Verrenberg HistorischDie Familie Carl Nagel
(1842-1891) in Verrenberg

Carl Nagel ist wohnsteuerpflichtiger Beisitzer seit 1877
Im Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: Geißelhard
Art und Zeit als Beisitzer: am 15.August 1877 v Bizfeld hieher gezogen
Art und Zeit des Austritt als Beisitzer:  
Bemerkung: Heimathschein

Seine Stieftochter fehlt in der Schule wegen Krankheit - 1880
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 17.Januar 1880 heist es:
Bei den am 8/10ten Januar 1880 dahier stattgefundenen Ruggericht ist man darauf gekommen, daß das angeheirathete Kind des Karl Nagel Bauers hier namens
Karoline Endreß 7.Jahre alt
schon seit Mai 1879 wegen Kräzkrankheit die Schule nicht mehr besucht.
Der Stiefvater dieses Kindes Karl Nagel wurde heute hierüber zu Rede gestellt und demsel. eröffnet, daß wenn er nicht binnen 8 Tagen durch ärtzliches Zeugniß nachweise, daß sein Kind von dem Kräzausschlag geheilt sei und die Schule besuchen könne, so werde dies von Polizeiwegen auf seine Kosten bewirkt werden

Seine Stieftochter hat wieder - 1880
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 19.Mai 1880 heist es:
Im vorigen Jahr ist das angeheirathete Kind des Karl Nagel Bauer hier nehmlich
Karoline Endreß 8 Jahre alt
längere Zeit wegen Krätzausschlag nicht mehr in die Schule gekommen bis endlich am 23.Januar d.J. vom Wundarzt Funk von Oehringen ein Zeugniß beigebracht daß diesel. Hautrein sei.
oben blt. 90b
Von dem Schullehrer ist nun in neuerer Zeit dersel. Ausschlag wie im vorigen Jahr wieder wahrgenommen worden, es wurde deßhalb Nagel am 12ten Mai d.J. veranlaßt sich mit seinem Kind dem Hl. Oberamtsarzt welcher am 14ten zur öffentlichen Impfung hieher kam, vorzustellen.
Da Nagel welcher Krätzausschlag bestreitet unter Angabe eines entschuldigungsgrunds diesem nicht Nachgekommen ist, so wird auf andringen des Ortsschulinspektors dem Nagel heute eröffnet, daß er sich am nächsten Freitag den 21ten Mai Nachmittags 4 Uhr dem Hl. Oberamts Artzt welcher sich auf diese Zeit zur Nachschau der Impfung hier einfinden wird mit seinem Kind vorzustellen habe, bei nichtbefolgung mit Strafe bedroht

Die Taubenbesitzer werden ernstlich verwarnt - 1889
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 08.Juli 1889 heist es:
Es ist zur Anzeige gekommen, daß das Verbot zum fliegen laßen der Feldtauben gemäß des Ortspolizeistatuts vom 22ten April 1888 GemRathP iV Bl.181 trotz der am 8ten Juli d.J. erlaßenen öffentlichen Bekanntmachung von mehreren Taubenbesitzer von hier nicht befolgt worden ist bei der gegenwärtigen Rabsernte, es wurde deßhalb durch den Amtsdiener heute ein Taubenschlagfisidation vorgenommen und wurde bei nachstehenden Taubenbesitzer die Taubenschläge offen angetroffen.
Dieselben werden für diesmal ernstlich gewarnt mit dem Bemerken, daß wenn die Taubenschläge wiederholt offen angetroffen werden innerhalb der geschloßenen Zeit, eine um so empfindlichere Strafe zu Theil werden wird.
Die Eröffnung an die Taubenbesitzer
P Schanzenbach
Peter Frank Benz
Michael Bort
Friedr. Haußler
Johann Heinrich
Karl Nagel

Zeitungsanzeige von 1895
, 1895, Verrenberg
 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner ab 1828