Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.23 in Verrenberg

Links: Ausschnitt einer Karte von 1818    Mitte: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Rechts: Bilder von 2005
Ausschnitt einer Verrenberger Karte von 1818 zu Haus 23 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 23 Haus Flur 23 Verrenberg Haus Flur 23 Verrenberg

Die Bewohner

1740 wird im Lagerbuch Hans Michael Scheufler als Besitzer angegeben. Es handelte sich zu diesem Zeitpunkt noch um eine "öde Hofstatt".
Dieser übergab sein Guth seinem Sohn Johann Balthes Scheifler. Auf ihn folgte dessen Tochter Rosina Barbara Scheifler. Diese heiratet 1806 Christoph Friedrich Dietrich und nach dessen Tod 1808 Johann Balthas Käppler

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Baltas Käppler genannt. Hatte seine Frau Rosina Barbara geb. Scheifler das Haus ihrer Eltern mit in die Ehe gebracht?

1846 tauschte Gottlieb Atz seinen Keller unter dem Haus Nr.19 gegen das Haus Nr.23 von Baltas Käppler. Atz musste noch 600fl. an Käppler bezahlen.

1855 wird dann Christian Franz Atz als Eigentümer angegeben. Er hat den Hof von seinem Großvater Wilhelm Franz Happold übernommen.
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 12.Mai 1855 findet sich folgendes:
Es erschien der Sohn des verstorbenen Gottlieb Atz gewesenen Sonnenwirth Franz Atz ld. 23 Jahre ...
Ich habe ohnlängst von meinem Großvatter Franz Happold seine an Besizthum gewesenen Liegenschaft käuflich über nommen Beziehungsweise nach meinem Großvatter seinen lezten Willens Verordnung käuflich übernehmen müssen, da ich aber ...
Der Gemeinderath hat daher einstimmig Beschlossen, daß es wünschenswerth wäre wenn
...
2) Gemeinderäthlich bezeugt, daß er sich als ein verständiger und sparsamer Landwirth geziemt auch noch nie in einer Untersuchung gestanden und in seinen jungen Jahren für das ganze Anwesen per Arbeiten gesorgt und vollzogen auf seinen Großvatter treulich an die Hand gegangen ist, wie es einem geziemten Enkelsohn zusteht.


Im Schätzungsprotokoll von 1861 war noch Christian Franz Atz eingetragen.

Im Schätzungsprotokoll von 1869 war dann Carl Christian Carle (senj., Lindenwirth) als Besitzer eingetragen.
1890 wurde von seinem gleichnamigen Sohn Carl Christian Carle das alte Wohnhaus abgebrochen und das Neue errichtet. Dabei entstand, da das Haus nun größer wurde, auch ein zweiter Keller.

Bauliche Entwicklung

Da im Lagerbuch von 1740 noch von einer "öde Hofstatt" die Rede ist, muß der Hof hier erst später errichtet worden sein.
Auf der Karte von 1818 ist eine Scheune erkennbar, die aber 1833 bereits abgegangen war.
1854-55 wurde dann eine neue Scheune errichtet.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Karl Carle Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 44'
27,5'
8,5'
16,5'
1.   2 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 3 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament gew: Keller u. Sockelmauern --- 975 IV 1218 alter Anschlag 700f.
(1861)



Das alte Wohnhaus wurde 1890 abgebrochen und durch ein größeres ersetzt. Unter der größeren Grundfläche wurde ein zweiter Keller gebaut. Auf der Zeichnung sind auch noch die Grundrisse des alten Gebäude sichtbar.

1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges 1890 erbautes Wohnhaus von gemischter Bauart unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 8000 Mark.
1903 wird im Gemeinderatsprotokoll ein neuer Anbau erwähnt.
1911 wurde eine elektr. Anlage mit drei Glühlampen eingebaut.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 23

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 23

Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1854-55; Haus 23 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1854-55; Haus 23

Nachtrag zum Primärkataster, 1890-91

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1890-91; Haus 23 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1890-91; Haus 23

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869