Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.53 in Verrenberg

Links: Aufnahme von 1904   Mitte: Karte von 1818
Rechts: Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 53 Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 53 Haus Nr. 53 in Verrenberg

Die Bewohner

Für das Nachbarhaus Nr.59 wird 1740 die Lage so angegeben:
"... zwischen dem gemeinen weeg und Hanß Georg Schuhmachern ...". War damit der Eigner dieses Hauses gemeint?
Für das Nachbarhaus Nr.52 wird 1740 die Lage so angegeben:
"... zwischen der Gemeind und Hans Georg Schumacher ...". War damit der Eigner dieses Hauses gemeint?

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer Johann Jacob Anton Hörger genannt.
1840 tauscht Peter Binhammer seinen Hof Nr.55 gegen den Hof Nr.53 von Johann Jacob Anton Hörger.
Der Hof Nr.55 war mit 1500fl., der Hof Nr.53 mit 500fl. veranschlagt worden, so dass Anton Hörger noch 1000fl. bezahlen musste.

Vermutlich hatte bereits 1852 Michael Georg Gottlieb Roth den Hof von seinem Schwiegervater Peter Binhammer gekauft. Nach seinem Tod heiratete seine Witwe 1858 Karl Klaiber. Nach Ihrem Tod verkaufte Karl Klaiber den Hof 1871 an Christoph Dietz.
Er verkaufte bereits im folgenden Jahr 1872 das Haus an Georg Friedrich Wütherich. Nach nur drei Jahren verkaufte er es 1875 an Jakob Ungerer (senj).
Auch Jakob Ungerer hielt es nicht lange in diesem Haus, er verkaufte 1877 an Israel Salomo von Öhringen.

1878 kaufte Carl Nagel das Haus. Seine Witwe verkaufte das Haus dann 1893 an den Öhringer Händler Heinrich Würzburger.

Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird der Öhringer Händler Heinrich Würzburger als Besitzer genannt.
1897 ist die Witwe Marie Gutr.. eingetragen.
Ein weiterer Nachtrag im Jahr 1908 benennt dann den Bäcker Gottfried Dinger als Eigner. Er verkaufte, aus mangelnder Perspektive ca. 1914 sein Haus, um in Öhringen eine neue Bäckerei zu errichten.

Bis 1952-53 lebte dann ein Ehepaar Feucht im Haus. Nachdem das Ehepaar inerhalb kurzer Zeit verstarb verkauften die Erben das Haus an Fritz Kettner
Um 1973-75 wurde es wiederum an die Familie Herrmann verkauft.


Bauliche Entwicklung

Vermutlich wurde das Haus um 1770 erbaut.
1868-69 erweiterte Karl Klaiber das Haus, erbaute einen Backofen, eine Holzremise, eine Scheune und erneuerte den Schweinestall.
Die im Haus vorhandene Backstube wird mit 7,3m länge und 3,1m höhe beschrieben. Sie müsste später eingerichtet worden sein. (warum sollte sonst ein Backofen gebaut werden?)

Zeichnung Haus 27 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Karl Klaiber Ein zweistockiges Wohnhaus von Stein und Fachwerk mit Giebedach

nebst der angebauten einstockigen Scheuer

ebenso den angebauten Alseite von Stein und Fachwerk mit Pultdach

ferner ein 2stockigen Hausanbau von Stein u Fachwerk mit Pultdach

u südl am Haus angebaute Remise auf freipfosten mit Pultdach
24'
33'
17,5'
20'

27'
33'
13,5'
20'

14,5'
35'
8'
10,5

17,2'
14,5'
17,5'
9'

24'
5,5'
7,5'
4'
1.   1 1 1 2 Dachböden mit 2 Kammern

1 Tenne
2 Bann
1 geb. Keller

Tenne u Bann Verlängerung

1 Stall
1 Dachboden
1Bann

Remise
1 Schweinestall
Ziegel der erste Stock Stein sonst gem. Fachwerk

ebenso

der erste Stock Stein sonst gem. Fachwerk

der erste Stock Stein sonst gem. Fachwerk

Backofen Fundament u. Sockelmauern --- 1200

800

75

450

75
IV 1500

1000

93

450

75
alter Anschlag 1100f./750f./50f./400f./50f.
(1866)

Ein noch älterer Anschlag war 600f./500f./neu/neu/neu


1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohnhaus unten im Dorf gemischter Bauart unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 2200 Mark.
1911 wurde eine elektr. Anlage mit drei Glühlampen eingebaut.
In einem Nachtrag von 1925 wird u.a. ein eiserner Backofen erwähnt.

Vermutlich in den 80er Jahren wurde es abgerissen, um dem neuen Wohnhaus Platz zu machen.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 53

Zusatzkarte zum Urkataster 1833

Zusatzkarte zum Urkataster 1833 ; Haus 53

Nachtrag zum Primärkataster, 1868-69

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1868-69; Haus 53
Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1868-69; Haus 53

Es fehlen noch folgene Einträge:
1933/391
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869