Verrenberg HistorischDie Familie Johann Heinrich Käppler
(1825-1862) in Verrenberg


Johann Heinrich Käppler erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1849
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: durch Geburt
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: Verheurathung im Juli 1849
Bemerkung:ist nach Oehringen uebersiedelt. Der einzige Sohn Karl Käppler hat sich nach Cappel verheurathet und dasel. Bürger geworden Lthl 23 April 1880


Quelle: Der Hohenloher Bote, 1854

Johann Heinrich Käppler will für seine Verlobte das Bürgerrecht - 1856
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 19.Januar 1856 findet sich folgendes:
Es erschien Johann Käppler Gemeinderath hier und bittet um Erlaubnis seine Verlobte Rosina Christina gebohrene Heinrich, Tochter des Johann Georg Heinrich Bauer von Untersöllbach in das hiesige Bürgerrecht aufzunehmen.
Deren Gesuch hinterlegt er einen Geburtsbrief des Gemeinderaths Ekartsweiler vor wornach sie ein Vermögen ohne Aussteuer von
3000f. und an Fahrniß
200f.
besizt
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß huldigt der Ansicht das der Nahrungsstand der Bittstellerin gesichert ist weshalb beide Collegien
Beschließen
Der Bittstellerin das hiesige Ortsbürgerrecht zu verleihen und ihr anzusezen
Bürgerannahme Gebühr 5f.
Gemeinderaths Sporteln 1f. 30x.
Aufwärter 6x.
Summa 6f. 30x.

Johann Käppler verkauf 12 Rinder - 1856
Quelle: Der Hohenloher Bote; 1856

Johann Käppler klagt gegen Michael Ilg - 1856
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 11.März 1856 folgendes:
1. Es erschien Johann Käppler und klagt an daß ihm Michael Ilg über seinen Blauen Kleeaker im Benzenfeld Erden geführt und Schaden verursach habe ich bitte daher das Schultheißen Amt um eine Deputation zu bestellen um Einsicht von der Thatsache zu nehmen damit der Beklagte zum meinem Schadenersatz und die verursachten Kosten zu ersezen angehalten werden kann
2. Desgleichen erschien Johann Weber von hier und klagt an daß ihm Michael Ilg über seinen Ausgehauen Weinberg in der Helden welcher Theilweiße mit Blauem Klee angeblümt ist gefahren und Schaden verursacht habe Ich bitte daher das Schultheißen Amt Gemeinderäthliche Einsicht von der Sache nehmen zu lassen und um nach Erfund dessen den Beklagten anzuhalten das er mir meinen Schaden nebst verursachte Kosten ersezen müße
Auf vorstehende Angabe wurde Gemeinderath Mugele und Bort beauftragt sich an Ort und Stelle zu begeben und Einsicht von dem verübten Schaden zu nehmen und nach Erfund dessen Erklärung hierüber abzugeben
Nach genommener Einsicht erschienen obgenannte Gemeinderäthe und geben folgendes an
wir haben die den Schaden welchen der Beklagte dem Johann Weber an vorbemerkten Grundstück eingesehen und hat sich erfunden daß der Beklagte dieses Grundstück durch Fuhrwerk Ruiniert hat besonders was mit Klee angeblümt ist. Wir haben den Schaden welchen Bkl. an den Kläger zu ersezen hat für 1f. taxiert.
Ferner hat der Beklagte dem Johann Käppler an seinem Kleeaker im Benzenfeld auch durch Fuhrwerk Schaden verursacht wofür dem Kläger 24x zu ersezen ist
Auf die Erklärung vorgenannter Deputation wurde dem Beklagten eröffnet und die Auflage den Kl. Johann Weber mit 1f. Schadenersatz nebst die zuvor aufgelegten Sportel mit 30x inerhalb 8 Tage zu bezahlen
Desgleichen dem Kläger Johann Käppler 24x

Nachtrag links
Die nebenstehende Klage ist im Vergleichsweg erledigt worden

Peter Geist klagt gegen Friedrich Reichert - 1856
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 28.März 1856 heist es:
Es erschien Peter Geist Bürger und Weingärtner von hier und klagt an daß der hiesige Schafknecht Friedrich Reichert in beisein seines Herrn Heinrich Steidel von Oehringen mit seinem Schaafvieh auf seinem blauen Weinbergs Klee im Bienenweinberg geweidet habe womit er nicht zufrieden sein könne, und verlange daß der Beklagte zur Strafe gezogen und die die Verursachten Kosten verurtheilt werde sollte der Beklagte solches bestreiten wollen so bin ich bereit ihn mit 2.Zeugen zu überweisen daß er in meinem Klee geweidet hat.
Schafknecht Reichert darüber vernommen gibt an Ich habe von meiner Herde einen Hammel gefangen indessen sind mir etwa 15-20 Stück von meiner Herde in den Klee des Beklagten ......, aber daß die ganze Herde darauf geweidet hat ist eine unrichtige Angabe.
Ich bitte deshalb wegen diesen Kleinigkeit mich von einer Strafe befreit zu lassen. Denn ich will späterhin kein Grundstück mehr beweiden daß darüber eine Klage gegen mich in Vorschein kommt.
Geist hat mündlich Verzicht zu leisten beurkundet

Reichert hat auf dem Grund des Käppler geweidet - 1856
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 22.September 1856 heist es:
Es erschien Feldschüz Michael Kipf und trägt vor daß am Sonntag den 21. l.M. während dem Vormittag Gottesdienst der hies. Schafknecht Reichert in der Wiesen des Johann Käppler im Lindenhölzle mit seiner ganzen Herde geweidet und Schaden verursacht habe
Schafknecht Reichert darüber verständigt gibt an es ist richtig daß in genannter Wiesen geweidet habe ich bitte daher dringenst daß mir keine Strafe angesezt werde und sollte der Kläger etwa Schadenersatz verlangen wollen, so bin ich bereit den Kläger von meinem Lindlohn welchen ich noch bei meinem Hl. Franz Riedel in Oehringen guthaben zu befriedigen , zugleich ich das Schultheißenamt bevollmächtige meinen Hf vorzuladen und die Sache in die Richtigkeit zustellen

Nachtrag unten;
Die Klage ist durch Vergleich erledigt worden

Johann Käppler klagt gegen den Schäfer - 1861
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 30.September 1861 heist es:
Heute erscheint Johann Käppler und trägt vor
Ich besize ungefähr 5.Viertel Wiesen im Lindenhölzle worauf ich mein erstes Oehmd gemacht und eingeheimst habe. Diese Wiese hat ein ganz schönes Schaabgras erzeigt am Donnerstag den 26. l.M. hat mir der hies. Schäfer Pfisterer mit seinem Schaafvieh theils ganz theils minder ausgeweidet. Ich trage darauf an, daß durch eine amtliche Deputation Einsicht von genannter Wiese genommen und durch Befund dessen der Schäfrt Pfisterer nicht nur zur Strafe gezogen, sondern auch mir emine durch die Einsichts Behörde verübte Schaden zu ersezen und in die verursachten Kosten verurtheilt werde.
Beschluß
Auf Verlangen des Klägers Einsicht von dem verübten Schaden nehmen zu lassen.
Hierauf wurde dem Gemeinderath Mugele und Bort der Auftrag ertheilt von dem verübten Schaden zu nehmen.
Nach Vollzug der Einsicht erklären die Beauftragten daß der Schäfer die obenerwähntee Wiese theilweise sudgeweidet habe der Schaden welcher hierdurch verursacht wurden
ist Taxieren wir zu ~1f.30x
Kläger gibt auf vorstehende Einsicht an ich will von meinem Anspruch auf Schadenersatz weil er doch mind.... angeschlagen abstehen jedoch verlange ich daß der Beklagte Gesezlich gestraft werde.
Beklagter wurde ebenfalls vernomen gibt auf befragen an
Mein Sohn hat unter seiner Herde wo er geweidet hat 3.-4. blödsinnige Schaafe gehabt welche zurück geblieben und da er solche hat nachholen wollen. So ist seine Herde in des Klägers seine Wiese gekommen haben aber wenig Schaden angerichtet, Wenn ich gestraft werde so erkenne ich die Strafe für meinen Sohn zu zahlen an.
Beschluß
Da der Beklagte zugestanden daß durch sein Schaafvieh etwa schaden angerichtet worden ist. Auf Verlangen des Klägers in die Ges. Strafe mit 3f. und 42x Kosten zu verfällen
Auf vorlesen erkennt der Vater die angesezte Strafe an und verzichtet auf den Recours

Weinverkauf des Johann heinrich Käppler von Verrenberg im Schwäbischer Merkur: 1862
Bild links: Weinverkauf des Johann heinrich Käppler von Verrenberg im Schwäbischer Merkur: 1862

Karl Käppler beachtet die Polizeistunde nicht - 1868
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 09.Juni 1868 folgendes:
Auf die vom 20. Mai 1868 gepflogenen Verhandlung hat man heute da einige B. In Untersuchung vor das K OberAmtsgericht Weinsberg gezogen und seither nicht zurück gebracht sind mit der Untersuchung welche angez Übertrettung der Polizeistunde vom 10 bis 11 Mai weiter fortgesezt.
Es wurde vorgeladen Gottlob Pfisterer led. von hier welcher in Persohn erschienen ist.
Derselbe gibt auf Vorhalt an
Ich war am 10.Mai d.J. auch in Bizfeld gewesen, mit andern Kammeraden und wie ich mit denselben theilweise von dort aus hier eingetroffen bin was ganz in der Stille geschehen ist. Ich war da ich ein Licht bei Wirth Mornhinwey gesehen habe mit dem Carl Käppler und Wilhelm Schanzenbach auch hinein und haben ein Flasch Wein getrunken nachher kam Carl Dietrich auch hinein wir haben uns vielleicht 1.Stunde aufgehalten und sind dan ganz ruhig nach Hause wie viel Uhr es da war weiß ich nicht weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluß
Da Pfisterer zugestanden daß er auch nach der Polizeistunde gezecht hat in eine Strafe von 1.f. zu verfällen Pfisterer erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recurs
ferner wurde vernommen
Wilhelm Schanzenbach ledig 26.Jahre alt von hier
Derselbe gibt auch Vorhalt an
Ich bin am 10.Mai d.J. auch in Bizfeld gewesen und bin von dort mit dem Gottlob Pfisterer Carl Dietrich und einige welche ich nimmer nennen kann.
Ich war auch zum Wirth Mornhinwey wie wir hieher kommen sind, ich habe von den andern getrunken nemlich von Gottlob Pfisterer und Wilhelm Schanzenbach welche ein paar Schoppen bezahlt haben ich habe mich nicht lang aufgehalten und bin ganz allein nach Hause einen Lärmen habe ich nicht wahrgenommen weiter weiß ich nichts anzugeben.
Beschluß
Johann Kugler
Da sich Kugler auch nach der Polizeistunde in der Wirtschaft begeben hat denselben wegen Übertrettung in eine Strafe von 1f. zu verfällen. Kugler erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recurs
Weiter wurde vernommen
Carl Käppler led. von hier 17.Jahre alt
Gibt auf Vorhalt an
Ich war am 10.Mai auch in Bizfeld gewesen, von dort aus bin ich mit Zöllers kleinen Knecht hieher .. ich vor dem Hause des Schmidt Mornhinwey vorbei ging so war noch ein Licht im Wirtschaftszimmer dann bin ich auch hinein und habe mich hingesezt und habe geschlafen bis morgens 6 Uhr wie ich von Bizfeld hieher kommen bin, war ich zwar in das Haus gegangen wo sich mein Grosmutter aufhällt ich habe derselben geklopft, dieselbe aber da sie etwas Uebelhörig ist, hatte mein Klopfen nicht wahr genommen auf dieses bin ich aber zu Wirth Mornhinwey um dort die Nacht über vollends durchzubringen, den auf der Gasse habe ich nicht übernachten können wer als noch darin war weis ich nicht als den Georg Feinauer den ich habe gleich geschlafen weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluss
Da sich Käppler nach der Polizeistunde auch in die beteffende Wirtschaft begeben hat in eine Strafe von 1f. zu verfällen
Käppler erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Rekurs

Carl Käppler will ein Zeugnis, um eine Jagdkarte zu erhalten - 1874
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 05.Oktober 1874 findet sich folgendes:
Dem Carl Käppler led. 24 Jahre alt von hier Zeugniß ausgestellt Behufs Erwerbung einer Jagdkarte
daß er ein gutes Predikat ohne Vorstrafen und ein Vermögen v. ca. 36000f. Besizt

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828
Wochenblatt für Land- und Forstwirtschaft, 30.Juli 1870
Kreisarchiv Neuenstein: Der Hohenloher Bote; 1854
Kreisarchiv Neuenstein: Der Hohenloher Bote; 1856