Verrenberg Historisch

Haus Nr. 57 in Verrenberg (Reblandstraße 4)

Haus Nr. 57 in Verrenberg
Aufnahme von 2005

Aufnahme aus den 1930er Jahre
Vermutlich Familie Görz

Aufnahme des Sandsteins über dem Kellereingang
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 57
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 57
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

Vermutlich war Johann Georg Wieland der Erbauer (1781) und damit erster Bewohner.
Nächster Besitzer müsste sein gleichnamiger Sohn gewesen sein.
Am 15.August 1822 fand eine Zwangsversteigerung des Hofes statt. Joseph Scheufler aus Unterohrn kaufte das Guth um 426fl. Konnte er von diesem den Hof zurückkaufen, oder eine andere Vereinbarung treffen?
Vermutlich war dies der Auslöser für den dreifachen Hoftausch im folgenden Jahr. In dessen Folge hatte Johann Georg Wieland einen kleineren Hof und 331fl. mehr. Somit konnte er seine Schulden bezahlen.

1823 kam es zu einem "Hoftausch mit drei Parteien". Johann Georg Wieland brachte diesen Hof Nr.57 in den Tausch ein und hatte dann den Hof Nr.5.

Genaueres zum Hoftausch findet sich in der Beschreibung des Haus Nr.59.
Neuer Eigner müsste dann Johann Friedrich Braun gewesen sein. Dieser zog 1829 nach Dimbach.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Joseph Wenninger genannt.
Seine einzige Tochter heiratete 1862 nach Schwöllbronn. Blieb er alleine auf seinem Hof, oder verkaufte er ihn in diesem Jahr und ging mit seiner Tochter? 1861 war er im Schätzungsbuch noch als Besitzer genannt worden.

Vermutlich um 1868 kaufte Ernst Baumgärtner das Haus. Aber bereits 1872 ging er als Bahnwärter nach Untereppach.

Laut Schätzungsprotokoll kaufte Christian Görz noch im selben Jahr das Anwesen. Im Nachtrag zum Feuerversicherungsbuch von 1896 lesen wir, dass sein Sohn Jakob Görtz ab 1920 auf dem Hof war.
Dessen Tochter Lina Pauline Görz heiratete 1952 Karl Kühnle von Heimbach (Kreis SHA).
Dessen Sohn Fritz Kühnle übernahm dann später das Haus.

Bauliche Entwicklung

1684 wird bei der Beschreibung des Nachbarhofes Nr. 61 dieser Platz als "öde Hofstatt" beschrieben. Es müsste hier also zuvor schon einmal ein Haus gestanden sein. Besteht ein Zusammenhang zu einem heute verfüllter gewölbter Keller? Dieser liegt am Hang und war in den Berg hinein gebaut. Da ich den Keller nie sehen konnte, ist es reine Spekulation, aber diente er vielleicht auch dazu im Winter gebrochenes Eis bis in den Sommer zu erhalten?

Die Inschrift des Sandsteines oben lässt vermuten, dass das Haus 1781 erbaut wurde.
Vermutlich stehen die Initialen "JGW 1781" für Johann Georg Wieland. Sein Schwiegervater Johann Leonhard Beyerbach hatte um 1740 diesen damals noch öden Platz laut Beschreibung des Hauses Nr.61 von 1740).

1854 will Joseph Wenninger seine Wagenhütte erneuern.
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 05.Januar 1854 liest sich das so:

Joseph Wenninger von hier bittet um die Erlaubniß, seinen im Hofe befindliche Wagenhütte welche auf freiposten ruht und schadhaft ist eine derartige etwas erhöht als diese wieder aufzustellen der einzige Nachbar ist Michael Kipf welcher erklärt, er habe gegen das Gesuch des Joseph Wenninger nichts zu erinnern
Beschluß
Dem vorliegenden Gesuche unter der Bedingung zu entsprechen, daß sich Wenninger genau an die von dem Local Feuerschauer Baier in Oehringen gegebenen Vorschriften halte


1868-69 wurde die Wagenhütte von Ernst Baumgärtner etwas vergrößert.

Zeichnung Haus 57 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Ernst Baumgärtner Ein einstockiges Wohnhaus mit hohem Sockel nebst angebauter Scheuer von Fachwerk mit Giebeldach nebst angebautem Schweinestall von Stein und Fachwerk mit Pultdach 32'
27,5'
9,5'
16'

36'
27,5'
12'
16'

10'
9,5'
6'
5'
1.   2 1   2 Dachböden mit 2 Kammern

1 Tenne
2 Barn
1 Stall

1 Schweinestall
Ziegel gem. Fachwerk

Auf Stall höhe u Anfang Stein sonst gem. Fachwerk

Stein
  Fundament u. Sockelmauern --- 875

500

50
IV 1093,45

625

62,30
alter Anschlag 650f./475f./--
(1861)

Skizze des Hofes Nr 57 in Verrenberg 1896 Skizze des Hofes Nr 57 in Verrenberg um 1896
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Görtz Christian Bauer u Amts Diener 1 stockiges 1781 erb. Wohnhaus an der Bitzfelder Straße von Fachwerk auf hohem Sockel 6.45
7.95
Sout. 2.60
Erdg 2.30
Dach 4.80
1 EG   1 EG
2 Dachboden
1 Dachboden   1 geb Keller
1 Backstube
Dachplatten Unter Sockel von ausgem Fachwerk Das Dach des Schweinestalles erreicht das Hauotdach, Decke der Backküche nicht vergipst Fundamente u einhäuptiges Gemäuer im Souterrain 2280     Alter 115 Jahre. Unterhaltung mittelmäßig. unter neb Anschlag von 1920M inbegriffen ist: 1 Backofen, ohne Gemäuer unter dem Herd, im Anschlag von 100M 1 stein. Vortreppe ausgem Die Fundamente Anschlag 60M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockiger scheuer unter gleichem Dach, ohne eigene Wand angebaut 11.80
7.95
3.60
Dach 4.80
    1   1 1 Tenne
2 Bare mit 1 Remise
Dachplatten Auf Stallhöhe von Stein, sonst von ausgem Fachwerk Zusammenhang mit dem Schweinestall Mauern unter Tennebodenebene u der stein. Bodenbelag im Stall 1800      


1904 wird im Gemeinderatsprotokoll von einer Verbesserung des Hauses gesprochen.

1926 erweiterte Jakob Görtz die Scheune.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 57

Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1854-55; Haus 57 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1854-55; Haus 57

Nachtrag zum Primärkataster, 1868-69

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1868-69; Haus 57 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1868-69; Haus 57

Nachtrag zum Primärkataster, 1926

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1926; Haus 57

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869