus Nr.23 von Baltas Käppler. Atz musste noch 600fl. an Käppler bezahlen.

1855 wird dann Christian Franz Atz als Eigentümer angegeben. Er hat den Hof von seinem Großvater Wilhelm Franz Happold übernommen.
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 12.Mai 1855 findet sich folgendes:
Es erschien der Sohn des verstorbenen Gottlieb Atz gewesenen Sonnenwirth Franz Atz ld. 23 Jahre ...
Ich habe ohnlängst von meinem Großvatter Franz Happold seine an Besizthum gewesenen Liegenschaft käuflich über nommen Beziehungsweise nach meinem Großvatter seinen lezten Willens Verordnung käuflich übernehmen müssen, da ich aber ...
Der Gemeinderath hat daher einstimmig Beschlossen, daß es wünschenswerth wäre wenn
...
2) Gemeinderäthlich bezeugt, daß er sich als ein verständiger und sparsamer Landwirth geziemt auch noch nie in einer Untersuchung gestanden und in seinen jungen Jahren für das ganze Anwesen per Arbeiten gesorgt und vollzogen auf seinen Großvatter treulich an die Hand gegangen ist, wie es einem geziemten Enkelsohn zusteht.


Im Schätzungsprotokoll von 1861 war noch Christian Franz Atz eingetragen.

Im Schätzungsprotokoll von 1869 war dann Carl Christian Carle (senj., Lindenwirth) als Besitzer eingetragen.
1890 wurde von seinem gleichnamigen Sohn Carl Christian Carle das alte Wohnhaus abgebrochen und das Neue errichtet. Dabei entstand, da das Haus nun größer wurde, auch ein zweiter Keller.
Später (1943?) ging der Hof auf den Sohn Friedrich Carle (1903-1977) über.
Heute ist dessen gleichnamiger Sohn auf dem Hof.

Bauliche Entwicklung

Da im Lagerbuch von 1740 noch von einer "öde Hofstatt" die Rede ist, muß der Hof hier erst später errichtet worden sein.
Auf der Karte von 1818 ist neben dem Haus eine Scheune erkennbar, die aber 1833 bereits abgegangen war.
Wann zwischen 1740 und 1818 wurde das Haus errichtet?
1854-55 wurde dann eine neue Scheune errichtet.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Karl Carle Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 44'
27,5'
8,5'
16,5'
1.   2 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 3 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament gew: Keller u. Sockelmauern --- 975 IV 1218 alter Anschlag 700f.
(1861)


Das alte Wohnhaus wurde 1890 abgebrochen und durch ein größeres ersetzt. Unter der größeren Grundfläche wurde ein zweiter Keller gebaut. Auf der Zeichnung sind auch noch die Grundrisse des alten Gebäude sichtbar.

Skizze des Hof No.23 in Verrenberg 1896 Skizze des Hof No.23 in Verrenberg 1896
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Carle Karl jun. Bauer 2 stockiges 1890 erbautes Wohnhaus v gem. Bauart unter Giebeldach; 13.50
8.50
5.60
Dach 4.60
1 EG
1 I.Stock
2 EG
3 I.Stock
  1 EG
I.Stock
  1 Wasch und Backküche
2 gewölbte Keller
Dachplatten Umfassungswände von Stein, Giebel von ausgemauertem Fachwerk keine Die gewölbten Keller, die mauern unter Fußboden des Erdgeschoßes u die steinerne Treppenanbau 8100 III 8100  

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Carle Karl Bauer 1 stockige östlich vom Wohnhaus No.23 freistehende Scheuer v. gem Bauart unter Giebeldach 17.30
11.50
4.00
Dach 1.30
        2 2 Tennen
2 Bare
Dachplatten 1/2 Stein, 1/2 ausgem Fachwerk   Mauern unter Tannebodenebene 6660 III 4600 Alter ca. 50 Jahre
Unterhaltung gut
Unter neb Anschlag von 4600M inbegriffen ist: 1 freistehende Futterschneidmaschiene Anschlag 60M
1 Lederriemen 8,10m lg 60mm brt Anschlag 15M
(der Göppel steht im Freien)


1903 wird im Gemeinderatsprotokoll ein neuer Anbau erwähnt.
1911 wurde eine elektr. Anlage mit drei Glühlampen eingebaut.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 23

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 23

Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1854-55; Haus 23 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1854-55; Haus 23

Nachtrag zum Primärkataster, 1890-91

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1890-91; Haus 23 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1890-91; Haus 23

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
HZA Ba 115 Bd 1182 Amtsrechnungen 1807/08