Verrenberg HistorischDie Familie Johann Peter Christoph Zorn
(1827-1897) in Verrenberg


Georg Johann Gottlieb Atz wird Pfleger der Kinder des Peter Zorn - 1836
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 07.November 1836 findet sich folgendes:
Ferner wurde verpflichtet Gottlieb Atz als Pfleger der Minder Jahrigen Knaben des Peter Zorn
Johann Zorn alt 9 Jahre alt
Georg Peter Zorn 1 Jahr alt

Johann Zorn wird von seinem Knecht verklagt - 1857
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 27.Juli 1857 heist es:
Es erschien Gottlieb Müller von Waldbach Oberamts Weinsberg Dienstknecht bei Johann Zorn led. Hier und trägt vor ich habe mich zu Johann Zorn hier auf ein Jahr nehmlich von Lichtmeß 1857/58 als Dienstknecht verdingt.
Da ich aber ungefähr 1 1/2 Viertel Jahr bei selben war, so habe ich meinen verdienten Lohnvon dem selben verlangt weil ich solchen zu einem Gutskaufschilling zu zahlen, habe verwenden wollen. Worüber mir aber mein Dienstherr erwiedert ich bekomme kein Geld er halte mir meine Vierteljahrlohn aus, auf dieses habe ich meinem Dienstherrn eröffnet daß ich in 4 Wochen aus dem Dienst trette.
Da nun diese 4.Wochen verflossen so habe ich mit meinem Dienstherren sprechen und aus dem Dienste tretten wollen, worüber ich aber die Antwort erhielt, ich bekomme keinen Lohn und soll daher im Dienst bleiben, hierauf sehe ich genöthigt das Schultheißenamt zu bitten den Johann Zorn zu veranlaßen daß ich, weil ich gesetzlich aufgekündigt meinen verdienten Lohn gänzlich bekomme und aus dem Dienste zu tretten berechtigt werde.
Johann Zorn wurd vorgerufen und über vorstehende Klage verständigt gibt hierauf an ich habe meinem Knecht auf ein Jahr gedingt und kann solchen bei einer solch nothwendigen Zeit wie es jetzt in der Endte ist nicht entbehren und daß ich ihn wie er oben angegeben kein Geld gegeben habe ist der Wahrheit gemäß den er hat mir nicht offerirt daß er das Geld zu einen Gutskaufschilling verwenden wolle denn ich dacht er wolle solches Unnütz verwenden weiter weiß ich nichts anzugeben
Auf obrige Erklärung des Beklagten hat man zwischen beiden um eine Gütliche Übereinkunft zu treffen nachgesucht, worauf aber nichts zu Stande kam.
Es wurde somit beschlossen
Dem Johann Zorn die Auflage zu machen daß er seinen Dienstknecht weil derselbe ges. gekündigt aus dem Dienste zu tretten zu lassen und demselben seinen verdienten Lohn ausbezahlen resp. zu zahlen verwilligen.
Johann Zorn hat die Unterschrift verweigert und erklärt hiemit daß die Sache bei dem K.OberAmt oder Gemeinderath entschieden werden soll

Dienstboten des Fries lärmen nachts - 1863
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 19.Mai 1863 folgendes:
Es ist von einigen hies. Einwohnern die Anzeige gemacht worden daß am letzten Sonntag den 17.Mai 1863 in der hies. Sonnenwirthschaft nach der Polizeistunde gezecht und beim nach Hause gehen Lärmend sich betragen haben und zwar die dienstboten des Martin Fries mit Namens
Johannes Wendnagel v. S... Eßlingen
Georg Fischer von Abstadt Heilbron
Friedrich Schluchter von Oberheimbach
Friedrich Trost von Oberstenfeld Murrbach
ferner
Christian Braun von Rappach
Christiane Feinauer von hier
Dieselbe hat man auch heute Tagforth zur Vernehmung vorgeladen welche beide in Persohn erschienen sind
Auf vorhalt geben beide einstimmig an sie geben zu daß sie die Polizeistunde übertretten haben, und bitten um Abkürzung der Protokolle wegen um eine gnädige Strafe
Beschluß
Da beide die Uebertrettung geständig sind
Den Johannes Wendnagel zu 1f.
Den Georg Fischer zu 1f.
Friedrich Schluchter 1f.
Friedrich Trost 1f.
Christian Braun 1f.
Christane Feinauer 1f.
Verwarnungsstrafe Strafe zu verfällen
Beide erkennen die Strafe an und verzichten auf den Recours
Zur Beurkundung
Mit dem Anfügen den Sonnenwirth Zorn da derselbe Orts abwesend ist auf einen weiteren Tagforth zur Vernehmung vorzuladen

Dienstboten des Fries lärmen nachts, Wirth Zorn wird gestraft - 1863
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 21.Mai 1863 folgendes:
Sonnenwirth Zorn wurde auf heute zur Verhandlung vorgeladen, derselbe erschien in Persohn und gibt auf Vorhalt an
Polizeidiener Weiß hat am 17.Mai des Jahr gegen 11 Uhr nachts das 2te mal abgebotten und da haben sich meine anwesenden Gäste sogleich entfernt, kaum als sich diese entfernt gehabt haben, so kam Johannes Wendnagel und Friedrich Trost in meine Stube und haben gesagt sie kommen über Feld her und möchten noch etwas trinken worauf ich Ihnen eine Flasche Wein abreichte auf dieses sind die anderen welche auch mit angezeigt sind ebenfalls auch herein gekommen und haben einen Schoppen gewollt was ich aber nicht zugab sondern erwiderte daß die Polizeistunde vorüber sei, über dies haben die beiden miteinander Wortwechsel getrieben und hat sich durch dies die Sache deshalb zum Nachhause gehen verzögert als es hätte sein sollen
Beschluß
Da Sonnenwirth Zorn zugestanden daß er nach der Polizeistunde getränke verabreicht habe derselbe aber noch niemals gestraft worden ist in eine Warnungsstrafe von 2f. verfällen
Johann Zorn erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recours

Johann Zorn (Sonne) möchte zur Kirchweihe einen Tanz abhalten - 1863
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 14.November 1863 heist es:
heute erscheint Sonnenwirth Zorn und bittet um Erlaubniß auf den bevorstehenden Kirchweih am Sonntag den 15. Nov. D.J. Harmonie und an dem darauf folgenden Montag Tanzmusik abhalten zu dürfen.
Diese Bitte wird dem Bittsteller Amtl. Entsprochen was ihm sogleich eröffnet wurde
Auf dieses entsprechen bittet Zorn ... um Verlängerung der Polizeistunde bei der stattfindenden Harmonie Musik bis Nachts 12 Uhr, worauf ihm ebenfalls entsprochen wird mit dem Anfügen daß mann die Verlängerung überschritten wird zur Verantwortung gezogen werden werde

Johann Peter Christoph Zorn möchte heiraten - 1864
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 14.April 1864 findet sich folgendes:
Es erschien Johann Christoph Zorn Sohn des verstorbenen Peter Zorn von hier und trägt vor.
Ich habe mich mit der Maria Elisabetha Arnold Tochter des + Johannes Arnold Tuchscheerer in Aalen Ehlich versprochen, und bitte deshalb meine Verlobte in das hies. Activ Bürgerrecht aufzunehmen.
Behuf dieses Gesuchs hinterlegt Bittsteller einen von dem Stadtrath Aalen gefertigten Geburtsbrief vor wornach gedachte Maria Elisabetha Arnold
1) Die Eliche Tochter des + Johannes Arnold Tuchscheeres und seiner Gattin Maria geb. Maier und laut vorgelegten Taufscheins am 18. Jan 1838 zu Aalen geboren ist.
2) Daß dieselbe zur Evangel. Confession sich bekennt
3) Daß sie zur Zeit unverehlicht ist.
4) Daß sie Würtembergische Staats und Gemeindebürger zu Aalen ist.
5) Daß dieselbe hinsichtlich ihres Prädikats an keinem der im Ges. vom 4.Dec 1833 Art. 19 und 5.Mai 1852 Art.5 des revidierten Bürgerrechtsgeseze bezeichneten Mängel leidet.
6) Das was ihr Vermögen betrifft dieselbe nach glaubhaften Ausweise lt. Pflegschafts Akten beträgt das Vatergut
  725f. besizt.
  wovon die Mutter die Nuzniesung bis zu Verheurathung ihrer Tochter zusteht. und worauf keine Schulden haften.
7) Der Bräutigam selbst, bekommt laut Heurathsvertrag vom 13.Apr 1864 von seinen Eltern 3000f.
welche er an dem Gutskaufschilling abrechnen darf.
Da also der Nahrungsstand für gesichert erscheint, und hierorts der Fall nicht zu zutrifft um welchen der Bürgerausschuß um seine Gutächerliche Aeußerung zu vernehmen wäre, so wurde einstimmig
Beschlossen
Der Maria Elisabetha Arnold das hies. Bürgerrecht zu ertheilen und anzusezen
a. Der Braut Bürger Annahme Gebühr 5f.
  Waisenhausgebühr 30x.
  Aufwärter 6x.
  Summa 5f. 36x.
b. Dem Bräutigam für
  Feuerlöschgeräthschaften und Obstbaumpflanzungen 8f. 42x.
  Summa 14f. 18x


Nachtrag links:
Ist an die Gemeindepflege 13f. 42x. bezahlt worden
Schultheiß Lay

Johann Zorn erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1864
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: Geburt
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: 14.April 1864

Johann Zorn (Sonne) möchte zur Kirchweihe einen Tanz abhalten - 1864
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 12.November 1864 heist es:
Sonnenwirth Zorn dahier hat um Abhaltung auf den 13.d.M. Harmonie und am 14.Tanzmusik nachgesucht, was ihm von hier aus zugegeben wurde, zugleich bittet er um Verlängerung der Polizeistunde auf den 13, wo er Harmoniemusik abhält, diese Verlängerung wurde bis Nachts 12 Uhr ausgedehnt jedoch wirde dem Bittsteller auferlegt, daß keine Tanzen am 13. stattfinden darf; Im falle dieser Uebertrettung würde unangenehme Maasregeln gegen ihn verfügt werden

Bitte Tanz an Kirchweih halten zu dürfen - 1865
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 24.August 1865 heist es:
Sonnenwirth Johann Zorn ist heute erschienen und hat erklärt daß er sich entschlossen habe am nächsten Sonntag den 27.d.M. Harmonie und am Montag darauf Tanzmusik zum Andenken an die frühere um Bartholomä als abgehaltenen Kirchweihe abzuhalten wovon er um Erlaubniß ein Wohl. Schultheißen Amt bitte
Beschluß
Dem Bittsteller seinen Gesuche zu entsprechen mit dem Anfügen, daß am Sonntag bei Abhaltung der Harmonie musik das Tanzen zu unterlassen ist, und die Polizeistunde pünktlich eingehalten werden muß

Rosina Zorn wird wegen Traubendiebstahl angeklagt - 1865
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 07.Oktober 1865 folgendes:
Es ist von dem Weinbergaufseher Siegle von Oehringen die Anzeige erstattet worden daß die Wittwe Frank Ehefrau des verstorbenen Andreas Frank von hier und die ledige Rosina Zorn in den Weinbergen Trauben geslupfelt haben zwar die Vollendung der Weinlese auf der hies. begonnen hat.
Da das Verbott des Traubenstupfelns am 6.Oct. durch Ausschellen bekannt gemacht worden. Die angezeigten aber diesem nicht folge geleistet haben so wurden beide auf heute Tagforth zur Vernehmung vorgeladen, wobei erschienen ist die Witwe Frank
Auf Vorfall gibt dieselbe an.
Es ist richtig daß ich Trauben gestupfelt habe ich bin aber nicht in den fürstlichen Weinbergen gewesen sondern in der Winterhelden. Den Weinbergaufseher Siengle habe ich gar nicht gesehen.
Da die angezeigte zugestanden daß sie gestupfet hat in eine Strafe von 30x zu verfällen.
Die Bekl. erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recours
Die led. Rosina Zorn wurde ebenfalls vernommen gibt ebenfalls an was die Wittwe Frank und wurde ebenfalls
Beschlossen
Die angezeigte in eine Strafe von 30x. zu verfällen. Dieselbe erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recours

Die Gewichte würden überprüft - 1866
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 11.August 1866 folgendes:
Der unterzeichente hat heute den 11.August 1866 die Visitation über die Maaße und Gewichte vorgenommen und beides für richtig erfunden
Schultheiß Lay

Johann Peter Christoph Zorn möchte heiraten - 1870
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 20.April 1870 findet sich folgendes:
Heute erscheint Johann Christoph Zorn Wittwer und Sonnenwirth von hier und trägt vor:
Ich habe mich mit der Rosina Gottliebin Breunninger geb. 10. Febr. 1845 Tochter des + Johann Christoph Breunninger gewes. Gemeindepfleger in Weislensburg Ehlich versprochen und Bitte daher meiner Verlobten das hiesige Bürgerrecht zu ertheilen.
Zur Begründung dieses Gesuchs hinterlegt Bittsteller einen von dem Gemeinderath Bizfeld und Weislensburg gefertigt und beglaubugten Geburtsbrief vor, wornach dieselbe ein gutes Prädikat, und an Vermögen und zwar
An Baarem Geld 1500f.
An sonstiger Fahrniß mit Einschluß der Kleider und Leibweiszeug 300f.
Zusammen 1800f.
besizt worauf nichts in Nuzniesung steht und keine Schulden haften.
Der Bittsteller selbst besizt ein beteutes Vermögen an Liegenschaft
Da also der Nahrungsstand ganz gesichert erscheint, so haben beide Collegien einstimmig
Beschlossen
Dem Bittsteller seinem Gesuch zu entsprechen, und seiner Verlobten Rosina Gottliebin Breuninger das hies. Bürgerrecht zu ertheilen und anzusezen
a. Dem Bräutigam 0f.
b. Der Braut
  Bürgerannahmegebühr 5f.
  Waisenhausgebühr 33x.
  Aufwärter 6x.
  Summa 5f. 39x.

Einhalten der Polizeistunde - 1873
Im "SchultheißenAmtProtokoll" vom 04.November 1873 heist es:
Auf Vorbringen des Polizeidieners Weiß, daß schon öfters beim Abbiten nach der eingetrettenen Polizeistunde Nachts 11.Uhr von den anwesenden Gästen ihm entgegengehalten worden, es werde in Oehringen auch nicht abgebotten warum dann hier abgebotten werde?
Wurden heute die hiesigen Wirthe nämlich
Sonnenwirth Zorn
Speisewirth Mornhinweg
Schankwirth Friedrich Jörg
vorgeladen und ermahnt beim abbiten die Polizei zu unterstützen.
Diesen wurde auch die betreffenden Gesetze, Strafgesetzbuch §365. siehe Reichsgesetzblatt v. 1871. S.199 sowie die
Ministerialverfügung v. 2.Dec. 1871 Regierungsbl. 1871 S.382 vorgelesen und erleudert.

Hundesperre gegen Johann Zorn - 1873
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 11.Dezember 1873 folgendes:
die am 15ten Okt d.J. von dem Königl. Oberamt angeordnete Hundesperre wegen dem, Johann Zorn von hier an Wuthkrankheit getöteten Hund wurde heute dem 11.Dezember wieder aufgehoben.
Beides wurde im Ort bekannt gemacht

Compost auf Steinhaufen, ist das ok? - 1874
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 16.Mai 1874 heist es:
Michael Ahles Wegknecht des Vizinalwegs von hier nach Bizfeld bringt zur Anzeige, daß Johann Zorn auf einem Steinlagerplaz einen Haufen Cornpost angelegt habe, was er für gesezwidrig halte
Dem Johann Zorn wird die Auflage gemacht den Haufen innerhalb 6.Tagen zu entfernen.
Zorn bringt auf vorstehendes zur Anzeige daß er nach mündlicher Rückfsprache mit dem herrn Oberamts Wegemeister bis zur Persöhnlichen Einsicht, die Erde liegen laßen dürfe.

Streit mit dem Knecht - 1874
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 24.Juni 1874 folgendes:
Es erschien Johann Zorn Sonnenwirth hier und trägt vor mein Knecht Johann Wütterich von hier welcher ich auf das Jahr pro Lichtmeß 1874/75 gedingt habe, ist aus meinem Dienst am Samstag den 20.Juni ausgetretten ich habe meinem Knecht heißen dem Vieh einzugeben, worauf er zu mir gesagt hat er könne gehen einen Grund hiezu weis ich nicht und Trage deßhalb auf Bestrafung an.
Wütterich hierüber vernommen gibt an
mein Dienstherr Zorn ist am Samstag den 20.Juni zu mir in Stall kommen sagte zu mir ich solle dem Vieh eingeben was ist das für ein gefütter ich habe doch auch gefüttert auch dieses sagte ich er solle jetzt auch füttern wenn ers besser könne wie ich. Weiter ist nichts geschehen ich bin darüber fortgegangen
Den Partheien wurde ein Vergleichs Vorgeschlag gemacht welcher auch dahin gelungen war daß Wütterich wieder in seinen Dienst eintritt und gutes Verhalten verspricht womit der Kl. und Dienstherr zufrieden ist

Johann Peter Christoph bekommt ein Zeugniss - 1876
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 11.August 1876 findet sich folgendes:
Sonnenwirth Joh. Zorn auf Anordnung des Kl. Oberamts
Ge Räthl. Zeugniß ausgestellt
1) daß er ein gutes Predikat hat
2) mit ausnahmen wegen Wirtschaftsabgaben vergehen mit einer Strafe von 56.. Noch niemals gestraft worden ist
3) ein Vermögen von ca. 20000M besizt
Die genannten 20.000Mark entsprechen etwa 11.700 Gulden

Hat kein passendes Maas - 1877
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 08.März 1877 heist es:
Wurde bei den hies. Gewerbetreibenden durch Hl. Eichmeister Bauer aus Hall Maase und Gewichte sisidirt.
Das Ergebniß war folgendes
1. Johann Zorn hat sich 1.Bitter Vormalmas anzuschaffen, 5. Beutellwein Gläser sind wegen unrichtiger Eiche wegzunehmen.
2. Mornhinweg hat 2. 1 1/2 stengeln zu laßen.
3. David Scholl hat zum Brandweinausschank einen S.z. Litterw...s v. 1.Lit. bis 1/3 Lit. anzuschaffen
4. Johan Haußler Gassenwirth hat keine Vormalmaase
Vorstehendes ist vom Hl. Oberamt angeordnet worden und wurde je einer mit 1.M. gestraft.
Mit der Nachfisidation ist das Schultheißenamt beauftragt und ist bis 1.April d.J.der Er.. und zu berichten

Die Wirthe werden über Spielkarten instruiert - 1879
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 19.Februar 1879 heist es:
Nachdem das Reichsgesetz vom 3.Juli 1878
Spielkarten Stempel betreffend schon früher in der Gemeinde bekannt gemacht worden ist, wird den Wirthen hies. Orts noch die spezielle Mittheilung nach der Bekanntmachung des Hl. Oberamts und Kl. Kammeralamts vom 17.Febr. d.J.
Hohl. Bot No 20
Nachstempelung der mit dem württembergischen Stempel abgestempelten Spielkarten bis zum letzten Februar d.J. gemacht, auch wurden dieselb. auf die hohen nach §.10-12 des Gesetzes angedrohten Strafen hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht.
Für die erhaltene Mittheilug und Belehrung
Johann Zorn
Wilhelm Hüttinger

Umgang mit Vagabunden im Ort - 1881
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 20.Januar 1881 liest sich das so:
Auf Grund der Gemeinschaftl. Verhandlung des Amtsversammlungsausschußes, der Landarmen Comission und des Bezirkswohltätigkeitsvereins unter dem Vorsitz des kl. Oberamts
vom 3ten Januar d.J.
Maßregeln und Bestimmungen gegen die das Publikum belästigendes Vagantenwesens betref wurde gemäß Zif. 9. jener Bestimmungen mit Sonnenwirth Johann Zorn hier über Nachtquatier und Speisung der zureisenden Vaganten in folgender Weise ein Vertrag abgeschlossen.
1) Sonnenwirth Zorn verpflichtet sich Mittags von 11 - 1 Uhr auf eine von dem Schultheißenamt aufzustellende Karte den zureisenden die vorgeschriebene Mittagkost an Supp und Brod
für 20d
2) die vorgeschriebene Abendkost, Nachtquatier, und Morgens Supp oder Brod für 50d in vorgeschriebener Weise zu reichen.
3) Dem Oberamt durch Protokollauszug hievon Anzeige zu machen welches sich die Regelung der Preise vorbehalten hat.

Gewichte wurden überprüft - 1888
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 09.Februar 1888 heist es:
wurde bei den Gewerbetreibendn dahier nehmlich Zorn, Kister und Scholl die Gefäse und Gewichte fisidiert und alles richtig erfunden

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828