Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.38 in Verrenberg
Die Ölmühle

Auf der Urkatasterkarte von 1833 können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.

Links auf dem leeren Platz oberhalb der Kirche war 1833 die Ölmühle    Rechts sehen Sie einen Göpelplatz aus Diebach - so könnte der Antrieb der Verrenberger Ölmühle ausgesehen haben.
Früher war hier die Ölmühle in Verrenberg Göpelplatz aus Diebach

Links sehen Sie einen Ausschnitt aus der Katasterkarte von 1833.     Rechts davon der entsprechende Ausschnitt von 1818.
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 38 und 39 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 38 und 39
Es fällt auf, dass zwischen der Ölmühle (38) und dem Wohnhaus (39) ursprünglich ein weiteres Gebäude stand.

Bis dato konnten zu dieser Ölmühle keine weiteren Quellen gefunden werde. Auf Grund der Lage kann zum Antrieb eigentlich nur Tierkraft in Frage kommen. So steht zu vermuten, dass ein Rundganggöpel verwendet wurde. Gemahlen wurde hier vermutlich Leinsamen, der reife Samen des Flachs.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Johann Balthes Käppler genannt, dem auch das Haus Nr.39 gehörte.

Vermutlich wurde das als Ölmühle bezeichnete Gebäude um 1850-52 abgerissen.

Im Schätzungsprotokoll von 1869 heist es nur: abgebrochen.

1897 kaufte der Lehrer Friedrich Pfeiffer das Grundstück, um sich hier einen Gemüsegarten einzurichten. Nach seinem Wegzug verkaufte er 1903 das Grundstück an die Gemeinde.

Lehrer Pfeiffer verkauft seinen Gemüsegarten - 1903
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 12.Juni 1903 findet sich folgendes:
Der von hier weggezogene Schullehrer Fr. Pfeiffer nun in Hessigheim hat sich im Jahr 1897 die Part No. 131./2. 2.Ar 96 qmeter Gemüsegarten und Hofraum vor dem Haus verkauft, weil für ihn ein Gemüsegarten in unmittelbarer Nähe seiner Behausung ein Bedürfnis war.
Nachdem nun Pfeiffer sich hat nach Hessigheim versetzen lassen ist die Parcele No 131./2. freih geworden und es hat der Gemeinderat auf betreiben des derzeitigen Lehrers K. Laiblin beschlossen, den fraglichen Gemüsegarten um einen annehmbaren Preis anzukaufen.
Nachdem Lehrer Laiblin aus eigenen Mittel dem Schullehrer Pfeiffer für die im Garten befindlichen Pflanzen Zwerkbäume, Steinobstbäume, etc. die Summe von 50M sich zu bezahlen verpflichtet hat, kan die bestellte Kaufskomission mit Pfeiffer um den Kaufpreis von 290M überein
Es wird deshalb heute
beschlossen
Die Parcel. No. 131./2 2Ar 96qmeter Gemüsegarten und Hofraum für die politische Gemeinde hier um den Preis von 290M zu erwerben und den Schultheiß Bort zu abschluß des Kaufvertrags und Entgegennahme der Auflassungserklärung zu ermächtigen

Hier befand sich später der Schulgarten.
Heute befindet sich das Grundstück im Besitz der Familie Braun.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 38

Nachtrag zum Primärkataster 1850-52

Nachtrag zum Primärkataster 1850-52, Haus 38 die Ölmühle

Nachtrag zum Primärkataster

Nachtrag zum Primärkataster 1877 Haus 38; die Ölmühle Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 38

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869