Verrenberg HistorischDie Familie Christian Friedrich Carle
(1871-1929) in Verrenberg

Christian Carle 1930 Ernst Carle Verrenberg Karl Carle Verrenberg

Das Bild von 1914 zeigt von links: eine Magd, Frieda Carle mit Sohn Ernst auf dem Arm, ein Mädchen, Christian Friedrich Carle, Sohn Christian Carle

Christian Friedrich Carle wird als Ersatzmann der Inventurbehörde gewählt - 1911
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 17.November 1911 liest sich das so:
Wahl der Mitglieder der örtlichen Inventurbehörde für die Kalenderjahre 1912 - 1914
Schultheiß Bort meldet sich, dass er Mitglied sein will
Als weiteres Mitglied Gemeinderat Brand gewählt
Als Ersatzmänner wurden gewählt
Gemeinderat Schenk und Gemeinderat Chr. Carle

Christian Friedrich Carle wird zum Gemeindepfleger gewählt - 1913
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 23.Oktober 1913 liest sich das so:
Nachdem der seitherige Gemeindepfleger Brand am 8.d.M. mit Tod abging, wird heute zur Neuwahl geschritten unter den nachstehenden Vorschriften:
Die Wahlperiode wird auf die Dauer von 6 Jahren bis 31.März 1919 festgesetzt.
Bezüglich der Belohnungs und der Sicherheitsleistung soll es sein verbleiben wie bisher haben, ebenso bezüglich des am 15.April 1908 mit Gemeindepfleger Brand abgeschlossenen Dienstvertrags oben S.163.
Hierauf wurde in geheimer Abstimmung zur Wahl vorgeschritten.
Es erhielt von 5 abgegebenen Stimmen
Chr. Carle 4 St
Chr. Schmelzle 1 St
ersterer ist somit gewählt
Beschluß
1. Den neugewählten zu Verpflichten die Sicherheitsleistung durch Bestellung von Hypotheken an Grundstücken im Gemeinderäth. geschätzten Wert von mindestens 450M zu bewirken
2. Den Gewählten sofort in Pflichten zu nehmen, ihm eine Gemeindeordnung, die Casse, Akten und die sonstige Fahrniß als bald vorschrifzsmäßig zu übergeben.
3. Kautions Sicherheitsurkunde zu fertigen und diese mit den nötigen Unterlagen nebst Prottokollauszug dem K. Oberamt vorzulegen.
4. Dem somit gewählten erteilt hiezu der Bürgerausschuß seine Zustimmung

Christian Friedrich Carle - Dienstvertrag als Gemeindepfleger - 1914
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 10.März 1914 liest sich das so:
Gemäß Erlasses des K. Oberamts vom 27.Februar 1914, betreffend die am 23.Oktober 1913 erfolgte Wahl des Gemeindepflegers Christ. Carle Gutsbesitzer und Gemeinderat hier geb. am 27.August 1871 in Verrenberg, wieder heute beraten und folgender
Dienstvertrag
im Sinn des Art. 103 Abs.1 der Gemeindeordnung aufgestellt.
1. Die Aufstellung des Gemeindepflegers erfolgt auf die Dauer von 6. Jahren; bis 31.März 1919
2. Der Gemeindepfleger hat keine Nebenämter zu bekleiden, zur Annahme solcher hat er Genehmigung des Gemeinderats einzuholen.
3. Die Annahme der Wahl in den Gemeinderat ist ihm gestellt, und hat der Bürgerausschuß in abgesonderter Beratung der Wahl der Wahlvornahme des damaligen Gemeindepflegers am 23. November 1913 zugestimmt. Wärend der beratung war das Gemeinderatsmitglied Chr. Carle nach Art. 33 Abs. 2 d. G.Ord. abgetreten
4. Dem Gemeindepfleger sind aus der Gemeindekasse zu bezahlen, wie am 23. November 1913 festgesetzt
Jährlicher gehalt 265M
Entschädigung für Kanzleiaufwand 5M
Art.105 Abs. 3 letz Satz der Gem. Ordn. 50M
An Stelle der aus andern Kassen fließenden und der Gemeindekasse zufallenden Gebühren für den Einzug folgender Umlagen und Abgaben.
Brandschadenumlage rund 16M
Umlage zur Landw. Berufsgenossenschaft 21M
amtskörperschaft, Berufsgenossenschaft 1M
Dabei wurde beriksichtigt, daß das Haupbuch vom Verwaltungsakteur angelegt und gefürt wird.
Die Gemeindeeinkommensteuer und GemeindeKapitalsteuer durch den Gemeindepfleger eingezogen, sowie die Hundeaufnahme von dem Ortsvorsteher besorgt wird.
5. Die Höhe der Sicherheitsleistung hat der Gemeinderat festzusetzen dieselbe ist festgesetzt bis 1432M ordentlicher voranschlagsmäßiger Einahmen;
1/4 von 1232 Landwirt. Umlage 308M
Gemeindeumlagen im Betrag von 5273M
Gemeindeeinkommensteuer 320M
Summa 8033M
a 4% = 321M
und wird der seitherige Beschluß auf 400M dementsprechend geändert.
Änderungen bleiben hier wie bei allen Bestimmungen des Dienstvertrages vorbehalten

Christian Friedrich Carle - Wiederwahlg als Gemeindepfleger - 1919
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 31.März 1919 liest sich das so:
Nachdem die Wahlperiode des Gemeindepflegers Christian Carle heute endigt, wird heute zur Neuwahl geschritte, unter folgenden Bestimmungen:
Die Wahlperiode wird auf 6 Jahre 1.April 1919 - 31.März 1925 festgesetzt, bezüglich der Belohnung und Sicherheitsleistung und der am 15. April 1908 mit dem Gemeindepfleger oben Seite 163 abgeschlossenen Dienstvertrags wird nichts geändert;

Neuwahl des Gemeindepfleger
Wahlperiode 6 Jahre von 1.April - 31.März 1925
wiedergewählt Christian Carle; letzterer gilt also auch aufs Neue.
Bei der hierauf in geheimer Abstimmung vorgenommenen Wahl erhielt alle 5 vom Gemeinderat abgegebene Stimmen der seitherige Rechner Christian Carle, 5 Stimmen wozu der Bürgerausschuß seine Zustimmung erteilt
Beschluß
Den Neugewählten Rechner s. ob. S. 292 auf seine früher abgeöegten Diensteid hinzuweisen, im übrigen soll es bei den seitherigen Bestimmungen sein Verbleiben haben

Carle Frieda Sohn wird gestraft - 1931
In den polizeilichen Strafverfügungen vom 07.Januar 1931 findet sich folgendes:
Carle Frieda Sohn wird wegen "§ 366 Ziff 10" um 2M gestraft.

Willi Carle wird gestraft - 1939
In den polizeilichen Strafverfügungen vom 25.März 1939 findet sich folgendes:
Willi Carle wird wegen "§ 360 Ziff 11 St.G.B. grober Unfug u Nachtruhestörung" um 3RM gestraft.

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Strafverfügung 1892-1947
Ortsarchiv Verrenberg: Tafel zum ehrenden Andenken der gefallenen und vermissten 1939-1945