Verrenberg Historisch

Haus Nr. 65 in Verrenberg (Am Hiller 6)


Aufnahme von 1962
aus Richtung Golberg

Aufnahme von 2005
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 65
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 65
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.37a) wird Endres Starck als Eigentümer genannt. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
3 3/4 Kreuzer an geldt
1 Fasnachthuhn"
1 Herbsthuhn"


Nach dem Tod von Endres Starck 1710 heiratete seine Witwe Hans Jacob Weidmann

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.276) wird eben dieser Hans Jacob Weidmann als Eigentümer genannt. An jährlicher Gülth musste er bezahlen:
3 Kreuzer 3 Pfennig
12 Kreuzer "vor eine Fasnacht Huhn"
6 Kreuzer "vor eine Herbst Huhn"

Als die Eheleute Hans Jacob Weidmann starben, gab es keine überlebenden Nachkommen. Wer übernahm den Hof?

Der nächste bekannte Eigentümer war ab 1795 Hannß Michel Starck. Er zog 1798 in das Haus Nr.22 (Gasthaus Sonne).
Als neuer Besitzer steht seit 1798 Johann Michael Kraft im Lagerbuch von 1740.

1815 verkaufte die Witwe Anna Maria Dorothea Kraft ihren Hof an ihren Sohn Mathäus Kraft um 2000fl.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer sein Sohn Mathäus Kraft genannt.
Michael Matthäus Kraft zog 1858 mit seiner ledigen Tochter Eva Maria Catharina nach Pfedelbach (zu seinem Sohn Franz Georg Adam Kraft?).
Seine Tochter Christine Dorothea Magdalena Kraft hatte noch vor ihrer Hochzeit 1856 den Hof um 2700f. gekauft. Ihr Mann Johann Friedrich Ziegler wird im Feuerversicherungsbuch von 1861 als Besitzer genannt. Er und seine Frau starben 1869.

Im Nachtrag zum Feuerversicherungsbuch wird Johann Braun ab 1869 als neuer Besitzer genannt.
Ihm folgte ab 1872 Christian Braun. In den Feuerversicherungsbüchern von 1896 und 1918 wurde er erneut als Besitzer genannt. Keines der drei Kinder aus dieser Ehe überlebte. Christian Braun starb 1919.
1920 steht dann Georg Gauger als Nachbesitzer.

Nach ihm war sein Sohn Lorenz Gauger nächster Besitzer.


Bauliche Entwicklung

In den Lagerbüchern von 1684 und 1740 wird von einem Hauß und Sommergärtlein gesprochen.

1850 stellt Mathäus Kraft beim Gemeinderath den Antrag:
... die Versezung seines im untern Ort befindlichen Bakofens und der Herd Wand zu Vergrößerung seiner Küche.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich Ziegler Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach nebst Anbau von Fachwerk mit Pultdach 41,5'
24'
8,5'
15'

14'
10'
8,5'
6'
1.   2 1   1 geb. Keller
2 Dachböden in 2 Kammern

1 Holzremise
Ziegel gem. Fachwerk

gem. Fachwerk
1 Giebel getfert

Hausverbindung
Fundament Keller u. Sockelmauern --- 650

100
IV 812,30

125
alter Anschlag 550f./neu
(1861)
Der Anbau wurde 1872 abgebrochen.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Braun Christian Bauer 1 stockiges Wohnhaus in der Hillergasse von Fachwerk unter Giebeldach 12.50
6.80
2.50
Dach 4.20
1 EG   2 EG
2 Dachboden
1 ED   1 geb Keller
1 Remise mit Schweinstall
Dachplatten teils ausgem. teils geschliertes Fachwerk Backofen auf Holzrost Fundamente u einhäupt Gemäuer im Keller 1600 IV 2000 Alter ca. 250 Jahre. Unterhaltung schlecht. Unter nebigem Anschlag v 1600M inbegriffen ist: 1 Backofen, ausgenommen das Gemäuer unter dem Holzrost, im Anschlag von 80M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockige Scheuer an der Hillergasse v Fachwerk mit Giebeldach 10.60
8.20
Höhev... 4.05
Dach 5.00
        1 1 Tenne
2 Bare mit 1 Remise
Dachplatten teils ausgem teils geschliertes Fachwerk   Fundamente 1600     Alter ca. 200 Jahre Unterhaltung mittelmäßig


In einem Nachtrag von 1923 steht, dass das Wohnhaus und die Scheune in diesem Jahr abgerissen und wieder neu aufgebaut wurde.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 65

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800 Seite 276
Haus 65

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 65

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 65

Nachtrag zum Primärkataster 1877

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1877; Haus 65

Nachtrag zum Primärkataster 1923

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1923; Haus 65

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869