Verrenberg HistorischDie Familie Christian Carl Klaiber
1831-???? in Verrenberg

Christian Carl Klaiber möchte das aktive Bürgerrecht - 1858
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 28.August 1858 findet sich folgendes:
Es erschien Carl Klaiber Sohn des Christoph Klaiber von Bretzfeld und trägt vor. Ich habe mich mit der Michael Roths Wittwe Friederika geborne Binhammer von hier Ehlich versprochen und Bitte daher mir das hiesige Gemeinde und Activ Bürgerrecht zu ertheilen.
Zur Begründung dieses Gesuchs hinterlegte Bittsteller einen von dem Gemeinderath Brezfeld gefertigten Geburtsbrief nebst Pfarr Amtlich beglaubigten Taufschein vor, worauf Bittsteller ein gutes Prädikat und an Vermögen
1200f.
besizt.
Worauf nichts in Nuznießung steht und keine Schulden haften. Dessen Verlobte besizt selbst ein Vermögen welches ihr bei der Eventhualtheilung .... erster Ehe zugefallen ist ca. 800f. weshalb bei beiden Verlobten der Nahrungsstand für gesichert erscheint. Da also der Fall hierin nicht zutrifft in welchem der Bürgerausschuß um sein gutächerliche Äußerung zu vernehmen wäre, so wurde einstimmig
Beschlossen
Den Bittsteller in das hies. Gemeinde und Activ Bürgerrecht aufzunehmen und Heurathserlaubniß zu ertheilen und anzusezen
Bürgerannahme Gebühr 10f.
Sogt. für Feueraimer und Obstbäume 2f.42x
Sogt. für Nachtwache 6f.
Waisenhausgebühr 1f.
Gemeinderaths Protokole 3f.
Aufwärter 6x
  22f. 48x

Christian Carl Klaiber erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1858
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: desgl. Geburth
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: 28.August 1858
Bemerkung: ist seit dem er seyn Anwesen an Diez verkauft hat, Ortsabwesend

Carl Klaiber klagt gegen Christian Görtz- 1859
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 16.März 1859 folgendes:
Es erschien Carl Klaiber von hier und klagt an er habe neben Christian Görtz von hier einen Aker im Langenfeld welcher mit einer bedeutenden Hohen Grasrain an der grenße zwischen mir und Görtz umgeben an diesem Rain hatte mit Görtz so viel Erde weggenommen daß die grenzsteine beinahe umfallen auch hat er nicht nur biß zur Grenße gemacht sondern dieselbe noch überschritten ich bitte daher Gemeinderäthliche oder von dem Felduntergang zu nehmen die Einsicht nehmen lassen zu wollen und nach Erfund dessen in der Sache zu entscheiden
Görtz wurde über vorstehendes verständigt gibt an es ist unrichtig daß ich die Grenße durch Erdarbeiten überschritten ich habe nur biß an die grenße die Erde weggeschaft, und wenn der Kläger von der Thatsache Einsicht nehmen lassen will habe ich nichts darüber zu erinnern und bin desgleichen auch mit einverstanden
Auf obige Erklärung des Klägers so wie des Beklagten hat man den Felduntergänger Anton Hörger und Gemeinderath Käppler beauftragt sich an Ort und Stelle über welche die Klage erhoben werden ist zu begeben und Pflichtgetreu Einsicht von der Sache zu nehmen, und nach Erfund dessen die Erklärung hiemit zu Protokoll zu geben.
Nach genommener Einsicht erscheinen die beiden Beauftragten und geben an.
Wir haben die Sache eingesehen und haben erfunden daß Görtz gegen Klaiber unrecht gehandelt hat, Klaiber hat einen sehr hohen Grasrain an seinem Aker und da hat Görtz an der Grenße einen Graben ausgemacht und so weit die Erde weggeschafft daß die Marksteine Theilweiße für jezt schon zu Grunde gehen was ganz gesezwidrig ist, Nach der gesezlichen FeldOrdnung gehört Görtz wegen dem zu Grunde gehenden Marksteinen schon gestraft weiter wissen wir nichts zu erinnern
Nach obiger Angabe der Beauftragten Commission wurde der Kl. s.w. der Beklagte zur I.ten mündlichen Verhandlung vorgeladen worauf beide in Persohn erschienen sind.
Dem Beklagten wurde erörtert daß er die Grenße überschritten und die Marksteine theilweise beinahme zu Grunde zugerichtet habe. Auf dieses Vergehen sieht man sich daher veranlaßt den Beklagten in eine Warnungsstrafe mit 1f. zu verfällen unter Belehrung des Recoursrechts.
Beklagter erkennt die Strafe an und Verzichtet auf den Recours

Nachtag links
Beisatz
Kläger verzichtet auf Schadenersatz wenn der Beklagte die Comissionskosten mit 36x ersezt, letztere erklärt hiemit daß er die Unkosten welche Kläger vorgelegt habe baar ersezen wolle

Carl Klaiber klagt gegen Friedrich Offner - 1864
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 29.Januar 1864 folgendes:
Es erscheint Peter Frank beim Thürmle und trägt vor
Daß nicht nur ihm sondern auch dem Adam Bort, Carl Klaiber> und Johann Binhammer, der Friedrich Offner von Bizfeld Dung über ihre Wiesen in dem Distrikt Lindig und Happach bei aufgeschlossenem Wetter geführt und dadurch Schaden verursacht habe, da er jedoch nicht berechtigt ist, auf diesen Grundstüken besonders bei solcher ungünbstigen Witterung ein Fuhrrecht aus zu üben.
Ich trage daher im Namen obiger Güterbesizer darauf an, daß der Beklagte mit Gesezl. Strafe gerügt und in die Kosten der Klage verurtheilt werde
Beschluß
Den Bekl. auf eine weitere Tagforth zur Vernehmung vorzuladen
Verhandelt den 2.Feb. 1864 vor dem Schultheißenamt
Friedrich Offner auf heute Tagforth vorgeladen welcher in Persohn erschien.
Es ist richtig daß ich Dung in das oben erwähnte Distrikt habe führen lassen war aber da ich nicht durch mein eigen Fuhrwerk sondern durch einen Lohnbauern habe führen nicht selbst anwesend, wenn ich dabei anwesend gewesen wäre, und hätte ersehen, daß es den Güterbesizer Schaden verursachen würde, das fahren unterlassen hätte, da ich nun in der Sache für unschuldig mich erklären muß so stelle ich und überlasse es dem Schultheißenamt nachsichtliche Verfügung weil ich der Sache unbewußt war zu verfügen
Beschluß
Da Beklagter zugestanden daß er dieses Fuhrrecht ausgeübt habe in eine Strafe von 1f. 30x. zu verfällen
Beklagter erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recours




Der Wachssiegelabdruck (Petschaft) des Karl Klaiber in Verrenberg. Gefunden in der Realteilung von Peter Ilgs Witwe 1867.
Dort hatte er als Zeuge unterschrieben.
Quelle: Ortsarchiv Verrenberg: Realteilung

Herb klagt gegen Carl Klaiber - 1869
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 14.Mai 1869 folgendes:
Heute ist erschienen Schulmeister Herb von hier und hat sich beschwert, daß ihm Carl Klaiber von hier über seinen Kartoffelaker in der Staig gefahren sei, wo er doch nicht berechtigt sei eine fahrrecht auszuüben, er bitte deshalb daß eine Deputation an Ort und Stelle berufen und Einsicht hierin genommen werden wolle, nach Erfund dieses bitte ich daß Klaiber wegen diesem ungerechten fahren mit einer Strafe gerügt werde.
Herb hat nachträglich erklärt, daß er auf eine Einsichtnahme und Bestrafung verzichte, er bitte aber daß Klaiber von solchem Unfug verwarnt werde und wenn er sich wieder etwas zu schulden kommen lasse dan Trage er auf ges. Bestrafung an
Dem Bekl. wurde vorstehendes mit dem Bemerken eröffnet, daß er sich fernerhin vor solchen Unangenehmlichkeiten enthalten zu habe

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828