Verrenberg Historisch

Haus Nr. 55 in Verrenberg (Reblandstraße 7)

Haus Nr. 55 in Verrenberg
Aufnahme von 2005

Aufnahme von 1926

Aufnahme von 1962
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 55
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 55
Urkataster von 1833
Kartenausschnitt aus Karte von 1920; Haus Nr. 55
Karte mit Nachtrag
der baulichen Änderungen

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner


------------Beginn nicht gesicherter Erkenntnisse --------------------------

Die Initialen im Keller von 1688 können auf Hans Michael Weidmann hinweisen.
Wen dem so wäre, könnte die weitere Besitzerreihe so ausgesehen haben.
Sein Sohn Johann Thomas Weidmann und dann wieder der Sohn Johann Thomas Weidmann jun..
Die nächste Generation wäre dann Johann Michael Weidmann gewesen.

Die genannten Personen sind teilweise auf anderen Gebäuden nachgewiesen, so dass dies eben eine vage Arbeitsthese ist.

------------Ende nicht gesicherter Erkenntnisse ----------------------------

Laut den Amtsrechnungen von 1807 übergab Johann Michael Weidmann sein Gut an Peter Christoph Binhammer.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Peter Binhammer genannt.
Im "Verzeichnis aktiver Gemeinde Bürger" steht, dass Peter Binhammer das Bürgerecht durch Guts Ankauf 1807 bekommen hat.
Von wem hat er gekauft, wer war der Vorbesitzer?


1840 tauscht Peter Binhammer seinen Hof Nr.55 gegen den Hof Nr.53 von Johann Jacob Anton Hörger.
Der Hof Nr.55 war mit 1500fl., der Hof Nr.53 mit 500fl. veranschlagt worden, so dass Anton Hörger noch 1000fl. bezahlen musste.

Im Schätzungsprotokoll von 1854 wird Johann Jacob Anton Hörger als Eigner genannt.

Die Tochter Rosina Louisa Hörger heiratete 1860 Georg Kaspar Michael Schmelzle aus Büchelberg.
1907 taucht dann der Sohn Christian Schmelzle im Feuerversicherungsbuch (1896) als neuer Eigner auf.
Um 1948 ging der Hof auf den Sohn Johann Christian Michael Schmelzle über.

Heute wird der Hof von Klaus Schmelzle in der 4.ten Generation bewirtschaftet.

Die Scheune vorne rechts (Aufnahme von 1926) muss nach 1833 errichtet worden sein. 1957 wurde sie abgerissen und dieser Stelle eine neue gebaut (siehe Bild oben rechts).

Bauliche Entwicklung


Die Bilder unten zeigen die Inschriften über dem Kellereingang. Vermutlich ist sie so zu lesen:
1 6  H M  W M  88
Das würde bedeuten, dass der Keller 1688 errichtet wurde. Der Familienname des Erbauers würde vermutlich mit "M" beginnen. Wer war er?
Kellereingang linke Seite Haus Nr. 55 in Verrenberg Kellereingang rechts Seite Haus Nr. 55 in Verrenberg


------------Beginn nicht gesicherter Erkenntnisse --------------------------

These 1:
Eine mit "M" beginnende Familie, die uns aus den Kirchenbüchern bekannt ist und die vom zeitlichen Rahmen passen würde, ist die Familie Mössner.
Trotzdem scheint diese These recht unwahrscheinlich. Der letzt Eintrag zur Familie findet sich im Eheregister von 1650. Danach verschwindet die Familie aus den Verrenberger Kirchenbücher.

These 2:
Die zweite Familie, die passen könnte ist die Familie Meisner. Aber hier passen die Initialen der Vornahmen nicht.

These 3:
Das Haus war geteilt und es handelt sich um die Initialen zweier Familien, wobei erst Nachname, dann Vorname verwendet wurde.
Also HM und WM.
Als Familienname kommt bei H nur Hammel in Frage. Aber hier passen die Vornamen nicht.
Als Familienname kommt bei W Weidmann in Frage. Vielleicht Hans Michael Weidmann (1644-1729)



------------Ende nicht gesicherter Erkenntnisse ----------------------------

1854 wurde die alte Scheune (55a) abgebrochen und an gleicher Stelle eine Größere neu errichtet. Auch ein Waschhaus (55b) wurde am Ortsweg neu gebaut.

Im Schätzungsprotokoll von 1854 entsprechen die Maase des Hauses denen von 1869. Es sind jedoch 2 heizbare und 2 gewöhnliche Kammern vorhanden.

Im Schätzungsprotokoll von 1861 haben das Haus und die Scheune (ohne Anbau) die Maase wie 1869.

1862-63 wurde dann eine Wagenhütte gebaut.

1866 wurde die Scheune (55a) bedeutend erweitert und an der nördlichen Seite eine Streuhütte angebaut. Das Waschhaus fiel weg.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Michael Schmelzle Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 41,5'
31'
9,5'
18'
1.   3 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 4 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament gew: Keller u. Sockelmauern --- 1450 IV 1812,30 alter Anschlag 850f.
(1861)

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Michael Schmelzle Eine einstockige Scheuer von Stein und Fachwerk mit Giebeldach nebst

Anbau ebenso

1 Renise von Fachwerk mit Pultdach
65,5'
32,8'
12,5'
22'

37'
36'
12,5'
22

26'
15'
10'
16'
          2 Tenne
2 Bare
1 Doppelstall

1 Tenne
2 Bare

1 Remise
Ziegel Im Stock 8' hoch sonst gem. Fachwerk

8' hoch Stein s gem. Fachwerk

gem. Fachwerk
  Fundament u. Sockelmauern --- 1450

1200

150
IV 1812,30 alter Anschlag 1100f./1100f./125f.
(1868)

ein noch älterer Anschlag von 18?? 1000f. umfasst Scheune u Anbau

1875 war dann das Wohnhaus dran, es wurde vergrößert.

1883-84 wurde an das Wohnhaus ein Backofen und ein Abtritt angebaut. Die 1867 angebaute Streuhütte und ein Teil der Scheune wurde abgerissen, um an dieser Stelle den Scheunenteil neu und größer zu errichten.

1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus an der Bitzfelderstraße von gemischter Bauart unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 4800 Mark.

Skizze des Hofes No 55 in Verrenberg um 1896
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Schmelzle Michael, Landwirt 1 stockiges Wohnhaus an der Bitzfelder Straße v, gem. Bauart unter Giebeldach 17.90
8.90
Sout. 2.10
Erdg. 2.45
Dach 5.70
2 EG 3 EG 4 Dachboden 1 EG   1 gew Keller
1 Remise
1 Schweinestall
1 Backküche
Dachplatten Beschaffung von Stein, Giebel von ausgem Fachwerk 0 Der gew. Keller u. das einhäupfige Gemäuer im Souterrain (Vorbem, Ziff1) 4800 III 4800 Im Jahr 1871 durchgreifend verbessert, und Umfassungswände erneuert. Unter neb Anschlag von 4800M inbegriffen ist: 1 Backofen ausgenommen das Gemäuer unterm Grund Anschlag 100M 1 Abtrittgehäuse, ausgenommen die Grube Anschlag 40M 1 steinerne Vortreppe mit eis. Geländer ausgen. Fundamente Anschlag 70M
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Schmelzle Michael, Landwirt 1 stockige Scheuer von Fachwerk unter Giebeldach 9.90
9.50
3.70
Dach 6.00
          2 Tennen
1 Bare
Dachplatten ausgemauertes Fachwerk Zusammenhang mit dem Schuppen Fundamente 1680 IV 2100 Alter ca. 150 Jahre
Unterhaltung gut
Unter neb Anschlag von 1800M inbegriffen ist
1 Sprungstand Anschlag 40M
1 Abtrittgehäuse Anschlag 20M
1 Futterschneidmaschiene Anschlag 60M
Zus 120M
Der Göppel befindet sich im Freien, die Dreschmaschiene ist fahrbar,
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Scheunenanbau
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockigen 1866 erbauten Scheueranbau von gem Bauart unter Giebeldach ohne eigene Construktion angebaut 10.70
9.90
3.70
Dach 6.00


          Ennne u Bare verlängerung Dachplatten 1/3tel stein 2/3tel ausgem Fachwerk Zusammenhang mit dem Schuppen Fundamente 1800      
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Viehhaus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Schmelzle Michael Landwirt 1 stockigem 1883 erbauten Viehhaus v .gem Bauart ohne eigene Wand angebaut 13.00
11.90
4.00
Dach 6.00
          1 Tenne
1 Doppelstall
darüber Bare
Dachplatten Stallwände von Stein sonsten ausgem Fachwerk Zusammenhang mit dem Schuppen Uebertrag u Fundamente u. stein. Bodenbelag im Stall 3800      
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Schuppen
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockigem Schuppen auf Freipfosten unter Pultdach ohne eigene Construktion am Scheuernanbau angebaut 9.65
2.30
2.20
Dach 2.10
          1 Trockenschuppen für Taback Dachplatten offen offen Fundamente 100      

1913 baute man dann eine zweite große Scheuer. Die Remise wurde um eine Wagenremise erweitert und an die neue Scheune gleich noch ein Hühnerstall angehängt.
Diese "neue" Scheune wurde 2005 wieder abgebrochen.

1914 wurde im Haus eine elektr. Anlage mit 3 Glühlampen eingebaut.

1925 wird im Zusammenhang mit einer vermeintlichen Wohnungsnot in den Gemeinderatsprotokollen erklärt, dass "bei Joh. Schmelzle hier eine freie 4 Zimmer Wohnung vorhanden ist".

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1854-55; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1854-55; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1862-63

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1862-63; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1862-63; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1867-68

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1867-68; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1867-68; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1875-76

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1875-76; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1875-76; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1883-84

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1883-84; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1883-84; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1913

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1913; Haus 55

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1854
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
HZA Ba 115 Bd 1181 Amtsrechnungen 1806/07