Verrenberg HistorischDie Familie Johann Georg Ludwig Mugele
(1830-1872) in Verrenberg


Johann Georg Ludwig Mugele will für seine Verlobte das Bürgerrecht - 1856
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 26.April 1856 liest sich das so:
Es erschien Ludwig Mugele Sohn des res. Schultheiß Johann Mugele von hier und bittet um Erlaubniß seiner Verlobten Rosina geb. Hüttinger v. Lehrsteinsfeld Oamts Weinsberg in das hies. Bürgerrecht aufzunehmen.
Deren Gesuch hinterlegt er einen Geburtsbrief des Gemeinderaths Lehrnsteinsfeld vor wornach sie ein gutes Prädikat und an Vermögen 2000f. Zeitausend Gulden besizt.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß huldigt der Ansicht das der Nahrungsstand gesichert ist weshalb beide Collegien beschliesen
Der Bittstellerin das hiesige Ortsbürgerrecht zu verleihen und den Verlobten anzusezen
für die Braut
  Bürgerannahme Gebühr 5f.
dem Bräutigam
  Nachtwachsorugat 6f.
  für Feieraimer und Obstbäume 2f. 42x.
  Gemeinderaths Sportele 1f.30x.
  Waisenhausgebühr 1f.
  Aufwärter 6x.
zusammen 16f. 18x.

Johann Georg Ludwig Mugele erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1856
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: 26.April 1856 Geburth
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: durch Verehlichung 14.Apr 1856

Beibringinventur - Johann Georg Ludwig Mugele - 1856
Johann Georg Ludwig Mugele hat von seinem Vater den Hof Nr.49 um 6500f übernommen.
Er bringt einen Wert von 2196f 33x mit.
Sie bringt 2290f 1x in die Ehe ein.
In Summe also 4486f 34x

Ludwig Mugele klagt gegen Carl Carle - 1859
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 19.Mai 1859 folgendes:
Es erschien Ludwig Mugele Bauer von und beschwert sich daß dem Carl Carle seine zwei Pferde mit der Egge ihm auf seinen im Lengenfeld liegenden Aker welcher mit jungem Blauen Klee angeblümt ist der Länge nach über den ganzen Aker gestreut sind und haben den Klee theils zertretten theils abgerissen ich bitte daher da mir Carle nicht geneigt ist auf gütlichem Wege den Schaden zu ersezen was derselben schon vor dem Schultheißenamt erklärt hat Augenschein von der Sache nehmen zu lassen und nach Erfund dessen darüber zu verfügen
Der Beklagte wurde über vorstehende Beschwerde verständigt gibt an
Der Kl. hat das Offert gemacht daß wenn er nicht 2f. bekomme so könne er nicht zu frieden sein ich sehe aber gar nicht ein wie derselbe 2f. verlangen kann da jedoch fast gar nichts ersehen werden kann was für Schaden verursacht worden ist ich habe deshalb keine Einwende zu machen wenn der Kläger Einsicht von der Sache auf Unrechtskosten nehmen lassen will
Auf vorstehende Angabe des Kl. so wie des Beklagten hat man die Gemeinderäthe Adam Bort und Christian Mezger Beauftragt sich an Ort und Stelle zu begeben und Einsicht von der Sache zu nehmen und nach Erfund dessen die Erklärung hier zu Protokoll zu geben
Nach gewonnener Einsicht erscheinen die Beauftragten Comission und geben an wir haben die Sache eingesehen und erfunden daß die Sache von keiner Bedeutung war die Pferde haben keine Stapfen in das Grundstück gemacht und haben auch nicht ersehen daß Klee zertretten war, blos was durch die Einsicht der Comission und der Parthein zertretten worden ist in einigen Stellen ist zwar an dem Klee etwas abgerissen welches wahrscheinlich durch die Fuhrwage welche die Pferde noch anhängend war geschehen.
Den Schaden schlagen wir an zu 10-12x. Was wir hiermit Pflichtgetreu Beurkunden
Über vorstehende Angabe der Comission wurde der Bekl. s.w. der Kl. verständigt und zur Ver.....stung vorgerufen welche beide in Persohn erschienen sind und wurde zwischen beiden da die Sache nicht aus Bosheit verübt worden ist ein Vergleichsversuch angestellt welcher aber wieder fehl schlug. Der Kläger hätte sich begnügen lassen wenn der Beklagte die Unkosten und den von der Comission angegebenen Schaden ersezt hätte. Der Bekl. gibt hierauf an ich wil den Schaden s.w. der Kostenersaz den Kläger ersezen. Der Kläger ist hiemit einverstanden und verzichtet auf die Klage

Johann Georg Ludwig Mugele will für seine Verlobte das Bürgerrecht - 1868
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 31.Oktober 1868 liest sich das so:
Heute ist erschienen Johann Georg Ludwig Mugele Wittwer und Gemeinderath in Verrenberg und trägt vor:
Ich habe mich mit der Maria Dorothea Tochter des Johann Peter Happold Bürger und Bauer in Oberohrn Ehlich versprochen und bitte daher meine Verlobte in das hies. Bürgerrecht aufzunehmen.
Behufs dieses Gesuchs hinterlegt Bittsteller einen von dem Gemeinderath Oberohrn gefertigten Geburtsbrief vor Wornach diese
1. ein gutes Prädikat und an Vermögen 12019f. besizt worauf nichts in Nuznießung steht und keine Schulden haften
2. Der Bittsteller selbst besizt ein Vermögen von ca. 7000f.
Da also der Nahrungsstand für gesichert erscheint so wurde einstimmig
Beschlossen
Dem Bittsteller seiner Verlobten das hies. Bürgerrecht zu ertheilen und anzusezen
Der Braut
  Bürgerannahme Gebühr 5f.
  Waisenhausgebühr 33x.
  Auszug 12x.
  Aufwärter 6x.

Inventur u Teilung - 2te Ehefrau des Johann Georg Ludwig Mugele - 1868
Zur Eventual Theilung wurde für die minderjährigen Kinder Michael Zentler als Pfleger verpflichtet.
Die Hinterlassenschaft wird auf 12.099f beziffert.

Ein Sägmüller hat Holz bei Ludwig Mugele gekauft - 1870
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 08.Juni 1870 folgendes:
Im Jan 1870 hat Sägmüller Raisach von Untergartach ... ... Nuzholz von Ludwig Mugele hier erkauft und solche auf der hies. Fiznalstraße gelagert und zwar in der Art daß die Fuhrwerke nicht nur gehindert, sondern wegen Unglücksfällen sehr gefährlich gelagert.
Raisach wurde schon früher 2 mal ermahnt dieses Holz wegen Gefährlichkeit abzuführen was aber seither ohne Erfolg blieb.
Auf dieses hat man denselben wegen Nachläßigkeit auf heute Tag forth vorgeladen, und er erschien auch in Persohn.
Es wurde ihm der Vorhalt gemacht, warum er dieses Holz nach öfteren Ermahnen nicht abgeholt und über dies vorher so unvorsichtig auf die Viznalstraße geleget habe gibt hierauf an
Beim Ablegen war die kalte Witterung und haben dieses Geschäft in Eile ausgeführt und was das Abführen betrifft so habe ich solches wieder an einen dritten verkauft allwo ich der Meinung gewesen bin daß derselbe solches schon längst abgefühet habe weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluß
Da Raisach sich gegen das Polizeistrafgesez im höhsten Grade verfehlt und das Holz so unvorsichtig auf die Viznalstraße No.2 gelagert in einer Strafe von 3f. zu verfällen
Beklagter erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recours

Nachtrag links
Die Strafe mit 3f. ist baar bezahlt worden

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Eventual Theilung
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828
Ortsarchiv Verrenberg: Inventur u Teilung
Ortsarchiv Verrenberg: Beibringinventur