Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.29 in Verrenberg

Links: Karte von 1818    Mitte: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Rechts: Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833 Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 29 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 29 Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg ; Haus 29

Unten: Aufnahmen von 2005


Haus Nr. 29 in Verrenberg Haus Nr. 29 in Verrenberg Haus Nr. 29 in Verrenberg

Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1628 werden noch zwei getrennte Hofstellen aufgezählt.
Haus 29: Ulrich Dagenbach wird als Eigner genannt.
Als weitere Besitzer sind Joerg Leonhard Knorr und Hannß Michel Knorr eingetragen. Vater und Sohn oder Brüder?

Haus 29a: Georg Hoffmann wird als Eigner genannt.
Die Nachbesitzer sind entsprechend dem Haus 29 eingetragen.

1684 werden im Lagerbuch ("Steuerliste"; Seite 33b) Hannß Michel Knorr und Joerg Leonhard Knorr als Besitzer angegeben. Sie mussten folgende jährliche Gülth bezahlen:
7 1/2 Kreuzer "an geldt"
2 Faßnachthüner"

1740 werden im Lagerbuch ("Steuerliste"; Seite 265) Georg Michael Kümmel und Jacob Kreps als Besitzer angegeben. Sie mussten folgende jährliche Gülth bezahlen:
7 1/2 Kreuzer "An Geldt"
24 Kreuzer "Vor Zwey Faßnach Hüner"

Wurde das Haus nach dem Tod von Georg Michael Kümmel verkauft?
Als nächster Eigentümer wird Johann Peter Frank genannt.

1823 verkaufte Johann Peter Frank den Hof an seine Tochter und deren Bräutigamm Georg Friedrich Zendtler um 3000fl.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde dann eben jener Georg Friedrich Zendtler genannt.

Im Feuerversicherungsbuch von 1869 steht sein Sohn Michael Zendtler als Eigner.
Nach seinem Tod verkaufte die Witwe den Hof 1877 an Peter Frank (Benz) (bzw. dessen Witwe).

Im Feuerversicherungsbuch von 1896 steht Johann Christian Karl Peter Frank (Benz) als Besitzer.
1924 ist dann sein Sohn Johann Christian Frank Eigner des Hauses.

Heute lebt hier Familie Hermann Frank.

Bauliche Entwicklung

Im Lagerbuch von 1628 sind noch zwei getrennte Hofstellen aufgeführt.
Im Lagerbuch von 1684 gibt es folgende Beschreibung:
Von Zwey Hofstätten, worauf eine Behausung stehet. Zwischen dem Cappelins weeg und der gemeinen Straßen, oben Hannß Christoph Kolben gelegen, spitzt sich unten zu.
Die beiden ehemals getrennten Höfe wurden zu einem vereint.

1740 gibt es folgende Beschreibung:
"Besitzen miteinander jetzo Eine Behausung
Zwey Öde Hofstätt, so zu
Zwey Wohnungen gerichtet
und auf alßo von Ihnen
bewohnet werdten, zwischen
dem Cappelins Weeg und
der Gemeinen Straßen,
oben Hannß Martin Zöller
gelegen, und unten spitzt
sich es zu.


Wo heute Haus und Scheune stehen, existierten zu Beginn des 17.Jahrhunderts jeweils eigene Hofstellen, die jedoch in den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges abgegangen sind.
1740 gab es ein (neu errichtetes?) Haus, das in zwei Wohnungen aufgeteilt war.

1818 ist dann erstmals die Scheune erkennbar. Diese wurde dann zwischen 1922 und 1927 erweitert.

Im Schätzungsprotokoll von 1861 wurde das Haus als einstockig bezeichnet und die Höhe des Hauses noch mit 9 Fuss angegeben.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Michael Zentler Ein zweistockiges Wohnhaus von Stein und Fachwerk mit Giebeldach 46'
25'
17'
15'
2.   2 1   1 geb. Keller
1 Werkstadt
Schweinestall
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel Im ersten Stock Backstein sonst gem. Fachwerk Backofen Fundamentmauern --- 1250 IV 1562,30 alter Anschlag 700f.
(1861)


1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohnhaus am Windischenbacherweg von gemischter Bauart unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 2800 Mark.
1896 wird die Scheune so beschrieben:
"Eine einstockige am Windischenbacherweg freistehende Scheune von Fachwerk unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 2520 Mark.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628 Teil 1 (Haus 29a - fol.635b)

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 29 Teil 1

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628 Teil 2 (Haus 29 - fol.651b)

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 29 Teil 2

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 29

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 29

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 29

Nachtrag zum Primärkataster 1877 - 1930

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1877; Haus 29 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1930; Haus 29

Es fehlen noch folgene Einträge:
1922/90
1927/22
 

Quellennachweis.

Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869