Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.62 in Verrenberg

Links: Bild von 2005; Sandstein in der Scheune    Mitte: Karte von 1818
Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Haus 62 in Verrenberg Inschrift in Scheune 62a in Verrenberg Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 62 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 62

Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1628 ("Steuerliste" S.620a) ist an dem Platz, wo später (1818) die Scheune 62 steht noch ein eigenständige Hofstelle verzeichnet:
Es wird Michel Schenckhel als Eigentümer genannt. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
"1 Wiesendt Pfennig und"
"1 Faßnachthun"
Als Nachfolger ist Hannß Michel Waidtmann verzeichnet.

Im Lagerbuch von 1628 ("Steuerliste" S.645a) wurde Peter Hettenbach als Eigentümer genannt. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
"1 Faßnachthun"
Als Nachfolger ist Hannß Michel Waidtmann verzeichnet.

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.36b) wurde Hannß Michel Waidtmann als Eigentümer genannt. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
1 Faßnachthun"

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.275) wird Hannß Georg Wenninger als Eigentümer genannt. Er hatte den Hof im Jahr seiner Hochzeit 1722 übernommen. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
12 Kreuzer "Vor eine Faßnachthun"

1758 wurde sein Sohn Johann Peter Wenninger Mitbesitzer.

1827 verkauft Johann Peter Wenninger den Hof an seinen gleichnamigen Sohn Johann Peter Wenninger um 2200fl.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Peter Wenninger (der Sohn, 3ter Johann Peter in Folge - 1796 geboren) genannt.
Im Schätzungsprotokoll von 1855-56 wird sein Schwiegersohn Johann Georg Haußler als Besitzer genannt.
Ab 1884 war dessen Sohn Johann Friedrich Haußler auf dem Hof. Wiederum dessen Sohn Friedrich Haußler dürfte um 1912 die Hofstelle bekommen haben.
Der letzte der Familie auf dem Hof war Karl Haußler.

Seit ca. 1970 ist das Haus im Besitz der Familie Munsch.

Bauliche Entwicklung

Die Häuser 61 und 62 in einer schematischen Darstellung Die Nummern auf dem Bild links beziehen sich auf die Zeit ab 1818!
Das Haus Nr.61 (roter Hintergrund) gehörte 1628 zu einem Hof, der damals an der Stelle der Scheune 62 (blauer Hintergrund) stand.
Auf der grün hinterlegten Fläche war das Haus des Hofes Nr.62. Stand Scheune zur Hälfte auf dem eigenen Hofplatz, zur anderen Hälfte auf der des Nachbarn (blau hinterlegte Fläche)? Oder hatte Peter Hettenbach lediglich die Hälfte der Scheune seines Nachbarn ?
Erst später kam die blau hinterlegte Fläche zum Hof dazu.



Im Lagerbuch von 1628 heist es:
"Gibt von seinem Häuslein, Hofrecht, halb Viertel Graßgarten, und seiner halben Scheuren ..."

In den Lagerbüchern von 1684 und 1740 wird von "Seinem Hauß, Hofrecht, Scheuren ..." gesprochen. So dass zu vermuten ist, dass das 1896 abgebrochene Haus und die 1922 erneuerte Scheune in dieser Form bereits 1684 standen.

Zwischen 1818 und 1833 wurde am Wohnhaus ein Backofen angebaut.
1854-55 wurde ein Anbau an die Scheune errichtet.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Haußler Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 47'
27'
8,5'
15'
1.   3 1   2 Dachböden mit 4 Kammern
1 gew. Keller
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament gew. Keller u. Sockelmauern --- 1200 IV 1500 alter Anschlag 675f.
(1861)

1895 wurde das alte Wohnhaus abgebrochen und an seiner Stelle ein neues errichtet. Seitlich wurde daran ein Backhaus und ein Backofen angebaut. Hinter dem Haus wurde eine Remise und ein Bienenstand gebaut.
1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein einstockiges 1895 erbautes Wohnhaus in der Hillergasse von Fachwerk mit Kniestock und Giebeldach."
Der Versicherungsanschlag betrug 4860 Mark.
1911 wurde eine elektr. Lichtanlage mit drei Glühlampen eingebaut.
1896 wird die Scheune so beschrieben:
"Eine einstockige Scheuer in der Hillergasse von gemischter Bauart und Giebeldach."
Der Versicherungsanschlag betrug 3000 Mark.

1922/23 wurde die Scheune von Fritz und Rösle Haußler neu erbaut (siehe Inschrift im Sandstein der Scheune).

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628 (Haus 62)

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 62

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628 (1833 steht hier die Scheune 62)

Nst: Ba 55 / Bd 75; später Scheune 62

Die Häuser 61 und 62 auf einer Zeichnung von 1670

Die Häuser 61 und 62 auf einer Zeichnung von 1670

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 62

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 62

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 62

Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1854-55; Haus 62 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1854-55; Haus 62

Nachtrag zum Primärkataster, 1896

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1896; Haus 62 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1896; Haus 62

Nachtrag zum Primärkataster, 1914

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1914; Haus 62 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1914; Haus 62

Nachtrag zum Primärkataster, 1923

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1923; Haus 62

 

Quellennachweis.

Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869