Verrenberg HistorischDie Familie Johann Sebastian Peter Braun
(1846-19??) in Verrenberg


Johann Sebastian Peter Braun ist wohnsteuerpflichtiger Beisitzer seit 1870
Im Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art und Zeit als Beisitzer:11.März 1870
Art und Zeit des Austritt als Beisitzer:  
Bemerkung: Heimathrechts Urkunde und Trauschein

Vergleich wegen Ehepfänden - 1873
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 20.März 1873 heist es:
Klage der 22.Jahre alten ledigen Rosina Frank v.hier gegen Johann Braun Schreiner v. hier zurück Forderung von Ehepfändern betreffend wurde durch Vergleich erledigt

Johann Sebastian Peter Braun erhält ein Zeugnis - 1873
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 26.März 1873 findet sich folgendes:
Dem Schreiner Johann Braun v. hier ein Predikat und Vermögenszeugniß ausgestellt, welches enthält,
daß derselbe ein gutes Prädikat hat und an Vermögen nach lt. Eventualtheilung v. 13.Jan 73 von 254f. besitzt.

Johann Sebastian Peter Braun klagt gegen seinen Lehrling - 1874
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 5.Oktober 1874 findet sich folgendes:
Klagsache des Johann Braun Schreiner von hier gegen seinen Lehrling Samuel Gaßmann von Adolzfurth wurde der Streitgegenstand am 28.August 1874 von dem Schulth.Amt an den Gemeinderath verwiesen, und wurde heute durch vergleich erledigt

Wird wegen Mißhandlung von Frau und Kinder angeklagt - 1875
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 07.Januar 1875 folgendes:
Das K Oberamtsg. Oehringen lies Haftbefehl ergehen und den Braun am 8.Jan. verhaften und in Untersuchungsarest bringen.
Am 11 Jan kam Hl. Oberamtsrichter hieher und die Untersuchung vorgenommen, wegen Krankheit der Klägerin.
Wegen wiedersetzung beziehungsweise nicht folge leistend, ist Braun von hier noch zu bestrafen.

Sein Lehrling verlässt die Stelle - 1875
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 11.Januar 1875 folgendes:
Es erscheint Samuel Gasmann, Sohn des Samuel Gasmann Weingärtner in Adolzfurth, Schreiner Lehrling bei Schreiner Joh. Braun von hier.
Bringt vor
Da mein Lehrmeister Joh. Braun schon einige Tage wegen Mißhandlung seiner Frau verhaftet ist, so weis ich nicht was ich arbeiten soll auch ist bei der Krankheit der Frau die Kraft eine ganz unordentliche, überhaupt kann ich das unordentliche Hauswesen wo die Frau alle paar Tage geschlagen wird und der Lehrmeister so sehr Trunk ergeben ist nicht länger ansehen da alle guten Sitten aufgehört haben.
Aus diesen aufgeführten Gründen kann ich den am 5.Okt 1874 vor dem Gemeinderath eingegangenen Vertrag nicht einhalten und erkläre hiemit daß ich heute die Lehrstelle verlasse, ich gehe zunächst heim zu meinen Eltern und werde mich von da nach einem anderen unterkommen erkundigen. Ich sehe ein daß ich bei Braun meine Lehrzeit nicht vollenden kann da mir die Vollendung von großem nachtheil were.

Wird wegen Mißhandlung von Frau und Kinder angeklagt - 1875
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 15.Januar 1875 folgendes:
Johann Braun Schreiner von hier wurde am 7.Januar d.J. von seiner Ehefrau wegen Mißhandlung angeklagt, Braun wurde von dem Schultheißenamt durch den Amtsdiener vorgeladen welcher aber erklärt er gehe heute nicht mehr zum Schultheißen auf ein zweites Vorladen (da Braun auch die Kinder Mißhandelle) hat er seine Hausthiere verschoßen, und hat dieselbe durch zweimaliges auffordern nicht ....ent, und sich derweise wiedersetzt daß er nicht vernommen und der Mißhandlung seiner angehörigen nicht entzogen werden konnte.
Es wird nun
Beschloßen
Den Braun nach Art.46 des Polizeistrafrechts in eine Geldstrafe von 2.Thaler zu verfällen, was demselben hiemit eröffnet wird.
Die Eröffnung mit der Rekursbelehrung in der Weise, daß er im fall er sich hierüber für beschwert erachte, den Rekurs innerhalb 2 mal 24 Stunden angemeldet habe und daß die Versäummnuß den Verlust des Rechts nach sich ziehe.
Vormittags 10 1/2 Uhr

Johann Sebastian Peter Braun erhält ein Zeugnis - 1875
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 16.Januar 1875 findet sich folgendes:
Dem Schreiner Johann Braun hier und seiner II Ehefrau Sophia geb. Merz folgendes Zeugniß ausgestellt.
1. des Ehemanns
   a. Braun ist in neuerer Zeit sehr dem Trinken ergeben er weis das gute Geschäft das er hat in der weise zu benützen, daß er sich gut bezahlen läßt und hauptsächlich für seine eigene Person verwendet. Daneben ist er sowohl daheim als auswärts bezüglich der Kost, Wasch und Kleidung gegenüber seinem Vermögen sehr anspruchsvoll.
   b. Vorstrafen hat er zwar seit seinem 4.Jährigen hiersein noch keine erstanden, dagegen wurde Braun wegen Trunksucht und grober Behandlung seiner Frau schon 2. mal vor dem gemeinschaftl. Amt ernstlich ermahnt.
   c. Vermögen besitzen die beiden Eheleute ca. 400f.
2. der Ehefrau
   a. diese ist als stille solide etwas schwächliche Frau bekannt
   b. Vorstrafen bei ihrem hier sein noch keine
   c. Gemeinschaftliches Vermögen wie beim Ehemann

Wird wegen Verschwendung und Betrunkenheit verurteilt - 1876
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 05.Februar 1876 folgendes:
Es ist zur Anzeige gekommen, daß Schreiner Johann Braun von hier, welcher schon einige mal wegen Verschwendung und Betrunkenheit gewarnt wurde.
Am 30, 31 Jan und 1.Feb d.J. in Bizfeld Brezfeld und hier 3.Tage wieder Betrunken und ohne Beschäftigung herumgelaufen sei.
Diese Begebenheit ist theils durch angabe des Carl Häfele v. Z..... im Sch.klag.Protokoll No 56i und theils durch eigene Ueberzeigung sowie durch sonstige Kundgebungen von Schmelzle nachgewiesen und wird deßhalb Braun gemäß St.G. B. §361 Zif. 5 in eine Arest Strafe von 1. Tag verurtheilt mit Kostenersatz
Der Bestrafte nimmt die Strafe an bittet aber, daß er die Strafe erst am Montag den 7.Febr. anstehen dürfe was demselben gewährt wurde.

Johann Sebastian Peter Braun möchte für sich und seine Familie das Bürgerrecht - 1887
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 12.Dezember 1887 findet sich folgendes:
Die hienach aufgeführten Persohnen bitten um Aufnahme in das hiesige Bürgerrecht, dieselben verzichten auf ihr seither gehabtes Bürgerrecht, nehmlich
....
12. Johann Sebastian Peter Braun Schreiner geb. am 31.Oktober 1846 in Adolzfurth, verheiratet in III.Ehe mit Maria Adelheid geb. Beck geb. am 14.Oktober 1849 in Sontheim
Vater folgender Kinder
a. Johann Rudolf Gottlieb geb. am 27.Mai 1871
b. Regine Luise geb. am 10. Januar 1874
c. Ludwig Rudolf Nikolaus geb. am 20. Juli 1877
d. Maria Viktoria Katharina g. am 31.Dec 1880
e. Paul Franz Blasius geb. am 5.Juni 1883
f. Franz Peter geb. am 29.Januar 1886
bisher bürgerlich in Adolzfurth seit 1870 hier wohnhaft

Nach den vorgelegten Nachweisen sind dieselben
1. Im Besitz der württembergischen Staatsangehörigkeit
2. Im alter über 25. Jahren
3. Entrichten dieselben seit wenigstens __ Jahren aus einem der Besteuerung der Gemeinde unterworfenen Vermögen , Steuer zur hiesigen Gemeindepflege.
Im letzt verfloßenen Rechnungsjahr bezahlten in hiesiger Gemeinde neben der Wohnsteuer an Staatsamtskörperschaft und Gemeindesteuer von Grund, Gebäude und Gewerbe zusammen
...
Zif. 12. Braun Johann 14M 91d
...
4.) Liegt bei denselben keines im Art. 14. und 57 des Gesetzes über die Gemeindeangehörigkeit vom 16.Juni 1885 angeführten Mängel vor.
5.) Haben dieselben schon vor dem 1.Januar 1886 das Recht zur Theilnahme an der Wahl zu den Gemeindeämtern auf Grund des Art. 3. Abs. 1. des Gesetzes vom 6.Juli 1849 beseßen.
   Hienach haben die Nachsuchenden Anspruch auf Ertheilung des Bürgerrechts und ist das Bürgergeld anzusetzen nach Gesetz Art. 45. Abs.2. des Gesetzes.
Beschluß
1.) Den vorerwehnten Persohnen Zif. 1-12 das Bürgerrecht in hiesiger Gemeinde zu ertheilen
2.) Denselben anzusetzen für die Verleihung des Bürgerrechts je 3M
3.) Die Ansätze der Gemeindepflege zum Einzug zu überweisen
4.) Eintrag in die Bürgerliste machen zu lassen
5.) Den Gemeinderat der betreffenden Orte wo die nachsuchenden Persohnen seither bürgerlich waren zu benachrichtigen
6.) Den Nachsuchenden Eröffnung zu machen.

Adelheid Braun wird bestraft - 1890
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 22.September 1890 findet sich folgendes:
wurde Karoline Bühner Wittwe und Adelheid Braun Schreiners Wittwe wegen entwendung von Obst in geringer Menge gemäß Art 36 des Polizeist. Ges. v. 27.Decbr 1871 je um 1M gestraft
Beil No 131

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
http://www.rootsweb.com/~walincol/obitssassincem.htm
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner ab 1828