Besitzer des Hauses Flurstück Nr.25 in Verrenberg
Links: Karte von 1818
Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die
Lage des Hauses im Ort erkennen.
Links: Aufnahme von 1915 Rechts: Aufnahme von 1991 vor dem Abbau
Links: Aufnahme 2006 im Freilandmuseum Wackershofen, wo es nun steht
Rechts: Torbogen über dem Kellereingang. Was bedeuten die Initialen TWM?
Bauliche Entwicklung
Links: Inschrift von 1777 über dem Hauseingang Mitte: Inschrift vermutlich auch von 1777 über dem dritten Fenster von links.
Rechts: Ansicht der Rückseite - die Erweiterung um eine Fensterachse 1777 ist hier gut zu erkennen.
Das Holz für das Haus wurde im Winter 1712-13 geschlagen. Es fand dabei ausschließlich Tannenholz Verwendung.
Beim Abdecken des Daches wurden zwei datierte Biberschwanzziegel von 1713 und
1714 gefunden, der Rundbogen zum Kellerabgang trägt die Inschrift 1717.
Aus diesen Daten kann auf eine Bauzeit von fünf Jahren geschlossen werden.
1777 erfolgte dann ein größerer Umbau. Das Haus wurde an der Giebelseite um
eine Fensterachse verlängert. Vermutlich befand sich im Hausteil rechts des Einganges ursprünglich der Stall.
Nun schuf man darunter für den Stall einen neuen, niedrigen Raum neben dem großen gewölbten Keller.
War das Haus für eine größere Familie zu eng geworden, oder hatten zwei Söhne das elterliche Haus erweitert,
um für beide Familien Platz zu schaffen?
Bild links: Zeichnung von 1861
Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
| Name |
Beschreibung des Gebäudes |
Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile |
Versicher- ungs- anschlag |
Classe |
Umlage Capital |
Bemerkungen |
| Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke |
Länge, Breite, Höhe |
Gelaße |
Dachdeckung |
Umfassungs- und Giebelwände |
Feuergefährliche Einrichtungen |
als unzer- störbar |
wegen des Anspruchs auf Baubeiträge |
| heizbare Zimmer |
gegypste Kammern |
gewöhnliche Kammern |
Küchen |
Stallungen |
sonstige Gelaße |
| Michael Borth |
Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach nebst einstockigem Stallanbau aus Stein und Fachwerk mit Pultdach |
53' 31' 9' 18'
27,5' 7,5' 7' |
2 |
|
2 |
1 |
1 |
1 gew. Keller 2 Dachböden mit 4 Kammern
1 Stall |
Ziegel |
der westl. Giebel aus Stein sonst gem. Fachwerk
Stocker Stein, gem. Fachwerk |
|
Fundament gew: Keller u. Sockelmauern |
--- |
1475 |
IV |
1843,45 |
alter Anschlag 1000f. (1861) |
Im Schätzungsprotokoll von 1896 findet sich folgende Skizze, die die Situation des Hofes schön zeigt.
1911 wird eine elektrische Beleuchtung mit drei Glühlampen installiert.
1930 wurde auf der gegenüber liegenden Straßenseite die Scheune 25-1 gebaut.
1980 kam das Ende für die an das Haus angebaute Scheune (25a), sie wurde abgebrochen.
1991 wurde das Haus (mit Keller!) in Verrenberg zerlegt und in den Jahren
1992-93 im Freilandmuseum Wackershofen als Winzerhaus (Besen) neu aufgebaut.
Links: Seitenansicht auf den Kellereingang Mitte und Rechts: Ansicht der Rückseite
Die Bewohner
In einem beim Abbau gefundenen Biberschwanzziegel ist der vollständige Namen des Erbauers eingeritzt:
"Johann Thomas Waiman zu Verrenberg 1714".
Auch die Initialien über dem Kellereingang "TWM" weisen auf Johann Thomas Weidmann hin.
Der nächste bekannte Besitzer ist Johann Georg Starck (ab ca.
1783).
Hatte er es von seinem Vater oder Schwiegervater übernommen oder gekauft?
Das Haus ging dann um 1809 auf seinen Schwiegersohn
Johann Albrecht Bort über.
1836 verkaufte Johann Albrecht Bort sein Söldners Guth an seinen zukünftigen
Schwiegersohn Johann Michael Bort um 2100fl.
Am 19.09.1868 verkaufte Johann Michael Bort
seinen Hof an seien Adoptivsohn Johann Michael Peter Bort geb. Frank. An der Kaufsumme darf er 4000f. als
"Heurathgut" abrechnen.
1890 wird das Inventar des Hauses so angegeben:
1 doppelschläfriges Bett, 2 einschläfrige sowie 2 ältere Betten, 1 Hartholztisch, 4 Brettstühle, 2 Schrannen (Bänke),
1 Kommode mit Glasaufsatz, 1 Uhr, 1 Porträt, 1 Spiegel, 1 doppeltüriger und 5 eintürige Kleiderkästen, 1 Weißzeugkasten, 1 Küchenkästle
1907 ging er dann auf Karl Michael Bort über,
der den Hof wiederum 1936 seinem Sohn Leonhard Friedrich Karl Bort übergab.
Der Eintrag im Primärkataster von 1833
Nachtrag zum Primärkataster 1930 - Ergänzungskarte zum Primärkataster
Quellennachweis.
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
"Ländliche Bauten aus dem Fränkischen Württemberg"; Freilandmuseum Wackershofen.
Buch: Hohenloher Freilandmuseum Mitteilungen 14 (1993) S.30-39 u. S.50-55
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle