Verrenberg HistorischDie Familie Friedrich Gottlob Pfisterer
(1837-1905) in Verrenberg


Der Hund des Schäfer Gottlob Pfisterer stellt den Landjäger - 1865
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 23.Mai 1865 heist es::
Nach einer von dem K. Oberamt Oehringen hieher gelangten Mittheilung hat der in Oehringen stattsionierte Landjäger Hutter den Hund des hies. Schäfers Gottlob Pfisterer led. Volljährig Rechts 10 1/4 Uhr auf seiner Streife zwischen dem Bahnhaus No. 89 und Verrenberg frei und ohne Aufsicht bei dem Pfergkarren ferne laufend angetroffen, so, daß er von dem Hunde angehalten, und so lange gestellt wurde, biß durch mehr maliges zurufen und durch das Gebell des Hundes der Schäfer gewekt wurde, denselben zu sich gerufen und angebunden hatten.
Gottlob Pfisterer auf obriges vernommen gibt an
Es ist richtig daß mein Hund ledig beim Pfergkarren war und den Landjäger angebellt hatte und daß ich den Hund ledig gelassen habe geschag aus dem Grund weil mir im vorigen Jahr die Schafe aus dem Pferg gel..chen sich entfernt haben und ich dadurch zur Vergütung eines Schadenersatzes von 30f. versezt worden bin. Wenn mein Hund ledig gewesen wäre so hätte er die Schaafe gestellt und nicht von dem Pferg fütten gelassen auf diesen fall lasse ich mich nicht strafen und bitte daß die Sache bei dem K Ober Amt entschieden werde.
Beschluß auf vorstehende Bitte K Oberamt hievon Bericht zu erstatten

Der Schäfer Gottlob Pfisterer beachtet die Polizeistunde nicht - 1868
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 23.Mai 1868 heist es::
Auf die vom 20. Mai 1868 gepflogenen Verhandlung hat man heute da einige B. In Untersuchung vor das K OberAmtsgericht Weinsberg gezogen und seither nicht zurück gebracht sind mit der Untersuchung welche ... Übertrettung der Polizeistunde vom 10 bis 11 Mai weiter fortgesezt.
Es wurde vorgeladen Gottlob Pfisterer led. von hier welcher in Persohn erschienen ist.
Derselbe gibt auf Vorhalt an
Ich war am 10.Mai d.J. auch in Bizfeld gewesen, mit andern Kammeraden und wie ich mit denselben theilweise von dort aus hier eingetroffen bin was ganz in der Stille geschehen ist. Ich war da ich ein Licht bei Wirth Mornhinwey gesehen habe mit dem Carl Käppler und Wilhelm Schanzenbach auch hinein und haben ein Flasch Wein getrunken nachher kam Carl Dietrich auch hinein wir haben uns vielleicht 1.Stunde aufgehalten und sind dan ganz ruhig nach Hause wie viel Uhr es da war weiß ich nicht weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluß
Da Pfisterer zugestanden daß er auch nach der Polizeistunde gezecht hat in eine Strafe von 1.f. zu verfällen Pfisterer erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recurs

Gottlob Pfisterer beachtet die Polizeistunde nicht - 1868
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 09.Juni 1868 folgendes:
Auf die vom 20. Mai 1868 gepflogenen Verhandlung hat man heute da einige B. In Untersuchung vor das K OberAmtsgericht Weinsberg gezogen und seither nicht zurück gebracht sind mit der Untersuchung welche angez Übertrettung der Polizeistunde vom 10 bis 11 Mai weiter fortgesezt.
Es wurde vorgeladen Gottlob Pfisterer led. von hier welcher in Persohn erschienen ist.
Derselbe gibt auf Vorhalt an
Ich war am 10.Mai d.J. auch in Bizfeld gewesen, mit andern Kammeraden und wie ich mit denselben theilweise von dort aus hier eingetroffen bin was ganz in der Stille geschehen ist. Ich war da ich ein Licht bei Wirth Mornhinwey gesehen habe mit dem Carl Käppler und Wilhelm Schanzenbach auch hinein und haben ein Flasch Wein getrunken nachher kam Carl Dietrich auch hinein wir haben uns vielleicht 1.Stunde aufgehalten und sind dan ganz ruhig nach Hause wie viel Uhr es da war weiß ich nicht weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluß
Da Pfisterer zugestanden daß er auch nach der Polizeistunde gezecht hat in eine Strafe von 1.f. zu verfällen Pfisterer erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recurs
ferner wurde vernommen
Wilhelm Schanzenbach ledig 26.Jahre alt von hier
Derselbe gibt auch Vorhalt an
Ich bin am 10.Mai d.J. auch in Bizfeld gewesen und bin von dort mit dem Gottlob Pfisterer Carl Dietrich und einige welche ich nimmer nennen kann.
Ich war auch zum Wirth Mornhinwey wie wir hieher kommen sind, ich habe von den andern getrunken nemlich von Gottlob Pfisterer und Wilhelm Schanzenbach welche ein paar Schoppen bezahlt haben ich habe mich nicht lang aufgehalten und bin ganz allein nach Hause einen Lärmen habe ich nicht wahrgenommen weiter weiß ich nichts anzugeben.
Beschluß
Johann Kugler
Da sich Kugler auch nach der Polizeistunde in der Wirtschaft begeben hat denselben wegen Übertrettung in eine Strafe von 1f. zu verfällen. Kugler erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recurs
Weiter wurde vernommen
Carl Käppler led. von hier 17.Jahre alt
Gibt auf Vorhalt an
Ich war am 10.Mai auch in Bizfeld gewesen, von dort aus bin ich mit Zöllers kleinen Knecht hieher .. ich vor dem Hause des Schmidt Mornhinwey vorbei ging so war noch ein Licht im Wirtschaftszimmer dann bin ich auch hinein und habe mich hingesezt und habe geschlafen bis morgens 6 Uhr wie ich von Bizfeld hieher kommen bin, war ich zwar in das Haus gegangen wo sich mein Grosmutter aufhällt ich habe derselben geklopft, dieselbe aber da sie etwas Uebelhörig ist, hatte mein Klopfen nicht wahr genommen auf dieses bin ich aber zu Wirth Mornhinwey um dort die Nacht über vollends durchzubringen, den auf der Gasse habe ich nicht übernachten können wer als noch darin war weis ich nicht als den Georg Feinauer den ich habe gleich geschlafen weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluss
Da sich Käppler nach der Polizeistunde auch in die beteffende Wirtschaft begeben hat in eine Strafe von 1f. zu verfällen
Käppler erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Rekurs

Friedrich Gottlob Pfisterer bekommt ein Zeugnis - 1874
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 08.September 1874 findet sich folgendes:
Dem Gotlob Pfisterer Zeugnis ausgestellt auf Verl. Des K.Ob/Amts Gerichts Oehringen
1. Predikat gut
2. Vermögen ca. 150f.
3. Vorstrafen nach dem Strafverzeichniß

Friedrich Gottlob Pfisterer ist wohnsteuerpflichtiger Beisitzer seit 1878
Im Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: Sohn v nr.7
Art und Zeit als Beisitzer: Verehl. D. 1.Oktober 1878 mit Susanna Barbara geb. Saffrich
Art und Zeit des Austritt als Beisitzer:  
Bemerkung:  

Klage den Schäfer Gottlob Pfisterer - 1886
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 28.September 1886 heist es::
wurde Gottlob Pfisterer v hier wegen weiden zu verbotener Zeit um 2M. Gestraft Beil No. 109

Friedrich Gottlob Pfisterer bekommt das Bürgerrecht - 1886
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 14.Dezember 1886 findet sich folgendes:
Die hienach genannten Personen bitten um Aufnahme in das hiesige Bürgerrecht unter Verzicht auf ihr seitheriges Bürgerrecht nehmlich
...
4. Friedrich Gottlob Pfisterer Schäfer geb. am 9.Mai 1837 in der Traute gem. Sindringen, verheirathet mit Susanne Barbara geb. Saffrich geboren am 4.September 1844 in Kupfer Kinderlos, die Ehefrau hat 1. uneheliche Tochter beigebracht namens
  Elisabetha geb. am 13. Juli 1869.
bisher bürgerlich in Sindringen seit 1878 hier wonhaft
...
Nach den vorgelegten Nachweise sind dieselben
1. im Besitz der Würtb. Staatsangehörigkeit
2. im Alter über 25. Jahren
3. entrichten dieselben seit wenigstens 5.Jahren aus einem der Besteuerung der Gemeinde unterworfenen Vermögen Steuer zur hiesigen Gemeindepflege. Im letzt vorangegangenen Rechnungsjahr bezahlten in hiesiger Gemeinde neben der Wohnsteuer an Staats-Amts-Körperschaft und Gemeindesteuer von Grund Gebäude und Gewerbe
zusammen
Zif. 1. Massa 31M 83d
Zif. 2. Messer 21M 98d
Zif. 3. Fischer 26M 62d
Zif. 4. Pfisterer 20M 95d
Zif. 5. Stark 111M 39d
Zif. 6. Schenk 80M 59d
Zif. 7. Ludwig 37M 27d
Zif. 8. Lederer 22M 18d
4. Liegt bei denselben keiner im Art. 14 und 57. des Gesetzes über die Gemeindeangehörigkeit vom 16.Juni 1885 angeführten Mängel vor
5. haben dieselben schon vor dem 1.Januar 1886 das Recht zur Theilnahme an der Wahl zu den Gemeindeämtern auf Grund des Art.3 Abs 1. des Gesetzes vom 6.Juli 1849 besessen.
Hienach haben die Nachsuchenden Anspruch auf Ertheilung des Bürgerrechts und ist das Bürgergeld anzusetzen nach Gesetz Art. 45 Abs. 2. des Gesetzes
Beschluß
...
1) Den vorerwehnten Persohnen Zif. 1-8 das Bürgerrecht in hiesiger Gemeinde zu ertheilen
2) Denselben anzusetzen für die Verleihung des Bürgerrechts je 3M
3) Die Ansätze der Gemeindepflege zum Einzug zu überweisen
4) Eintrag in die Bürgerliste machen zu lassen
5. Dem Gemeinderat der betreffenden Orte wo die nachsuchenden Persohnen seither bürgerlich waren zu benachrichtigen
6. Den Nachsuchenden Eröffnung zu machen.

Klage den Schäfer Gottlob Pfisterer - 1889
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 5.September 1889 heist es::
wurde Gottlob Pfisterer Schäfer hier resp dessen Knecht Fr. Lay wegen unberechtigten weidens um 3M. Gestraft auf Grund des Art. 41 des Polizei St. Ges. Beil. No 126

Rosina Katharina Ungerer ist Bürgin - 1899
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 04.April 1899 findet sich folgendes:
Rosine Ungerer Witwe wurde heute vorgeladen um vor versammelten Gemeinderat zu beglaubigen daß sie sich für ein Staatsanlehn von 200M für Gottlob Pfisterer Schäfer hier als Bürgin und Selbstzahlerin verbindlich gemacht hat.

Unterschrift verweigert


 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißenamt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner ab 1828