Verrenberg Historisch

Haus Nr. 38 / Öhlmühle in Verrenberg (Golbergstraße)

Früher war hier die Ölmühle in Verrenberg
auf dem leeren Platz oberhalb der Kirche war 1833 die Ölmühle
Haus 38 um 1670
auf der Zeichnung von 1670 ist hier ein Wohnhaus zu sehen
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 38 und 39
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 38 und 39
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort


Es fällt auf, dass zwischen der Ölmühle (38) und dem Wohnhaus (39) um 1818 noch ein weiteres Gebäude stand.

Bis dato konnten zu dieser Ölmühle keine weiteren Quellen gefunden werde. Auf Grund der Lage kann zum Antrieb eigentlich nur Tierkraft in Frage kommen. So steht zu vermuten, dass ein Rundganggöpel verwendet wurde. Gemahlen wurde hier vermutlich Leinsamen, der reife Samen des Flachs.

Vor 1808 hatten vermutlich die Eheleute Johann Georg Steinbach die Ölmühle. Als diese in diesem Jahr beide (kinderlos) starben, war vermutlich Rosina Barbara Dietrich geb. Scheifler die Erbin.
Ihr Mann war bereits anfang des Jahres verstorben, so dass sie in 2.Ehe Johann Balthas Käppler heiratete.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer eben dieser Johann Balthes Käppler genannt. 


Vermutlich wurde das als Ölmühle bezeichnete Gebäude um 1850-52 abgerissen.

Im Schätzungsprotokoll von 1869 heist es nur: abgebrochen.

1897 kaufte der Lehrer Friedrich Pfeiffer das Grundstück, um sich hier einen Gemüsegarten einzurichten. Nach seinem Wegzug verkaufte er 1903 das Grundstück an die Gemeinde.

Lehrer Pfeiffer verkauft seinen Gemüsegarten - 1903
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 12.Juni 1903 findet sich folgendes:
Der von hier weggezogene Schullehrer Fr. Pfeiffer nun in Hessigheim hat sich im Jahr 1897 die Part No. 131./2. 2.Ar 96 qmeter Gemüsegarten und Hofraum vor dem Haus verkauft, weil für ihn ein Gemüsegarten in unmittelbarer Nähe seiner Behausung ein Bedürfnis war.
Nachdem nun Pfeiffer sich hat nach Hessigheim versetzen lassen ist die Parcele No 131./2. freih geworden und es hat der Gemeinderat auf betreiben des derzeitigen Lehrers K. Laiblin beschlossen, den fraglichen Gemüsegarten um einen annehmbaren Preis anzukaufen.
Nachdem Lehrer Laiblin aus eigenen Mittel dem Schullehrer Pfeiffer für die im Garten befindlichen Pflanzen Zwerkbäume, Steinobstbäume, etc. die Summe von 50M sich zu bezahlen verpflichtet hat, kan die bestellte Kaufskomission mit Pfeiffer um den Kaufpreis von 290M überein
Es wird deshalb heute
beschlossen
Die Parcel. No. 131./2 2Ar 96qmeter Gemüsegarten und Hofraum für die politische Gemeinde hier um den Preis von 290M zu erwerben und den Schultheiß Bort zu abschluß des Kaufvertrags und Entgegennahme der Auflassungserklärung zu ermächtigen

Hier befand sich später der Schulgarten.
Heute befindet sich das Grundstück im Besitz der Familie Braun.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 38

Nachtrag zum Primärkataster 1850-52

Nachtrag zum Primärkataster 1850-52, Haus 38 die Ölmühle

Nachtrag zum Primärkataster

Nachtrag zum Primärkataster 1877 Haus 38; die Ölmühle Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 38

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
HZA Ba 115 Bd 1182 Amtsrechnungen 1807/08