Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.55 in Verrenberg

Links: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Mitte: Karten von 1818 und ca.1920   Rechts: Aufnahme von 2005
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 55 Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 55 Kartenausschnitt ca. 1877; Haus Nr. 55 Haus Nr. 55 in Verrenberg

Die Bewohner

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Peter Binhammer genannt.

1840 tauscht Peter Binhammer seinen Hof Nr.55 gegen den Hof Nr.53 von Johann Jacob Anton Hörger.
Der Hof Nr.55 war mit 1500fl., der Hof Nr.53 mit 500fl. veranschlagt worden, so dass Anton Hörger noch 1000fl. bezahlen musste.

Im Schätzungsprotokoll von 1854 wird Johann Jacob Anton Hörger als Eigner genannt.

Die Tochter Rosina Louisa Hörger heiratete 1860 Georg Kaspar Michael Schmelzle aus Büchelberg.
1907 taucht dann der Sohn Christian Schmelzle im Feuerversicherungsbuch (1896) als neuer Eigner auf.
Heute wird der Hof von Klaus Schmelzle in der 4.ten Generation bewirtschaftet.

Die Scheune vorne rechts (Aufnahme von 1926) muss nach 1833 errichtet worden sein. 1957 wurde sie abgerissen und dieser Stelle eine neue gebaut (siehe Bild oben rechts).

Bauliche Entwicklung

Aufnahme von 1926    Haus Nr. 55 in Verrenberg

Die Bilder unten zeigen die Inschriften über dem Kellereingang. Vermutlich ist sie so zu lesen:
1 6  H M  W M  88
Das würde bedeuten, dass der Keller 1688 errichtet wurde. Der Familienname des Erbauers würde vermutlich mit "M" beginnen. Wer war er?
Kellereingang linke Seite Haus Nr. 55 in Verrenberg Kellereingang rechts Seite Haus Nr. 55 in Verrenberg

1854 wurde die alte Scheune (55a) abgebrochen und an gleicher Stelle eine Größere neu errichtet. Auch ein Waschhaus (55b) wurde am Ortsweg neu gebaut.

Im Schätzungsprotokoll von 1854 entsprechen die Maase des Hauses denen von 1869. Es sind jedoch 2 heizbare und 2 gewöhnliche Kammern vorhanden.

Im Schätzungsprotokoll von 1861 haben das Haus und die Scheune (ohne Anbau) die Maase wie 1869.

1862-63 wurde dann eine Wagenhütte gebaut.

1866 wurde die Scheune (55a) bedeutend erweitert und an der nördlichen Seite eine Streuhütte angebaut. Das Waschhaus fiel weg.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Michael Schmelzle Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 41,5'
31'
9,5'
18'
1.   3 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 4 Kammern
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament gew: Keller u. Sockelmauern --- 1450 IV 1812,30 alter Anschlag 850f.
(1861)

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Michael Schmelzle Eine einstockige Scheuer von Stein und Fachwerk mit Giebeldach nebst

Anbau ebenso

1 Renise von Fachwerk mit Pultdach
65,5'
32,8'
12,5'
22'

37'
36'
12,5'
22

26'
15'
10'
16'
          2 Tenne
2 Bare
1 Doppelstall

1 Tenne
2 Bare

1 Remise
Ziegel Im Stock 8' hoch sonst gem. Fachwerk

8' hoch Stein s gem. Fachwerk

gem. Fachwerk
  Fundament u. Sockelmauern --- 1450

1200

150
IV 1812,30 alter Anschlag 1100f./1100f./125f.
(1868)

ein noch älterer Anschlag von 18?? 1000f. umfasst Scheune u Anbau

1875 war dann das Wohnhaus dran, es wurde vergrößert.

1883-84 wurde an das Wohnhaus ein Backofen und ein Abtritt angebaut. Die 1867 angebaute Streuhütte und ein Teil der Scheune wurde abgerissen, um an dieser Stelle den Scheunenteil neu und größer zu errichten.

1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus an der Bitzfelderstraße von gemischter Bauart unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 4800 Mark.

1913 baute man dann eine zweite große Scheuer. Die Remise wurde um eine Wagenremise erweitert und an die neue Scheune gleich noch ein Hühnerstall angehängt.
Diese "neue" Scheune wurde 2005 wieder abgebrochen.

1914 wurde im Haus eine elektr. Anlage mit 3 Glühlampen eingebaut.


Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1854-55; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1854-55; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1862-63

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1862-63; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1862-63; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1867-68

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1867-68; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1867-68; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1875-76

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1875-76; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1875-76; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1883-84

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1883-84; Haus 55 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1883-84; Haus 55

Nachtrag zum Primärkataster, 1913

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1913; Haus 55

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1854
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869