Verrenberg Historisch

Haus Nr. 64 in Verrenberg (An der Steige 3)


Aufnahme von 1962 aus Richtung Golberg

Aufnahme vermutlich aus den 1930er Jahren

Aufnahme vermutlich aus den 1940er Jahren

Aufnahme vermutlich aus den 1970er Jahren

Aufnahme von 2005
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 64
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 64
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner


Vermutlich 1794 kaufte Johann Michael Zöller dieses Gut, nachdem er wegen Überschuldung den Hof Nr.17 verkaufen musste.
1804/05 wollte er das Haus auf seinen gleichnamigen Sohn übertragen, was aber vom Gemeinderat mit Hinweis auf seine Schulden von  400fl. abgelehnt wurde.
Daraufhin wurde der Hof an Georg Michael Zentler verkauft.

1817 verkaufte Georg Michael Zentler seinen Hof an seinen Schwiegersohn Johannes Frank um 1800fl.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer sein Schwiegersohn Johannes Frank genannt. Er und seine Frau starben 1855.

1846 vereinbarte Johann Frank mit seinem Schwiegersohn Wilhelm Fröhlich einen "Guts-Uebergabe und Leibrenten Vertrag".
Nach dem Tod seiner Frau im März 1851 zog Wilhelm Jacob Fröhlich nach Michelbach.
Der Hof ging auf den Schwager Johann Philipp Frank über.

Im Schätzungsprotokoll von 1861 wird Johann Philipp Frank als Besitzer genannt. Bereits 1856-57 war er Eigner der Scheune 64B.
Er musste den Hof 1866 verkaufen.

Neuer Eigner war Johann Spengler. Er wird im Schätzungsprotokoll von 1869 wieder als Hofeigner genannt. 1876 baute er das Haus Nr.75.

Der Nachtrag von 1877 nennt die Witwe Rosina Layh als neue Besitzerin.

Am 28.Juni 1886 verkaufte die Witwe Rosina Layh das Haus um 2100 Mark an Johann Friedrich Christoph Schumacher.
Die Liegenschaft wird so beschrieben:
- 1 einstockiges Wohnhaus
- 1 Scheuer unter einem Dach mit 2 Barn
- Hofraum mit Bronnen
- 12ar 95qm Wiesen





Im Feuerversicherungsbuch von 1896 steht Johann Friedrich Christoph Schumacher erneut als Besitzer.
Ihm folgte sein Sohn Friedrich Schumacher. Danach der gleichnamige Sohn Friedrich Schumacher.

Ende des 20.Jahrhunderts lebte hier die Familie Friedrich Schumacher.


Bauliche Entwicklung

Zwischen 1818 und 1833 wurde ein Backofen am Haus angebaut. Auch wurde auf der gegenüber liegenden Straßenseite die Scheune 64A erbaut.
1850-52 wurde ein Keller mit einer darüberliegenden Remise gebaut. Wann wurde dieses Gebäude an die Familie Bort verkauft? Um 1900?


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Spengler Ein zweistockiges Wohnhaus mit angebauten einstockigen Scheuer von Stein und Fachwerk mit Giebeldach nebst dem angebauten Kellerhals von Stein mit Giebeldach 22'
31'
14,5'
19'

22,5'
31'
14,5'
19'

8,5'
15'
7'
7'
1.   1 1 1 1 gew. Keller
2 Dachböden in 2 Kammern

1 Tenne
1 Barn
1 Remise
Ziegel Im ersten Stock Stein sonst gem. Fachwerk

Im ersten Stock Stein sonst gem. Fachwerk

Stein
Backofen

Hausanbindung
Fundament gew.Keller u. Sockelmauern --- 900

425

25
IV 1125

531,15

31,15
alter Anschlag 450f./400f./neu
(1861)

1875-76 wurde der Backofen abgebrochen und das Haus an dieser Stelle erweitert.


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Schumacher Friedrich Weingärtner 2 stockiges Wohnhaus an der Oehringer Staige v gem. Bauart unter Giebeldach 6.60
8.75
Erdg 2.00
I.Stock 2.30
Dach 5.20
2 I.Stock   2 Dachboden 1 I.Stock 1 EG 1 gem Keller
1 Viehstall
Dachplatten Erdgeschoß von Stein sonst von ausgem Fachwerk Backofen auf Holzgebälk in der Küche des I.Stocks Fundament von gew Keller 1720     Alter ca 150 Jahre. Unterhaltung schlecht

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheuer
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockiger Scheuer unter gleichem Dach ohne eigene Wand angebaut 6.20
8.75
4.20
Dach 5.20
          1 Tenne
1Bare
Dachplatten 1/3 tel von Stein, 2/3tel v ausgem Fachwerk Zusammenhang mit dem Wohnhaus Fundamente 920      

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Hausanbau
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 2 stockigem 1875 erbauten Wohnhausanbau von Stein mit abgewalmten Pultdach ohne eigene Wand angebaut 8.75
2.30
4.40
Dach 1.60
Vergrößerung des hinteren heizbaren Zimmers         Stallvergrößerung gem Keller Dachplatten Stein zusammenhang mit dem Wohnhaus Fundamente u gew Keller 680      


Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 64

Nachtrag zum Primärkataster, 1850-52

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1850-52; Haus 64 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1850-52; Haus 64

Nachtrag zum Primärkataster, 1875-76

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1875-76; Haus 64 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1875-76; Haus 64

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
SW-Bilder: Familie Erich Bort
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869