Verrenberg Historisch

Haus Nr. 8 in Verrenberg (An der Steige - ehemaliges Hirtenhaus)


Aufnahme von vor 1927

Aufnahme nach 1928
leerer Platz zw. Haus60 u 64
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 8
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 6
Urkataster von 1833
Kartenausschnitt aus Karte von 1896; Haus Nr. 8
Karte von 1896

Lage des Haus im Ort



Im Lagerbuch von 1740 wird beim Nachbarhaus Nr. 60 erwähnt:
"Zwischen dem Gemeinen Weeg zu dreyen und dem neuen Hirthen Hauß zur Vierdten Seiten, ...
Es dürfte also etwa um 1700 errichtet worden sein.

1798 wird erwogen, Georg Michael Schanzenbach mit seiner Frau im Hirtenhaus Schutz zu gewähren, was aber von der Obrigkeit abgelehnt wird.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wird als Eigentümer die Gemeinde Verrenberg genannt.
Das Gebäude wurde als Schaafhaus (Hirtenhaus) genutzt.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Gemeinde Ein eintockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 26,5'
19'
8'
11'
1.   2 1   1 Dachboden mit 1 Kammer Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament u. Sockelmauern --- 375 IV 468 alter Anschlag 300f.
(1861)


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Die Gemeinde 1 stockiges Wohnhaus an der alten Oehringer Steige von Fachwerk mit Giebeldach 7.55
5.60
Sockel 0.80
Erdg 2.30
Dach 3.30
1 EG   2 EG
1 Dachboden
1 EG     Dachplatten ausgemauertes Fachwerk Nicht 4.29 z.d. vom Backofen No.8a entfernt Fundament 1200 IV 1500 Alter ca. 100 Jahre
Unterhaltung gut

1925 wird im Zusammenhang mit einer vermeintlichen Wohnungsnot der bauliche Zusatand als nicht gut bezeichnet.

Das Hirtenhaus soll versteigert und abgerissen werden - 1926
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 27.September 1926 findet sich folgendes:
Das unten im Dorf der Gemeinde gehörige Wohnhaus Geb. No. 8 (das Hirtenhaus) mit Hofraum von 1ar 37qm wurde schon längere Zeit nicht mehr bewohnt.
Wohnungsmangel ist in hiesiger Gemeinde nicht vorhanden, auch befindet sich dasselbe in sehr Baufälligem Zustande, an eine Reperatur deßselben ist nicht zu denken, es wird daher einstimmig
Beschlossen
Dieses Wohnhaus No.8 nebst Hofraum im öffentl. Aufstrich auf den Abbruch zu verkaufen. Die näheren Bestimmungen hierüber sollen im Versteigerungsprotokoll eingetragen werden.

Die Versteigerung wird genehmigt - 1927
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 24.März 1927 findet sich folgendes:
Mit Beschluß vom 27.Sept 1926 wurde der Gdepfl Carle beauftragt das sogenannte Hirtenhaus Geb. No.8 u. es wurde bei der an diesem Tag erfolgten Versteigerung unter Bestimmung daß der Kaufpreis an Martini 1926 baar zu bezahlen ist u. daß die Versteigerungskosten der Gemeinde obliegen u. die Steuerlast vom 1.April 1927 u. der Brandschaden von 1.Juni 1927 auf den Käufer übergehen, als Meistgebot wurde erziehlt der Betrag
von 450M
da ein günstigeres Versteigerungsergebnis nach Lage der Verhältnisse nicht zu erwarten ist u die Beschaffenheit des Gebäudes ein längeres zuwarten nicht gestattet ergeht der
Beschluß
Diese Versteigerung zu genehmigen, u den Gemeindepfl. Carle zur Erteilung des Zuschlags u zur Auflassung zu ermächtigen

Es wurde 1927 abgerissen.

Als Schäfer wird in den Kirchenbüchern benannt:
- Johann Jacob Friedrich Hörger (1774-1834)
- Georg Martin Lucki (1793-????), er zog 1845 fort
- Joseph Ignaz Blum (1811-????), er zog nach 1850 weg
- Johann Christian Pfisterer (1812-1877), 1857 wurde er wohnsteuerpflichtiger Beisitzer in Verrenberg
- Friedrich Gottlob Pfisterer (1837-1905)
- Gottlieb Gretschmann (1842-????), er war seit 1872 wohnsteuerpflichtiger Beisitzer, zog 1873 nach Tiefensall
- Martin Conrad Kohlhammer, er heiratet 1897 die Tochter von Friedrich Gottlob Pfisterer
- um 1910 wird Jakob Keim als Schafhalter im Haus Nr.8 erwähnt.
Als Schafknecht wird in den Kirchenbüchern benannt:
- Friedrich Reichert, er wird 1856 wiederholt als Verrenberger Schafknecht bezeichnet
-Johann Christian Dietscher

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 8

 

Quellennachweis.

SW-Bilder: Familie Erich Bort
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis Belegungsfähiger Gebäude