Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.35 in Verrenberg

Bauliche Entwicklung

Links Bild von 2009    Mitte davon ein Kartenausschnitt von 1818   
Rechts sehen Sie einen Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Haus Nr. 35 2009 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 35 Kartenausschnitt aus Karte von 1818; Haus Nr. 35
Im Kartenauschnitt von 1818 scheinen Haus 35 und 35b noch getrennt zu sein. Um 1833 scheint die Fläche des Hauses 35b dem Hof von Haus 35 zugeschlagen zu sein.

1628 wird auf einer Hofstelle von einem Haus, einer Scheune und einem Schweinestall geschrieben. Dazu gehörte noch eine Hofstelle, auf der früher mal ein Haus gestanden ist.

1684 wird von zwey öden Hofstätten geschrieben.

1715 wurde das Haus von Johann Michael Scheifler auf einem von zwei beieinander liegenden öden Hofplätzen errichtet. Vermutlich musste es bereits 1839 einem neuen Haus weichen. In diesem soll ein Torbogen mit einer Jahreszahl um 1839 gewesen sein.
Dies und die Kartenausschnitte rechts zeigen, dass nach 1818 wohl das Wohnhaus und auch der Schuppen abgebrochen wurden, aber nur das Haus neu aufgebaut wurde. Das Gebäude rechts auf der Karte von 1818 ist das Haus Nr.35b
Wilhelm Müller hatte noch erzählt,dass hier eine Pferdewechselstation gewesen sei. Wenn dies stimmt, dann wohl in der Zeit vor 1833, da danach einfach die Gebäude dazu fehlten. Oder konnte man hier Tiere für den Weg über den Salzberg vorspannen lassen?
1839 wurde die Scheuer und ein Kelterschuppen angebaut.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Andreas Franks Wittwe

Katharina Schanzenbach
Ein einstockiges Wohnhaus auf hohem Sockel von Stein und Fachwerk mit Giebedach 32'
25,5'
8'
16'
1

1
   

1
1

1
 

1
1 geb. Keller
2 Dachböden mit 1 Kammern

1 Dachboden mit 1 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament Keller u. Sockelmauern --- 300

300
IV 375

375
alter Anschlag 150f./150f.
(1861)


1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Anteil an einem 1711 erbauten Wohnhause in der Saugasse von Fachwerk unter Giebeldach auf hohem Sockel"
Der Versicherungsanschlag betrug 920 Mark (35 westlich) und 700 Mark (35 östlich).

Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1628 (Seite 603a) wird Michel Knorr als Eigner genannt. Als nächstes ging der Hof auf Matthes Scheufler über.

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste S.27") wird Hannß Lothar Weber als Eigentümer genannt.
Ihm folgte als Eigner Johann Michael Scheifler., der 1715 hier ein Haus errichtete.
Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste") wird Hannß Georg Hertterich als Eigentümer seit 1720 genannt. Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
3 3/20 Pfennig "an Geldt"

Als Nachträge steht am Rande: "Das halbe Haus Maria Magdalena" (Herterich), darunter "halb Mates Hornung 1783"
Damit war die Teilung des Hauses vollzogen.

Östliche Haushälfte
Aus der Vormundschaft des Michael Horn wird diese Haushälfte 1823 an Ludwig Frank um 111fl. verkauft.
Nach dem Tod von Ludwig Andreas Frank heiratet die Witwe 1832 Michael Hollenbach.
Er wird auch bei der Erstellung des Urkatasters 1839 als Eigentümer genannt.
Der nächste Eigner war Andreas Frank, Sohn des obrigen Ludwig Andreas Frank

Im Feuerversicherungsbuch von 1869 steht die Witwe des Andreas Frank als Besitzerin.
Im Nachtrag von 1893 stehen Maria und Christian Brandstetter. Nach seinem Tod ging die Haushälfte an die gemeinsamen Kinder über.

Bei der Erstellung des Feuerversicherungsbuches von 1896 werden sie erneut als Besitzer genannt.

Aber schon 1898 verkauften sie an Andreas Christian Eberhard Frank, einem Enkel des oben erwähnten Ludwig Andreas Frank. Aus dieser Ehe gab es zwei Kinder, die aber im Säuglingsalter starben.

1906 übernahm dann Friedrich Christian Johann Knappenberger diese Hälfte. Er hatte damit das ganze Haus im Besitz.
Als neuer Eigner des ganzen Hauses wird 1930 sein Schwiegersohn Wilhelm Müller genannt.

Westliche Haushälfte
Mates Hornung verkaufte 1811 seine Haushälfte um 200fl. an seinen Sohn Georg Peter Hornung.
Es scheint, dass er 1817 in das Haus Nr.3 zog.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurde als Eigentümer Albrecht Rettenmaier genannt. War er durch die Heirat mit Christina Schukraft in den Besitz des Hauses gekommen?
Oder hatte er es 1817 gekauft, als der Vorbesitzer Georg Peter Hornung wegzog?

Im Feuerversicherungsbuch von 1869 wird Catharina Schanzenbach als Besitzerin angegeben.
1874 übernahm ihr unehelicher Sohn Wilhelm Friedrich Schanzenbach die Haushälfte. Als er noch im selben Jahr verstarb, fiel das Haus an seine Mutter zurück.
Wie lange war sie mit ihrem Mann Georg Christoph Schibetz noch auf dieser Haushälfte?

Im Nachtrag von 1892 ist Friedrich Christian Johann Knappenberger als neuer Besitzer eingetragen.

Als neuer Eigner des ganzen Hauses wird 1930 sein Schwiegersohn Wilhelm Müller genannt.

Heute wohnt hier, in einem neu erbauten Haus, die Familie Müller.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 35

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 35

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 35

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 35
Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 35

Nachtrag zum Primärkataster, 1922

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1922; Haus 35

 

Quellennachweis.

Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869