Verrenberg Historisch

Haus Nr. 26 in Verrenberg (Golbergstraße 35)


Skizze aus dem Baugesuch 1875

Aufnahme von 1962

Aufnahme von 2006
Haus Nr. 26 in Verrenberg
Inschrift in der Scheune, 2006
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 26
Karte von 1833
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 26
Karte von 1818

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

Nach mündlicher Überlieferung soll das Haus um 1796 neu entstanden sein.
Es wäre denkbar, dass Heinrich Steinbach das Haus bereits um 1784 erbaute. Oder war es Johann Peter Beyerbach, den seine Witwe nach seinem Tod 1793  heiratete?

Die Stieftochter von Johann Peter Beyerbach, Dorothea Magdalena Steinbach heiratete 1800 Friedrich Ilßhöfer.

Im Messbuch von 1818 wird Friedrich Ilßhöfer als Besitzer genannt.

1823 verkaufte die Witwe des Friedrich Ilßhöfer ihren Hof um 278fl. an Johann Peter Frank.
Er musste den Stiefschwiegervater der Verkäuferin, Johann Peter Beyerbach u.a. den "unentgeltlichen Sitz in der Stuben Kammer geben".

Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wird als Eigentümer Johann Peter Frank genannt. Nach ihm war sein Sohn Georg Peter Frank neuer Besitzer. Er kann 800f. Heirathsgut für den Hof ansetzen.
Nächster Eigentümer war wiederum der Sohn Johann Peter Christian Frank. Er hat das Gut am 16. Dezember 1889 um 21500 Mark von seinem Vater gekauft.
Die Gebäude werden so beschrieben:
- Ein 1.stockiges Wohnhaus mit getrenntem Keller
- Scheuer unter einem Dach
- Backofen und Waschhaus
- Kellerhals und Staffel
- Eine einstok. Scheuer mit Stallung 1868 neu erbaut oben im Dorf

An Fahrniß wurde noch erwähnt:
- 1 Faß mit 1650 Liter gehalt
- 1 Faß mit 480 Liter gehalt
- 1 Faß mit 300 Liter gehalt
- 1 Faß mit 250 Liter gehalt
- 1 Faß mit 60 Liter gehalt
- 1 große Weinkufe und 1 Zuber zum Traberführn

Die Hälfte von:
- 3 Wagen
- 2 Pflüge
- 2 Egen
- eine Fruchtbutzmühle
- eine Obst..... samt Keltern Butten und K..... geschirr
- Dungbrühfaß

Der Viehbestand wird so beschrieben:
1 Ochsen 850 Mark
1 Kuh mit Kalb 325 Mark
2 Stiern 475 Mark
1 Stier 170 Mark
1 Rind 160 Mark
1 dto 180 Mark
1 dto 115
3 Kühe a 320M 960 Mark
1 fettes Schwein 280 Mark
1 Mutterschwein mit 6 Jungen 300 Mark
1 trächtiges Mutterschwein 200 Mark
6 Gänse a 5M 30 Mark
18 Hühner u 1 Hahn 50 Mark
1 Haushund 10 Mark



Als dieser 1903 stirbt, heiratete seine Witwe drei Jahre später Carl Friedrich Härterich.
Um 1932 geht der Hof dann an den Sohn Friedrich Karl Härterich über.

Bauliche Entwicklung

Auf der Zeichnung Creutzfelder´s von 1670 ist an dieser Stelle noch kein Gebäude zu erkennen. Erst auf der Karte von 1818 ist dieser Hof nachweisbar.
Nach mündlicher Überlieferung soll das Haus um 1796 neu entstanden sein.
Im Kaufbuch von 1823 wird das Haus so beschrieben: "Ein 1stockiges Haus und Scheune unter einem Dach ..."

1854 wurden Haus und Scheune vergrößert. Details sind leider nicht erkennbar.

Nachtrag zum Primärkataster 1854

Nachtrag zum Primärkataster 1854

1860 stellt Peter Frank den Antrag, eine Wagenremise an die Scheuer anbauen zu dürfen (Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 5143).
Die Genehmigung wurde erteilt.


Zeichnung Haus 26 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

1868 stellt Georg Peter Frank den Antrag zum Bau der Scheune 26a (Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 4393).

Baugesuch

Baugesuch

Kommentar Oberamt

Genehmigung

Genehmigung

Nachtrag zum Primärkataster 1868

Nachtrag zum Primärkataster 1868

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Peter Frank Ein einstockiges Wohnhaus mit angebauter Scheuer von Fachwerk mit Giebeldach

1 Remise
42'
29,5'
8,5'
17'

26,5'
29,5'
10,5'
17'

13,5'
29,5'
6,5'
17'
1.   3 1 1 1 gew. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern

1 Tenne
1 Stall
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament gew: Keller u. Sockelmauern --- 1050
500
150
IV 1312
625
187
alter Anschlag 675f./500f./125f.
(1861)


1875 wurde das Haus in den Bereich der angebauten Scheune vergrößert und dafür ein Scheuernbereich angebaut.


1877 wurde der alte Hausteil abgebrochen und neu aufgebaut. Der 1875 neu erbaute Teil des Hauses blieb unverändert. Zudem wurde ein Backhaus neu erbaut.

Nachtrag zum Primärkataster 1877

Nachtrag zum Primärkataster 1877

1892-93 wurde die Scheune 26c neu gebaut.



In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen un Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Frank Peter jun. Landwirt 1 stockiges 1877 erbautes Wohnhaus im obern Dorf von Fachwerk auf hohem Sockel, unter Giebeldach 15.80
8.55
2.80
Dach 5.40
2 EG 2 EG
1 Dachboden
2 EG
2 Dachboden
1 EG   1 gew. Keller Dachplatten Ueber Sockel von ausgemauertem u verblendetem Fachwerk 0 der gewölbte Keller u die Mauern unter Fußboden des Erdgeschoßes samt den Vortreppen 5200 III 5200 Alter 19 Jahre
Unterhaltung gut
Unter neb. Anschlag von 5100M inbegriffen ist1 Abtrittsgehäuse (ausgenommen der Grube) Anschlag 40M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen un Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 1/2 stockige Scheuer unter gleichem Dach ohne eigene Wand angebaut 8.10
8.55
5.10
Dach 5.40
          1 Tenne
1 Bare mit Remise u gew. Keller
Dachplatten 1/3 von Stein 2/3 ausgemauertem Fachwerk 0 der gew Keller u die Mauern u Tennebodenebene 1800  
Unter neb. Anschlag von 1800M inbegriffen ist:
eine Obstpresse mit eiserner Spindel u Steinbiet Anschlag 80M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur freistehenden Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen un Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Frank Peter jung Landwirt 1 stockige nörtlich vom Wohnhaus No.26 freistehende Scheuer v. gem. Bauart unter Giebeldach. 1868 neu erbaut 13.05
11.60
4.20
Dach 6.70
        1 1 Tenne
1 Bare
Dachplatten Umfassungswände 1/2 Stein, sonst von ausgemauertem Fachwerk 0 Mauern unter Innenbodenebene 3400 III 3400 Alter 28 Jahre
Unterhaltung gut
Unter nebigem Anschlag von 3520M inbegriffen ist eine freistehende Futterschneidmaschiene im Anschlag von 100M
1 Lederriemen 15.70mlg 60mm brt
Anschlag 28M
(Der Göppel befindet sich im Freien)


1911 wurde eine elektr. Lichtanlage mit zwei Glühlampen eingebaut.

1934 entstand dann die Scheune (26B) in der heutigen Form.

Messbuch von 1818


Messbuch 1818

Der Eintrag im Primärkataster von 1839

Eintrag im Primärkataster von 1839; Haus 26

Nachtrag zum Primärkataster, 1892-93

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1892-93; Haus 26

Es fehlen noch folgene Einträge:
1854-55/44
1867-68/585
1876-77/159
1933/395
1939/456
1962/159
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Messbuch von 1818
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 5143
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 4393
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 3594
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 3662
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 3813
Staatsarchiv Ludwigsburg, F 192 III Bü 2046