Verrenberg HistorischDie Familie Wilhelm Friedrich Hüttinger
(1853-1884) in Verrenberg


Wilhelm Friedrich Hüttinger möchte eine "Wirtschaftsconsession" - 1878
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 16.Oktober 1878 findet sich folgendes:
Wilhelm Hüttinger Weingärtner von Lehrnsteinsfeld welcher kürzlich das Johann Mornhinwegsche Anwesen worauf schon längere Zeit eine Wirtschaft betrieben wurde erkauft hat, erscheint und trägt vor, daß auch er die auf dem Gebäude schon längst beriebene Schankwirtschaft mit Ausschank von Wein, Obstmost und Brandwein ausüben möchte und bittet, zur einholung der Wirtschaftsconsession in polizeilicher hinsicht um ein Zeugniß vom Ge Rath Verrenberg.
Nachdem Hüttinger lt. vorgelegtes Zeugniß vom 28.Septbr. d.J. vom GeRath Lehrnsteinsfeld ausgestellt, ein gutes Prädikat hat und daß die in §33. Abs.1 der Gewerbeordnung bezeichneten Mängel bei den Hüttingerschen Eheleute nicht zutreffen, so wird diesseits zu bezeugen
Beschlossen
1) daß gegen dieses Gesuch diesseits keine gesetzliches Hinderniß bekannt ist
2) Was die Localität betrifft, entspricht dieselbe dem Minist. Erlass vom 22ten Juli 1878 mit Ausnahme der Stokhöhe welche anstatt 2,3 met nur 2,05 met lichte Höhe hat.
3) In betreff des Brandweinausschankes wird mit rücksicht darauf, daß in gleichem Gebäude ein solcher eingegangen ist und somit in hies. Ort nur noch ein Brandweinkleinverkauf besteht dieß als ein Bedürfniß erachtet.
Im obrigen Gemeinderatsprotokoll vom 16.Oktober 1878 findet sich auf linker Seite folgende Nachträge:
Vermög Erlaßes des Kl. Oberamts vom 19.Oktober 1878
Hat Hüttinger die Erlaubniß zum ausschank nebiger Getränke gegen Bezahlung von 50M 60d Concessionsgeld erhalten


Nach erhaltener Mittheilung vom 24.Oktober 1878 ist dem Hüttinger auf sein Ansuchen beim Kl. Oberamt, die Obstmostausschank Conces. zurück gewonnen und dagegen diejenige für den Bierschank ertheilt worden.

Durch Beschluß des Kl. Oberamts vom 14.Oktober 1881 wurde dem Hüttinger die Erlaubniß zum Obstmostausschank gegen Bezahlung von 15M Sporkel ertheilt

Wilhelm Friedrich Hüttinger bekommt für sein Gnadengesuch ein Zeugnis - 1880
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 19.Dezember 1880 findet sich folgendes:
Auf Anordnung des Kl. Kameralamts Oehringen vom 14.Decbr. d.J.
Wird dem Wilhelm Hüttinger Wirth hier welcher wegen Brandweinsteuergefährdung gestraft ist Behufs einreichung eines Gnadengesuchs hiermit zu Bezeugen
Beschlossen
1. Familienverhöltnisse, Hüttinger ist 27 Jahre alt, hat Frau und 2 Kinder letztere im alter von 3 und 1 Jahr.
2. Prädikat, gut
3. Vorstrafen seit seinem 2 jährigen hiersein keine
4. Vermögen, ca. 3000M

Christine Katharina Hüttinger bittet nach dem Tod ihres Mannes um "Wirtschafts Concesion" - 1884
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 21.Mai 1884 findet sich folgendes:
Wurde in dem Wirtschafts Concesionsgesuch der Witwe Christina Hüttinger hier, auf die am 16ten Mai d.J. abgegebene Äußerung des GeRats dahier und auf Grund der Gewerbeordnung §33 und der Minist. Verfüg. Vom 22. Juli 1878 Mist. Amtsbl. S.218 von dem Kl. Oberamt die Genehmigung zum ausschank von Wein, Bier, Obstmost und Brandwein ertheilt. Der GeRat hat hievon Kenntniß erhalten und der Hüttinger wurde die Genehmigungurkunde (mit Belehrung wegen verunreinigung des Brandweins nach der Ministvorl. vom 18. Juli 1878 Regbl. S.181) eingehändigt.
Bereits am 06.März 1885 stirbt die Witwe Christine Katharina Hüttinger im Alter von 28 Jahren. Ihr Mann war nur 30 Jahre alt geworden - was war hier passiert?

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle