Verrenberg HistorischDie Familie Georg Friedrich Buchta
(1839-1???) in Verrenberg


Georg Friedrich Buchta will das Bürgerrecht - 1866
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 13.April 1866 findet sich folgendes:
Heute erscheint Georg Friedrich Buchta Sohn des Jacob Friedrich Buchta gewes. Bürgers und Zieglers in Hohen…. Gemeindebezirk Adolzfurth geboren am 27.Oct. 1839 und trägt vor
Ich habe mich mit der Rosina Christina Catharina Dölbor Tochter des Johann Georg Dölbor Bürger und Bauer von hier Ehlich versprochen und bitte daher mich in das hiesige Activ-Bürgerrecht aufzunehmen.
Behuf dieses Gesuchs hinterlegt Bittsteller einen von dem Gemeinderath Adolzfurth gefertigten Beburtsbrief vor, wonach derselbe ein gutes
Prädikat und an Vermögen 2800f. besizt.
Die Braut darf an dem von ihren Eltern übernommenen Gutskauf 2500f. als Heurathgut an dem Gutskaufschilling abrechnen.
Da also der Nahrungsstand für ganz gesichert erscheint und der fall hierorts nicht zu trifft an welchem der Bürgerausschuß um seine gutächterliche Äußerung zu vernehmen wäre, so wurde einstimmig
Beschlossen
Dem Bittsteller seinem Gesuche zu entsprechen und das hies. Bürgerrecht zu ertheilen und anzusezen
Bürgerannahmegebühr 10f.
für Feuerlöschgeräthschaften und Obstbaumpflanzung 8f. 42x
Weisenhausgebühr 1f.
Gemeinderathsprotokol 3f.
Aufwärter 6x
  22f. 48x

Georg Friedrich Buchta erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1866
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: Heurath Annahme GeRaths Prot IIIbl.135b
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: 13.April 1866

Strafe wegen Überschreitung der Polizeistunde - 1875
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 02.März 1875 heist es:
Verhandelt den 2.März 1875
am Freitag den 26.Febr. D.Z. sind
1. Michael Zentler
2. Friedrich Buchta
3. Friedrich Reber
4. Wilhelm Massa
trotz dem daß sowohl der Polizeidiener die Gäste um 11.Uhr zum fortgehen ermahnt und der Wirth nichts mehr eingeschenkt hat bis 12 1/2 Uhr in der Wirtschaft des Sonnenwirths Zorn sitzen geblieben und wurden deshalb nach Strafges.B. §365
je einer um 1 M. 35x gestraft.
Die Bestraften nehmen die Strafe an und verzichten auf das Rekurswegs

Georg Friedrich Buchta will gemeinschaftlich mit Jakob Ungerer einen Backofen errichten - 1875
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 03.September 1875 findet sich folgendes:
Das gemeinschaftl. Bauvorhaben des Friedrich Buchta und Jakob Ungerer Bakofenbau in den Garten des Buchta P.Nr. … betreffend
Baudiarium No.9
wurde heute dem Gemeinderath zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt. Mit Rücksicht darauf, daß sämtl. Gemeinderathsmitglieder Lokalkubdig sind, wird auf vorlegung von Riß und .....pläne verzichtet, und unter Einhaltung der Feuerpolizeilichen Vorschriften hiemit die Genehmigung ertheilt.

Georg Friedrich Buchta bekommt ein Zeugnis - 1876
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 17.Mai 1876 findet sich folgendes:
Dem Friedrich Buchta auf Anordnung des Königl. Oberamts Oehringen folgendes Zeugnuß ausgestellt
1. Prädikat gut
2. Vermögen ca. 3000M
3. Vorstrafen keine
Warum wurde dieses Zeugnis angefordert?

Streitsache Georg Friedrich Buchta und Peter Sailer - 1877
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 20.Juli 1877 findet sich folgendes:
die Streitsache des Peter Sailer Weingärtner hier Kl.
Gegen
Friedrich Buchta Bauer hier Bekl.
Schadenersatz und Strafantrag wegen unberechtigten Fahren betreffend.
Der Kl. Sailer hat den Strafantrag und Schadens Ersatzanspruch zurückgenommen wogegen der Bekl. Buchta die Bezahlung der Kosten übernommen hat.

Georg Friedrich Buchta; Verdacht auf Überschuldung - 1879
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 20.Juni 1879 findet sich folgendes:
Auf Vortrag des Ortsvorstehers daß nehmlich gegen Friedrich Buchta Bauer hier verschiedene Schulden ein und ausgeklagt seyen wird wegen Verdachts einer Ueberschuldung eine profisorische Vermögensübersicht hergestellt, das Ergebniß war keine Ueberschuldung sondern noch ca. 450M Vermögen, trotzdem daß die Fahrniß an den Schwiegervater des Buchta nehmlich Georg Dölbor von hier verkauft sein soll und somit nichts in Berechnung genommen worden ist.
Es wird deßhalb
Beschlossen
1) Den nun zur Reife gelangten Klee und ...ertrag am Mittwoch den 25.Juni d.J. Mittags 1.Uhr im Executionsweg zu verkaufen
2) Dem Schuldner Buchta hievon Eröffnung zu machen.
War der Hof wieder zurück an den Schwiegervater Johann Georg Dölbor verkauft worden?
Laut einem Nachtrag im Feuerversicherungsbuch von 1869 ging der Hof erst 1881 auf Dölbor über.

Georg Friedrich Buchta Anfrage der Ratsschreiberei Oehringen - 1879
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 24.Juli 1879 findet sich folgendes:
Auf Anfrage der Ratsschreiberei Oehringen vom 17. Juli d.J. ob dem Verkauf respt. Dem gerichtlichen Erkenntniß eines Akers Oehringer Markung des Friedrich Buchta hier an Johann Wieland v. Schepbach nehmlich ..N.1749. 33ar Aker mit … im Sichert ein Hinderniß entgegen stehe oder nicht, hat man die Rathschreiberei Oehringen benachrichtigt, daß unter der Voraussetzung, daß nachdem der Pfandgleubiger Hirsch Bambager v. ..... welcher das Capital am 10.April d.J. gekündigt hat mit 300M Zinsrecht v. vorigen Jahr 5M nebst Raten bezahlt sein wird der restliche Kaufschilling zur Bezahlung eingeklagter Schulden an GeRath Mugele hier bezahlt wird, so steht von hier aus dem Verkauf kein weiteres Hinderniß entgegen und kann das gerichtliche Erkenntniß erfolgen.

4 Kinder des Georg Friedrich Buchta; Auslagen des Pflegers Schmelzle - 1886
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 23.März 1886 findet sich folgendes:
Michael Schmelzle GeRath hier wurde am 5.Juli 1880 GerichtsP. V bl.24 für die Friedrich Buchta Bauers 4. Kinder dahier zur Verwaltung des mütterlichen Vermögens bestellt.
Dieses Vermögen ist nach der am 8.August 1885 auf pro 1.Juni 1882/85 gestellten Abstands Pflegrechnung aufgezehrt und hat der Pfleger Schmelzle ein Guthaben von 27M 34d behalten, überdies hat Pfl. Schmelzle von seinen eigenen Mitteln für den Pflegsohn Friedrich an Johann Rößler in Büchelberg auf 8. Monat nehmlich vom 1.April bis 1.Decbr 1884 bezahltes Kostgeld an jahrlichen 42M
  28M
hiezu Kosten 4 65
zus. 59M 89d
zu fordern und verlangt Wiederersatz aus der Gemeindekasse dahier. In Erwägung, daß zwar diese Kinder den Unterstützungswohnsitz in Bürg OA Nekarsulm durch Aufenthalt des Vaters daselbst erworben und der Aufwand der Kostgelder vom 1.December 1884 an von dem Ortsarmenverband Bürg übernommen worden und nur der Aufwand des über 6.Monat hinaus gehenden Zeitraums von dort nicht anerkannt worden ist von welchem obige Forderung von 59M 89d herrührt und dem Schmelzle wegen Verspätetem ordnungsmäigen Antrag (25.Mai 1885) einige Versäumniß zur Last gelegt werden könnte, so wäre es aber doch anderseits eine Härte wenn dem Pfl. Schmelzle der meist ausgelegte Aufwand zur Last gelegt würde und wird daher
Beschlossen
1) dem Schmelzle die ausgelegten 59M 89d zum Wiederersatz aus der Gemeindekasse zu verwilligen unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Königl. Oberamts
2) die Ausbezahlung hat erst zu erfolgen nachdem das Kl. Oberamt die Genehmigung ertheilt hat.
3. die Zustimmung des Bürgerausschußes einzuholen.

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828