Verrenberg Historisch

Haus Nr. 47 in Verrenberg 1818 Nr.48 (Golbergstraße 14)


Zeichnung aus Bauplan 1902

Aufnahme von 1907

Aufnahme von 1918

Aufnahme von 2005

Aufnahme von 1965. Anlaß war das
Aufstellen des Kaugummiautomaten
Links der Eingang zum Laden
Rechts in die Gaststube.

Aufnahme aus den 1970er, Wirtschaft und Kaufladen
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 47
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1839; Haus Nr. 47
Urkataster von 1839

Lage des Haus im Ort


Das Schankrecht

Details zum Schankrecht allgemein und im Detail zu diesem Hof gibt es auf einer seperaten Seite.


Concession zum Kramhandel

Details zum Kramhandel allgemein und im Detail zu diesem Hof gibt es auf einer seperaten Seite.


Die Bewohner


Im Messbuch von 1818 wird ein Friedrich Reger genannt.
Ist damit der Sohn Johann Friederich Röger gemeint? Er bekommt 1829 einen Pfleger zugeteilt, obwohl er volljährig war. War er nur bedingt geschäftsfähig? Er heiratete 1829, bekam aber erst 1831 das Bürgerrecht.
Oder der Vater Johann Georg Friedrich Reger? Dieser war bereits 1808 verstorben. Damit hätte seine Witwe eingetragen werden müssen.
Sicher scheint zu sein, dass die Witwe des Johann Georg Friedrich Reger nach dessen Tot 1808 hierher zog.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurden als Eigentümer Johann Friederich Röger und Jacob Mäule genannt.

Es spricht einiges dafür, dass die Witwe Maria Magdalena Reger nach dem Tod ihres Mannes 1808 das (Halbe?) Haus kaufte. Sie wohnte zuvor vermutlich im Haus Nr.25.
Hat es Johann Friedrich Reger nach dem Tod seiner Mutter 1829 geerbt oder schon zuvor übernommen?

Eine Anfrage des Schultheisenamt Pfedelbach lässt vermuten, dass Jacob Mäule seine Haushälfte 1832 gekauft hatte.

1839 verkaufte der Sonnenwirth Franz Happold seine Hälfte der Scheune Nr.47 an Jacob Mäule.

1846 verkaufte Friederich Röger seine Hälfte des Hauses an Jacob Mäule um 350fl. Im Gemeinderatsprotokoll steht dazu, dass er "Wohnhausbaufälligkeitshalber veräussern" musste.

Ende 1853 wurde Jacob Mäule vergant und musste alles verkaufen. Er wanderte 1854 mit Frau und Tochter nach Amerika aus.

Da im Nachtrag des Urkatasters von 1854 Louis Merker von Pfedelbach als alleiniger Eigentümer eingetragen ist, wohnte wohl auch Friederich Röger nicht mehr hier.

Bereits ein Jahr später, 1855 wird Philipp Bühner (Speisewirth) als Besitzer nachgetragen. Schon 1857 bietet er es wieder zum Verkauf an. Es scheint aber, als wäre der Verkauf erst vier Jahre später erfolgt.

1859 wurde seine 1te Ehe geschieden und er lebte in einer Hälfte des Haus Nr.14 (wann?)


Ende 1858 bittet der neue Besitzer Johann Mornhinweg " ... um Concession zum Kramhandel, den sein Vorgänger Philipp Bühner bisher betrieben ..."

Der Nachtrag des Urkatasters von 1868-69 zeigt, dass Johann Mornhinweg der neue Eigentümer war. Er starb 1877 durch Selbstmord. Seine Witwe starb 1878.

In einem Nachtrag zum Feuerversicherungsbuch wird 1879 Wilhelm Friedrich Hüttinger als neuer Besitzer genannt. Da er bereits 1884 und seine Frau 1885 starben, stand das Haus wieder zum Verkauf.

Käufer war am 17.03.1885 der Pfedelbacher Kaufmann Jakob Hilbert. Er bezahlte 2900 Mark für folgendes:
- 1 zweistockiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller und Anbau
- 1 einstockige Scheuer von Stein und Fachwerk an No48A angebaut
- 1 einstockiger Schuppen auf Freipfosten
- 1 Backofen
- Hofraum mit Pumpbrunnen woran 5 Personen mit berechtigt

Eberhard Gottlob Apenzeller kaufte das Anwesen am 13.04.1885 um 3600 Mark, zog aber bereits 1886 zurück nach Backnang.
Das Haus hatte er am 31.05.1886 um 5000 Mark an Johann Georg Michael Kister verkauft. Dabei wird auch erwähnt, dass mit verkauft werden "... das sämtliche Wirtschafts Investar und Badeeinrichtung ..."

Aber Johann Georg Michael Kister verkaufte das Gasthaus bereits am 25.07.1888 an die Familie Philipp Jakob Werner um 5675 Mark.

Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird Philipp Jakob Werner erneut als Besitzer genannt.

1907 taucht erstmals das Gasthaus "Rose" auf einer Postkarte auf.

1911 ist dann der Sohn Otto Werner auf der Wirtschaft.
1918 wird er dann als "Rosenwirt" genannt. Nach seinem Tod heiratete die Witwe Friedrich Kühner. Dieser führte das Gasthaus weiter. In der linken Haushälfte betrieb die Familie Kühner später noch einen Kaufladen. Im Keller war früher eine Brennerei.
1987 wurde das ganze Anwesen an Peter Häußler verkauft.
Seit 1993 gibt es eine Eigentümergemeinschaft.


Bauliche Entwicklung

Zum Tanz wird geladen, Verrenberg 1847 Kartenausschnitt aus Karte von 1839; Haus Nr.47 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1854-55; Haus 47 Links: Anzeige aus dem "Hohenloher Bote" von 1847. Darin wird der Anbau als neuer Tanzboden benannt.
Mitte: Nachtrag im Urkataster, der den Anbau schematisch zeigt.
Rechts: Zeichnung aus dem Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55


1854-55 ist keine Veränderung sichtbar.

In diesem Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1854 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Gastwirth Bühner Wohnhaus 2stockig beide Holz und Riegelgemäuer südl. 1 steinerner Giebel Plattendach 27'
36'
7,6'/7,5'
18'
4. 3   1 -- 1 gew. Keller
1 Schmiede
Breit Ziegel südl. Seite Stein die andere Holz und Riegelgemäuer Schmiedte nicht gewölbt   --- 1200 IV 1500 alter Anschlag 1600f.
(18??)


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Mornhinweg Ein zweistockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach nebst Anbau 41'
29'
16,6'
10'

22,4'
14'
17,6'
15'
4. 3   1   1 gew. Keller
1 Schmiede
1 Dachboden
Ziegel südl. Umfassung wand Stein sonst gem. Fachwerk Schmiede Fundament gew. Keller u. Sockelmauern --- 2075 IV 2593,45 alter Anschlag 1200f.
(1854)


1868-69 wurde die Scheune von Johann Mornhinweg vergrößert.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Werner Jakob 2 stockiges Wohnhaus von ..... v. gem. Bauart unter Giebeldach 10,55
8,50
Erdg. 2,20
I.Stock 2,40
Dach 4,00
1 EG 2 I.Stock 2 I.Stock 1 EG 1 1 gew Keller
1 heizbares Gastzimmer
1/3 Schenke
1 Laden im heizbar 1 Magazin
Dachplatten .... Giebelseite bis zum Kehlgebälk von Stein, sonst von vorgem Fachwerk mit einerseits 20,0m anderseits 0,30m hohe Sockel Schuppenanbau der gew Keller, die Fundamente 5300     Alter ca. 50 Jahre Unterhaltung mittelmäßig. Unter nebigem Anschlag von 3300 M inbegriffen ist ein Abtrittgehäuse (ausgenommen die Grube
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Werner Jakob 2 stockigem Wohnhaus von gem Bauart auf hohem Sockel von Fachwerk unter einseitigem Giebeldach ohne eigene Wand angebaut 5,95
6,40
Souterrain 2,00
Erdg. 2,20
I.Stock 000/2,00
Dach 4,90/2,70
EG: 1 Gastnebenzimmer 2/3 Schenke   1 I.Stock     Souterrain: 1 offene
1 Schweinestall
Dachplatten unter 2m hohem Sockel von ausgem Fachwerk Halb offen u zusammenhang mit dem Schuppen Fundament u ein haupt Gemäuer im Souterrain 5300      

Haus 47 Verrenberg 1896 Haus 47 Verrenberg 1896 Haus 47 in Verrenberg
Bild links u Mitte: Skizzen der Situation von 1896
Bild rechts: zeigt den baulichen Zustand um 1907


1901-1902 heist es im Staatsarchiv Ludwigsburg (F 192 III Bü 2033): Vergrößerung eines Wohnhauses
In den Plänen ist der Verkaufsladen links im EG erkennbar. Wurde er bei dieser Gelegenheit neu eingerichtet, oder existierte er schon zuvor?





1911 wurden im Haus eine elektr. Lichtanlage mit 7 Glühlampen eingerichtet. Im anderen Teil des Wohnhauses waren es sogar 12 Glühlampen

1914 wurde am Haus Richtung Müller angebaut. Auch ein Abort und ein Schuppen kamen an das Haus ran. An der Scheuer wurde ein Schuppen angebaut und der Backofen vergrößert.

1928 wird im Haus das zweite Telefon im Ort erwähnt. Es war eine öffentliche Sprechstelle, die vermutlich aber nicht angerufen werden konnte
Telefonverzeichniss Verrenberg 1928

1939 wurde der große Saalanbau realisiert. Dazu wurde die erst 1914 angebauten Schuppen und der Backofen abgebrochen. An der Hausseite Richtung Müller wurde noch eine Treppe angebaut, die direkt zum neuen Saal führt.

1992 wird das Gasthausgewerbe abgemeldet.
1997 Umbau zu einem Mehrfamilienhaus.

Vermessungen


Messbuch 1818

Urkataster 1839

Zusatzkarte zum Urkataster 1839

Zusatzkarte zum Urkataster 1839; Haus Nr. 47

Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1854-55; Haus 47 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1854-55; Haus 47

Nachtrag zum Primärkataster, 1868-69

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1868-69; Haus 47 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1868-69; Haus 47

Nachtrag zum Primärkataster, 1914 und 1939

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1914; Haus 47 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1939; Haus 47
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1839
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Bü 2033
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1854
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Messbuch von 1818
Kreisarchiv Neuenstein: Der Hohenloher Bote; 1857