Verrenberg Historisch

Haus Nr. 59 in Verrenberg (Reblandstraße 1)


Aufnahme 2015

Aufnahme 2017

Aufnahme 1926

Aufnahme 1962
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 59
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 59
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort



Bauliche Entwicklung

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.28) heist es:
"Ein altes Häußlein, Scheuerlein ..."

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.236) heist es:
"Ein Neues Hauß und Scheuren an einander gebauet ..."
Es dürfte also kurz vor 1740 erbaut worden sein.

Von 1818 bis 1833 wurde ein Schweinestall, ein Backofen und ein Anbau zur Scheune errichtet.


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich Spengler Ein einstockiges Wohnhaus mit Scheuer unter einem Dach von Fachwerk mit Giebeldach nebst einer angebauten einstockigen Remise von Fachwerk mit Pultdach 40'
27,3'
9,5'(Haus)
13'(Scheuer)
15'

10,5'
7'
6'
6'
1.   1 1 1 2 geb. Keller
1 Tenne
1 Schweinestall

1 Remise
Ziegel der östl. Giebel Stein sonst gem. Fachwerk

gem. Fachwerk
  Fundament Keller u. Sockelmauern --- 650

50
IV 812.30

62,30
alter Anschlag 200f./--
(1861)


1875-76 wurde das Wohnhaus zweistockig. Das Haus und Scheune wurden aufgestockt, bzw. vergrößert.


Skizze des Hof Nr 59 in Verrenberg 1896 Skizze des Hof Nr 59 in Verrenberg 1896
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Rüger Heinrich, Bauer 2 stockiges Wohnhaus an der Bitzfelder Straße von gem Bauart unter Giebeldach 5.90
7.90
Sout 2.00
Erdg 2.40
Dach 3.80
1 I.Stock   1 I.Stock
1 Dachboden
1 I.Stock 1 Viehstall u 1 Futtergang Dachplatten Erdgeschoß von Stein sonst von ausgem Fachwerk Backofen ohne Kamin, der Rauch zieht offen durch die Küche zum Kamin des Herds Fundamente v einhäupliger Gemäuer im Erdgeschoß, sowie der Stein Bodenbelag im Stall 1520     Alter ca. 150 Jahre Unterhaltung mittelmäßig. Unter neb Anschlag von 1520M inbegriffen ist:
1 Backofen mit Schweinestall, ausgen die Fundamente Anschlag 200M
1 stein Vortreppe mit eis Geländer ausgenommen die Fundamente Anschlag 60M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockiger Scheuer unter gleichem Dach ohne eigene Wand angebaut 9.80
7.90
3.80
Dach 3.80
    1     1 Tenne
2Bare mit
gew Keller
Dachplatten ausgem Fachwerk; zusammenhang mit dem Wohnhaus der gewölbte Keller u die Mauern unter Tenneboden Ebene 1320      



Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.34a) wird Hannß Michel Geyger als Eigentümer genannt.

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.236) wird dann sein Schwiegersohn  Lorenz Braun als Eigentümer genannt. Vermutlich verkaufte er das Gut an seinen Sohn Johann Joseph Braun.
Wiederum dessen Sohn Johann Friedrich Braun wird in einem Nachtrag von 1800 als Eigner genannt.

Im November 1823 gibt es einen "seltsamen Hoftausch"!
Schritt 1 Johann Friedrich Braun (Haus Nr.59) und Johann Georg Wieland (Haus Nr.57) tauschen ihre Höfe. Johann Friedrich Braun muss zu dem Tausch noch 226fl. an Johann Georg Wieland bezahlen.
Schritt 2 Johann Georg Wieland tauscht sein von Johann Friedrich Braun (in Schritt 1) eingetauschten Hof Nr.59 mit Christoph Braun (Haus Nr.5 oder 6).
Christoph Braun muss zusätzlich 105fl. an Johann Georg Wieland bezahlen.
Hier der Versuch einer Zusammenfassung nach dem Tausch:
Johann Friedrich Braun: Ursprünglich Hof Nr.5. Er war nun auf dem ehemaligen Hof (Haus Nr.57) von Johann Georg Wieland und um 226fl ärmer. Er hat nun den "wertvollsten" der drei Höfe.

Johann Georg Wieland: Ursprünglich Hof Nr.57 .Er war nun auf dem ehemaligen Hof (Haus 5 oder 6) von Christoph Braun und um 331fl reicher. Er hat nun den "kleinsten" der drei Höfe.

Christoph Braun: Ursprünglich Hof Nr.59 .Er war nun auf dem ehemaligen Hof (Haus Nr.59) von Johann Friedrich Braun und um 105fl. ärmer.


Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Christoph Braun genannt.
1851 heiratete Georg Anton Michael Spengler die Witwe des Christoph Braun.
Die Tochter aus 1.Ehe, Barbara Braun, kaufte 1863 aus Anlass ihrer Heirat mit Christian Friedrich Johann Spengler, den Hof.

Aus dieser Ehe ging die Tochter Katharina Spengler hervor, die 1893 Heinrich Friedrich Rüger heiratet.
Um 1947 ging der Hof dann auf den Sohn Wilhelm Rüger über.
Heute wohnt hier die Familie Hohl.


Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 59

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800 Seite 236

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 59

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 59

Nachtrag zum Primärkataster, 1873-74

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 59 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 59

Nachtrag zum Primärkataster, 1875-76

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1875-76; Haus 59 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1875-76; Haus 59

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869