Verrenberg HistorischKiesgrube in Verrenberg

 
Die erste Erwähnung einer Kiesgrube finden wir im Jahr 1863.
Vermutlich hatten die Verrenberger selber ihren "Kiesbedarf" an eigenen Grundstücken am Galberg gedeckt.
Als Öhringer Bürger unerlaubter Weise Kies vom Galberg holten, wies man dieses Stelle als Kiesgrube aus und verlangte Geld für die Abfuhr.

Es wird eine Kiesgrube ausgewiesen - 1863
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 01.Mai 1863 findet sich folgendes:
Nach mehrfachen Anzeigen des hies. Feldschüzen Kipf wird öfters von Oehringer Einwohner von der auf der hies. Markung liegende und der Gemeinde gehörige Oeede im Gaalberg Kies oder Mergel abgeführt und zwar unerlaubter Weise, worüber dieselbe welche abgeführt haben Strafwürdig sind.
Der Gemeinderath hat um diesen Unfug zu steuern Berathung gepflogen und
Beschlossen
Im Hohenloher Botten zu veröffentlichen, daß weil genannter Oeede Plaz keinen Ertrag liefert Kies abgegeben werden solle, und zwar einen 2.Spännigen Pferde oder Ochsenwagen zu 30. und einen Kuhwagen zu 24 jedoch unter der Bedingung daß derjenige welcher Willens ist Kies abzuführen, eine Schultheißen Amtl. Erlaubniß oder Anweisung nachzusuchen habe, im Unterlassungsfalle dieses, derjenige welche ohne Erlaubniß abführt zur Strafe gezogen werden solle

Es werden neue Preise für die Abfuhr von Kies festgelegt - 1883
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 14.August 1883 findet sich folgendes:
Nach dem GeRathsProt. Thl. III bl.99 ist der Beschluß gefaßt, daß von der Oeede im Galberg an nicht Ortsangehörige insbesonders Oehringer Einwohner Kies abgegeben werden soll für
1. mit Pferden oder Ochsen bespannten Wagen zu 30x. Für
1 Kuhwagen zu 24x.
dieser Ansatz erscheint dem GeRath zu hoch und wird deßhalb
Beschlossen
Künftig ohne ausnahmen für
1. wagen Kies welcher von nicht Ortsangehörigen abgeführt den festen Preis von 50d. anzusetzen


Eine Witwe aus Unterohrn darf von 100qm Kies abfahren - 1890
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 15.April 1890 findet sich folgendes:
Mehser Jakob Bauers Wittwe von Unterohrn erkaufte heute von der Gemeinde Verrenberg einen Haufen Kies im Galberg ca. 10 met. Lang und 10 met. Breit welcher aber Ihrem Weinberg Pno. 813 814 u. 815 liegt für 12 M
Zwölf Mark
unter folgenden Bedingungen
1. Der Kaufpreis ist baar an die Gemeindepflege zu bezahlen
2. Zum wegnehmen des Kieses hat die Käuferin 10 Jahre lang Zeit
3. Der Grund und Boden worauf der Kies liegt ist und bleibt Eigenthum der Gemeinde Verrenberg


Ob es noch weitere Kiesgruben im laufe der Geschichte gab, ist im Moment unbekannt.
1945 gab es im Ort zwei solche Gruben.
Kiesgrube 1945 in Verrenberg Kiesgrube 1945 in Verrenberg
Beide Aufnahmen von 1944
 

Quellennachweis.

Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
www.Luftbilddatenbank; Luftaufnahme aus dem Jahr 1944