Verrenberg HistorischDie Familie Carl Christian Carle
(1829-1915) in Verrenberg

Carl Christian Carle will heiraten - 1856
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 02.Juni 1856 liest sich das so:
Es erschien Carl Carle Sohn des + Ludwig Carle gewesenen Lindenwirth von hier und trägt vor:
Ich habe mich mit der Christine Louise Burkhardt Tochter des Schultheißen Burkhardt Ehloch versprochen und bitte daher meiner Verlobten das hiesige Gemeinde und Activ Bürgerrecht zu ertheilen.
Deren Gesuch hinterlegt er einen Geburtsbrief des Gemeinderathes Brezfeld vor wonach dieselbe ein gutes Prädikat und an Vermögen
4300f. besizt
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß huldigt der Ansicht daß der Nahrungsstand gesichert weßhalb beide Collegien
Beschliesen
Der Bittstellerin das hiesige Activ und Gemeindebürgerrecht zu verleihen und anzusezen
Bürgeraufnahme Gebühr
  für die Braut 5f.
    Gemeinderathssporteln 1f.30x.
  Dem Bräutigam
    Sorrogat für Nachtwache 6f.
    Waisenhausgebühr 30x.
    für Feieraimer und Obstbäume 2f. 42x.
    Aufwärter 6x.
Summa 15f. 48x.

Carl Christian Carle erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1856
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: 31.Mai Geburt
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: den 24.Juni 1856 durch Verehlichung
Bemerkung: 11.März 73 Schultheiß

Carl Christian Carle verkauft Wein - 1857
Im Hohenloher Bote bietet Carl Christian Carle 1857 Wein zum Verkauf an.

Ludwig Mugele klagt gegen Carl Carle - 1859
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 19.Mai 1859 folgendes:
Es erschien Ludwig Mugele Bauer von und beschwert sich daß dem Carl Carle seine zwei Pferde mit der Egge ihm auf seinen im Lengenfeld liegenden Aker welcher mit jungem Blauen Klee angeblümt ist der Länge nach über den ganzen Aker gestreut sind und haben den Klee theils zertretten theils abgerissen ich bitte daher da mir Carle nicht geneigt ist auf gütlichem Wege den Schaden zu ersezen was derselben schon vor dem Schultheißenamt erklärt hat Augenschein von der Sache nehmen zu lassen und nach Erfund dessen darüber zu verfügen
Der Beklagte wurde über vorstehende Beschwerde verständigt gibt an
Der Kl. hat das Offert gemacht daß wenn er nicht 2f. bekomme so könne er nicht zu frieden sein ich sehe aber gar nicht ein wie derselbe 2f. verlangen kann da jedoch fast gar nichts ersehen werden kann was für Schaden verursacht worden ist ich habe deshalb keine Einwende zu machen wenn der Kläger Einsicht von der Sache auf Unrechtskosten nehmen lassen will
Auf vorstehende Angabe des Kl. so wie des Beklagten hat man die Gemeinderäthe Adam Bort und Christian Mezger Beauftragt sich an Ort und Stelle zu begeben und Einsicht von der Sache zu nehmen und nach Erfund dessen die Erklärung hier zu Protokoll zu geben
Nach gewonnener Einsicht erscheinen die Beauftragten Comission und geben an wir haben die Sache eingesehen und erfunden daß die Sache von keiner Bedeutung war die Pferde haben keine Stapfen in das Grundstück gemacht und haben auch nicht ersehen daß Klee zertretten war, blos was durch die Einsicht der Comission und der Parthein zertretten worden ist in einigen Stellen ist zwar an dem Klee etwas abgerissen welches wahrscheinlich durch die Fuhrwage welche die Pferde noch anhängend war geschehen.
Den Schaden schlagen wir an zu 10-12x. Was wir hiermit Pflichtgetreu Beurkunden
Über vorstehende Angabe der Comission wurde der Bekl. s.w. der Kl. verständigt und zur Ver.....stung vorgerufen welche beide in Persohn erschienen sind und wurde zwischen beiden da die Sache nicht aus Bosheit verübt worden ist ein Vergleichsversuch angestellt welcher aber wieder fehl schlug. Der Kläger hätte sich begnügen lassen wenn der Beklagte die Unkosten und den von der Comission angegebenen Schaden ersezt hätte. Der Bekl. gibt hierauf an ich wil den Schaden s.w. der Kostenersaz den Kläger ersezen. Der Kläger ist hiemit einverstanden und verzichtet auf die Klage

Carl Christian Carle will neue Scheune bauen - 1860.
Wird nicht umgesetzt, da er 1862 die Scheune 42A kaufte.
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 16.April 1860 liest sich das so:
Es erschien Carl Carle Lindenwirth von hier, und trägt vor, ich habe mich entschlossen, eine neue Scheuer in meinem Sommergarten neben meinem Haus von 71 lang und 40 breit mit Steinernem Stok versehen aufzubauen worüber ich eine Zeichnung und Situationsplan habe fertigen lassen, und somit hier zur Einsicht vorlege ich bitte daher um Gemeinderäthliche Genehmigung dieses Gesuchs
Auf vorstehendem Antrag hat man die angrenzenden Nachbarn um die Bauausführung sichern zu können in Kenntniß gesezt, und zur Erklärung aufgefordert ob sie über diese Erbauung etwas zu erwiedern wissen.
Der nächste Nachbar Friedrich Kern derselbe erklärt daß von ihm aus keine Hindernis im Wege stehen
Der 2te Nachbar war Christian Mezger Gemeinderath von hier gibt ebenfalls an daß er gegen dieses Bauvorhaben nichts einzuwenden habe.
Der Gemeinderath hat über dieses Gesuch Berathung gepflogen und
Beschlossen
Diesem Gesuche statt zu geben weil dieser Neubau nicht Feuergefährlich zu stehen kommt, hievon aber dem K. Oberamt Oehringen einen Protokollauszug nebst Riß und Plan zur Hohen Genehmigung vorzulegen

Carl Christian Carle bietet 3000fl zum Ausleihen an - 1860
In diesem Jahr baute er die neue Scheune und hatte soviel Geld übrig.

Carl Christian Carle bietet einen Farren zum Kauf an - 1861

Carl Christian Carle bietet Bauholz zum Kauf an - 1862
Er hat die Scheune 42A gekauft und braucht das Bauholz nicht mehr.

Der Lindenwirth Carle klagt gegen Johann Georg Frank - 1863
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 15.Juli 1863 folgendes:
Es erschien Lindenwirth Carle von hier und beschwert sich
Daß ihm Johann Georg Frank von hier am 14.Juli unerlaubter Weise Dung über seinen Weinberg welcher jetzt mit Klee angeblümt ist geführt habe, Allwo ich doch demselben keine Fuhr zu leiden schuldig bin, wenn Frank nicht im gütlichen Wege mit mir übereinkommt so verlange ich daß er gestraft werde
Auf Vorhalt gibt Bekl. an es ist richtig daß ich 1.Wagen Dung über dieses Grundstück geführt habe, ich habe gedacht es werde keinen Schaden bringen weil der Kleee noch ganz gering angewachsen ist.
Da Frank zugestanden daß er nicht rechtlich gehandelt und gegen dem Kläger anständig begegnet ist so hat letzterer erklärt, daß er auf seine Klage verzichtet mit dem Bemerken, daß wenn Bekl. wieder über dieses Grundstück fahren wollte zu Erlaubnis einzuholen habe

Carl Christian Carle bietet einen Farren zum Kauf an - 1863

Carl Christian Carle bietet 1500fl Pfleggeld zum Ausleihen an - 1863

Die Gewichte würden überprüft - 1866
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 11.August 1866 folgendes:
Der unterzeichente hat heute den 11.August 1866 die Visitation über die Maaße und Gewichte vorgenommen und beides für richtig erfunden
Schultheiß Lay

Schulth. Carle und GemPfl. Mugele werden zu Ortsschätzer gewählt - 1873
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 17.Juli 1873 liest sich das so:
Gemäß Aufforderung des K. Oberamtes Amtsbl. No.107 ist zur Vorname des Gebäudeeinschätzungsgeschäfts von den Gemeinderath ein sachverst. Ortsschätzer und ein Ersatzmann zu wählen.
Behufs dessen wurde heute die Wahl vorgenommen und wurde gewählt
als Schäzer Schulth. Carle
als Ersatzmann Gemeindepf. Mugele
hievon wurde dem K.Oberamt im Orginal Anzeige gemacht

Schultheiß Carle muss in Hall als Geschworener fungieren - 1878
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 12.Dezember 1878 folgendes:
Schultheiß Carle hat am 16ten December d.J. als geschworener in Hall zu erscheinen deren Dauer noch nicht bekannt ist. Werend dieser Abwesenheit wird GeRath &GemeindePfl Mugele als Amtsverweser bestellt, wozu von Kl. Oberamt Genehmigung einzuholen ist

Nachtrag links:
v. Kl. Oberamt am 13. Dec 78 genehmigt

Der Schultheiß Carle wird beschimpft - 1885
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 31.März 1885 folgendes:
Christoph Dietz Korbmacher von Brezfeld ist heute in stark betrunkenem Zustand in mein Haus zuerst in meiner des Schultheißen Abwesenheit später nochmals wo ich zu Hause war gekommen, jedesmal über mich geschimpft, mit den Worten, ich habe Lügen an das Kl. Landgericht Heilbronn geschrieben, ich habe seinen Vater beschießen ...
Zur Aufrechterhaltung des amtlichen Ansehens wurde Dietz durch den inzwischen gekommenen Polizeidiener Weiß und Beihilfe einiger anderer auf 24 Stunden in den Ortsarrest gebracht und vom 31.März Mittags 12 Uhr bis 1.April Mittags 12 Uhr ausgeführt

Carl Christian Carle will das Haus Nr.23 neu bauen - 1889
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 12.Juni 1889 liest sich das so:
Schultheiß Carle welcher Mitglied der Ortsbauschau ist beabsichtigt den Umbau beziehungsweise Neubau seines Wohnhauses Geb. No.23 es ist deßhalb für denselben zur Vornahme der Ortsbauschau als stellvertretens Mitglied zu wählen, diese Wahl wurde heute vorgenommen und als Stellvertreter nur für diesen Fall gewählt.
Christian Mezger Gemeindepfleger mit 5 St dieser nimmt die Wahl an und wird sogleich verpflichtet.

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1501 Band 6)
Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Forschungsarbeit von Sigrid Brümmer, Stuttgart
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828
Hohenloher Kreisarchiv: Der Hohenloher Bote von 1857
Hohenloher Kreisarchiv: Der Hohenloher Bote von 1859
Kreisarchiv Neuenstein: Der Hohenloher Bote von 1860
Kreisarchiv Neuenstein: Der Hohenloher Bote von 1861
Kreisarchiv Neuenstein: Der Hohenloher Bote von 1862
Kreisarchiv Neuenstein: Der Hohenloher Bote von 1863