Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.59 in Verrenberg

Links: Aufnahme von 1926 mit Haus 48 im Vordergrund und Haus 49 im Hintergrund
Mitte: Karte von 1818    Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.    Kartenausschnitt 1818Aufnahme 1926; Haus Nr. 59 Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 59 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 59

Bauliche Entwicklung

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.28) heist es:
"Ein altes Häußlein, Scheuerlein ..."

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.236) heist es:
"Ein Neues Hauß und Scheuren an einander gebauet ..."
Es dürfte also kurz vor 1740 erbaut worden sein.

Von 1818 bis 1833 wurde ein Schweinestall, ein Backofen und ein Anbau zur Scheune errichtet.


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich Spengler Ein einstockiges Wohnhaus mit Scheuer unter einem Dach von Fachwerk mit Giebeldach nebst einer angebauten einstockigen Remise von Fachwerk mit Pultdach 40'
27,3'
9,5'(Haus)
13'(Scheuer)
15'

10,5'
7'
6'
6'
1.   1 1 1 2 geb. Keller
1 Tenne
1 Schweinestall

1 Remise
Ziegel der östl. Giebel Stein sonst gem. Fachwerk

gem. Fachwerk
  Fundament Keller u. Sockelmauern --- 650

50
IV 812.30

62,30
alter Anschlag 200f./--
(1861)


1875-76 wurde das Wohnhaus zweistockig. Wurden Haus und Scheune komplett neu gebaut, oder nur aufgestockt, bzw. vergrößert?

1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohnhaus an der Bitzfelderstraße, von gemischter Bauart unter Giebeldach."
Der Versicherungsanschlag betrug 1520 Mark.


Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.34a) wird Hannß Michel Geyger als Eigentümer genannt.

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.236) wird Lorenz Braun als Eigentümer genannt.
In einem Nachtrag von 1800 wird Johann Friedrich Braun als Eigner genannt.

Im November 1823 gibt es einen "seltsamen Hoftausch"!
Schritt 1 Johann Friedrich Braun (Haus Nr.59) und Johann Georg Wieland (Haus Nr.57) tauschen ihre Höfe. Johann Friedrich Braun muss zu dem Tausch noch 226fl. an Johann Georg Wieland bezahlen.
Schritt 2 Johann Georg Wieland tauscht sein von Johann Friedrich Braun (in Schritt 1) eingetauschten Hof Nr.59 mit Christoph Braun (Haus Nr.5 oder 6).
Christoph Braun muss zusätzlich 105fl. an Johann Georg Wieland bezahlen.
Hier der Versuch einer Zusammenfassung nach dem Tausch:
Johann Friedrich Braun: Er war nun auf dem ehemaligen Hof (Haus Nr.57) von Johann Georg Wieland und um 226fl ärmer. Er hat nun den "wertvollsten" der drei Höfe.

Johann Georg Wieland: Er war nun auf dem ehemaligen Hof (Haus 5 oder 6) von Christoph Braun und um 331fl reicher. Er hat nun den "kleinsten" der drei Höfe.

Christoph Braun: Er war nun auf dem ehemaligen Hof (Haus Nr.59) von Johann Friedrich Braun und um 105fl. ärmer.


Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Christoph Braun genannt.
1851 heiratete Georg Anton Michael Spengler die Witwe des Christoph Braun.
Die Tochter aus 1.Ehe, Barbara Braun, kaufte 1863 aus Anlass ihrer Heirat mit Christian Friedrich Johann Spengler, den Hof.

Aus dieser Ehe ging die Tochter Katharina Spengler hervor, die 1893 Heinrich Friedrich Rüger heiratet.

Heute wohnt hier die Familie Hohl.


Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 59

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800 Seite 236

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 59

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 59

Nachtrag zum Primärkataster, 1873-74

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 59 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1873-74; Haus 59

Nachtrag zum Primärkataster, 1875-76

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1875-76; Haus 59 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1875-76; Haus 59

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869