Besitzer des Hauses Flurstück Nr.28 in Verrenberg
Links: Bild vom Golberg aus aufgenommen ca. 1960
Rechts: Aufnahme von 2005. An dieser Stelle war 1740 und 1833 eine "öde Hofstelle"
Die Bewohner
Im Lagerbuch von 1628 wird
Endreß Preißinger als Eigner der Hofstelle bezeichnet.
Als Nachbesitzer wird Martin Kolb genannt, der 1627 eine Eva geheiratet hatte.
War er der Schwiegersohn?
1684 wird im Lagerbuch ("Steuerliste" S.32b) sein Sohn
Hannß Christoph Kolb als Besitzer angegeben. Er musste folgende
jährliche Gülth bezahlen:
4 Kreuzer und 2 Pfennig "an geldt"
1 Faßnachthun"
1740 wird im Lagerbuch ("Steuerliste" S.263)
Hannß Martin Zöller als Besitzer des Hauses Nr.28 angegeben. Er musste folgende
jährliche Gülth bezahlen:
4 Kreuzer und 2 Pfennig "An Geldt"
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnachtshun"
Hannß Martin Zöller hatte noch eine "öde Hofstelle"
(1740 S. 264; 1833 FlurNr. 294 bzw. 104), die zwischen seinem Haus und der Straße lag.
Davon war an Gülth fällig:
6 Kreuzer "An Geldt"
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnachtshun"
Leider sind zu seiner Person noch keine weiteren Informationen vorhanden. Hatte er eine Tochter
Namens Maria Catharina Zöller?
Diese heiratet Johann Michael Braun. Deren gemeinsame Tochter
Catharina Barbara Braun heiratete 1787
Georg Melchior Zörn, der im Lagerbuch als nächster Eigentümer eingetragen ist.
Die Tochter Dorothea Magdalena Zörn heiratet 1800
Johann Jacob Friedrich Hörger mit dem sie hier wohnte.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wird als Eigentümer sein Schwiegersohn
Johann Friedrich Löffler, Küfermeister genannt. Er starb 1851, seine
Witwe 1856.
Das einzige überlebende Kind war da erst 17 Jahre alt. Zog die Tante Rosina Magdalena Catharina Keller geb. Hörger
mit ihrer Familie in das Haus?
Deren Tochter Rosine Regina Hörger wird bereits 1863 im Gemeinderatsprotokoll das Besitzerin genannt. Sie
heiratete 1866 Christian Friedrich Keppler.
Im Feuerversicherungsbuch von 1869 steht die Witwe des Christian Friedrich Keppler
als Besitzerin.
Nach ihrem Tod 1869 ist als Nachtrag Friedrich Kübler eingetragen. 1871 folgt dann
Johann Braun und 1876 Johann Heinrich.
Bereits 1882 ist Johann Braun wieder auf dem Haus und sieben Jahre später seine Witwe.
Im Feuerversicherungsbuch von 1896 steht Peter Frank (Benz) als Besitzer.
Er wohnte dort seit 1892
1928 ist dann sein Sohn Johann Christian Frank Eigner des Hauses.
Dieser lebte aber im Nachbarhaus Nr. 29.
Bauliche Entwicklung
Im Lagerbuch Ba 55 / Bd 79 von 1684 (Seite 32b) lesen wir:
Von seinem Hauß, Scheuren und geringen Hofrecht, bey der Inneren Dorfs Kelttern, zwischen ihm selbsten
zu beeden Seiten, oben die gemeine Straße, unten Hannß Michel Knorr gelegen.
Im Lagerbuch Ba 55 / Bd 89 von 1740 (Seite 263-264) lesen wir:
Besitzt Ein Hauß, Scheuren und geringe Hofrechts, bey der Inneren Dorfs Kelttern, zwischen dem
Fußweeg und ihm selbsten auf einer Seits auf der anderen an ihm selbsten mit seinem Sommegärtlein als deßen
zweyten Haußplatz, oben der Keltter Platz und Fuhrweeg, unten Georg Michael Kümmel gelegen.
Auf der Zeichnung von 1818 ist von der Scheune keine Spur mehr zu finden. Wurde
auch das Haus neu errichtet?
Im Primärkataster von 1833 (Flunr. 28 und 294 bzw. 104) wird ein Wohnhaus mit Laubhütten genannt.
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
| Name |
Beschreibung des Gebäudes |
Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile |
Versicher- ungs- anschlag |
Classe |
Umlage Capital |
Bemerkungen |
| Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke |
Länge, Breite, Höhe |
Gelaße |
Dachdeckung |
Umfassungs- und Giebelwände |
Feuergefährliche Einrichtungen |
als unzer- störbar |
wegen des Anspruchs auf Baubeiträge |
| heizbare Zimmer |
gegypste Kammern |
gewöhnliche Kammern |
Küchen |
Stallungen |
sonstige Gelaße |
| Christian Käppler Wittwe |
Ein einstockiges Wohnhaus von Stein und Fachwerk mit Giebeldach nebst eben solchen Anbau |
25' 25,5' 8' 16'
14,2' 8' 8,3' 7,5' |
2. |
|
1 |
1 |
|
1 gew. Keller 1 Schmiede im S... 2 Dachböden mit 3 Kammern |
Ziegel |
Am Haus 1/3 Stein sonst gem. Fachwerk |
Backofen Schmiede |
Fundament Keller u. Sockelmauern |
--- |
550 |
IV |
687,30 |
alter Anschlag 300f. (1861) |
1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus im obern Dorf von Fachwerk unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 1200 Mark.
Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Der Eintrag im Primärkataster von 1833
Zeichnung von 1818 - Primärkataster 1833 - Ausschnitt von 1670
Nachtrag zum Primärkataster 1877 - 1930
Quellennachweis.
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle