Verrenberg Historisch

Haus Nr. 52 in Verrenberg (Golbergstraße 4)


Aufnahme von 2005

Aufnahme von 1926; Sicht vom Bahndam

Aufnahme von 1962; Sicht vom Golberg
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 52
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 52
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1628 (Seite 607b, 620a und 620b) werden Hanß Knorr und Hannß Waibler als Eigner je einer Haushälfte genannt. Leider fehlen bis dato nähere Daten aus den Kirchenbüchern. Der Nachfolger von Hannß Waibler scheint Michael Eberlin gewesen zu sein.
Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.18b?) werden Sebastian Endres und Hannß Waidmann als Eigentümer genannt.
Die Nachfolge von Sebastian Endres tratt Hannß Georg Löchner an.
Die Nachfolge von Hannß Waidmann tratt Johann Georg Fleisch an.
Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.213) wird Jung Hannß Leonhard Hettenbach als Eigentümer genannt. 1723 hatte er die Haushälfte seines Schwiegervaters Johann Georg Fleisch erkauft. Wann hatte er die andere Haushälfte gekauft?
Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
6 Kreuzer "Vor 1/2 Faßnacht Huhn" von seinem Hauß

Zu seiner Person müssen erst noch die Kirchenbücher durch gearbeitet werden.
Der nächste Eintrag gibt Andreas Hettenbach als Besitzer an. In welchem verwandschaftlichem Verhältniss standen sie zueinander?
Er übergab das Guth an seinen Sohn Georg Peter Hettenbach. Der nächste Eigentümer war sein Schwiegersohn Johann Lorenz Dölbor.
Die Wittwe von Johann Lorenz Dölbor heiratete 1817 Johann Peter Friedrich Zorn

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer die Witwe des Johann Peter Friedrich Zorn genannt (sie war in 1ter Ehe mit Johann Lorenz Dölbor verheiratet).

1840 verkaufte Maria Sophia Zorn ihr Söldnerguth an ihren Sohn aus erster Ehe Johann Georg Dölbor um 2000 Gulden.

1866 heiratet dessen Tochter Rosina Christina Catharina Dölbor Friedrich Buchta. Dieser wird im Primärkataster erstmals 1867-68 erwähnt. Nachdem Rosina Christina Catharina gestorben waren, ging der Hof (lt. Feuerversicherungsbuch) 1881 zurück auf ihren Vater Georg Dölbor.

Am 17.Februar 1881 verkaufte Georg Dölbor seinen Hof an Christian Götz um 4000 Mark. Davon sind 2450 Mark Schulden des Verkäufers bei Moritz Strauß von Öhringen.
Georg Dölbor behält sich das lebenslange Wohnrecht für sich und seine ledige Schwster Christina Dölbor vor.
Haus und Hof werden so beschrieben:
- 1 zweistockiges Wohnhaus mit getrenntem Keller
- Backofen und Schweinestall (abgebrochen)
- Scheuer mit 2 Barb
- Holzremise
- Gemüsegarten vor dem Haus mit Pumpbrunnen

Am 14.Oktober 1887 verkaufte Christian Götz seinen kompletten Hof an Heinrich Waldbüßer um 8600 Mark. Das lebenslange Wohnrecht für Georg Dölbor und seine Schwster wird übernommen und vom Gemeinderath auf 25 Mark jährlich taxiert.
Der zu übergebende Viehbestand wird so beschrieben:
2 Kühe a 200 M 400 Mark
1 Rind 100 Mark
2 Reipling a 50 M 100 Mark
2 Mutterschweine a 100 M 200 Mark
4 Gänse 10 Mark
10 Hühner 15 Mark
P.S.: Reipling: weibl. Kalb ein Jahr alt.


Heinrich Waldbüßer verkauft den Hof 1892 an Christian Friedrich Hofmann. Er wird 1896 im Feuerversicherungsbuch erneut genannt.
In einem Nachtrag von 1932 steht sein Sohn August Richard Hofmann als Besitzer.
Aktuell ist Friedrich Hofmann senj. auf diesem Hof.


Bauliche Entwicklung

Im Lagerbuch von 1628 Im Lagerbuch von 1684 wird lediglich von einem Haus berichtet.

Im Lagerbuch von 1740 (Seite 213) wurde der Hof so beschrieben:
Zu Hiübigen Hannß Georg Schuhemachers so Benahmbten Baingaßers Güth gehört ferner und besitzt:
Jung Hannß Leonhard Hettenbachs Wittib.
Ein Hauß, Scheuren, Hofreiht und was weniges an Sommergartten, maßen das übrige undt größere Theil Sommer Gartten uff der Gemeind Grund und Boden liegt, ...


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1861 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Georg Dölbor Wohnhaus 1stockig mit Giebeldach 23,5'
31'
10'
15'
1.   2 1 1 1 gethe. Keller
2 Dachstuben
Ziegel Riegelfachwände Backofen Fundament Sockel Kellermauern --- 400 IV 500 alter Anschlag 200f.
(18)


In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1866 sieht man einige Details zum Haus
Der Vergleich mit 1861 zeigt, dass das Wohnhaus um 5 Fuß verlängert worden war. Das entsprechende Baugesuch findet sich im Landesarchiv Ludwigsburg unter "StAL F 192 III_Bue 4406 Buchta, Friedrich".
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Georg Dölbor Ein 2stockiges Wohnhaus von Stein u Fachwerk mit Giebeldach 31'
23'
16'
15'
1.   2 1 1 1 geb. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel den ersten Stock Stein, sonst gem. Fachwerk Backofen Fundament Sockel Kellermauern --- 875 IV 1093,45 alter Anschlag 400f.
(1861)



1867-68 verlängerte Friedrich Buchta das Wohnhaus um 5 Fuß und baute an die Scheune eine "Holzremise" an.
1868-69 wurde dann vom selben die Scheune noch erweitert.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich Buchta Ein zweistockiges Wohnhaus von Stein und Fachwerk mit Giebedach nebst dem einstockigen angebauten Schweinstall von Stein u Fachwerk mit Giebeldach 45'
23'
16'
15'

13,5'
7,5'
6'
6'
2.   2 1 1 1 geb. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern

Schweinställe
Ziegel der erste Stock Stein sonst gem. Fachwerk

Im Stockwerk Stein, Giebel gem. Fachwerk
Backofen Fundament Keller u. Sockelmauern --- 1600

75
IV 2000

93,45
alter Anschlag 875f./75f.
(1866)


1876-77 wurde dann im Garten noch ein Backofen gebaut.
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Hofmann Friedrich, Bauer 2 stokiges Wohnhaus am Ortsweg No.1 v. gem Bauart unter Giebeldach 12.80
6.50
Erdg. 1.90
I.Stock 2.30
Dach 4.60
2 I.Stock   2 I.Stock; 2 Dachboden 1   1 Schweinestall
1 Geflügelstall
1 gew Keller
Dachplatten Erdgeschoß von Stein, sonst von ausgem. Fachwerk ..... 4,29m z.d.w.No52a entfernt Fundamente u. einhaup. Gemäuer im Erdgeschoß 3000 IV 3750 Alter zur Hälfte ca. 150Jahre
Alter zur Hälfte ca. 40Jahre
Unterhaltung gut
Unter obigen Anschlag von 3000M inbegriffen ist: 1 Abtrittgehäuse

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Hofmann Friedrich Bauer 1 stockige neben dem Wohnhaus No.52 freistehende Scheuer v. gem Bauart unter Giebeldach 7.40
10.20
3.60
Dach 6.50
        1 1 Tenne
1 Bare
Dachplatten Stallwände von Stein, sonst von geschliertem Fachwerk   Fundamente 1400      
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheunenanbau
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
derselbe 1 stockigem 1868 erbauten Scheueranbau von Fachwerk unter Pultdach, ernstlich ohne eigenen Construktion angeb. 7.40
3.35
1,70
Dach 3.00
          Tenneverlängerung mit Bare Dachplatten ausgem Fachwerk Zusammenhang mit der Scheuer Fundamente 520      
Extra Eintrag:
Die verbrennbaren Teile des im Jahre 1878 erbauten, hinter dem Wohnhaus freistehenden Backhaus sind nicht 40M wert, das Gebäude wird auf Antrag des Besitzers ausdrücklich der Versicherung ausgenommen

1904 wird im Gemeinderatsprotokoll der Bau einer Remise erwähnt.
1916 wurde eine elektr. Anlage mit vier Glühlampen eingebaut.

1923 beginnt Christian Friedrich Hofmann mit Planungen, die Scheune großzügig bis an den alten Feuersee zu erweitern

1924 baute er einen Schuppen an das Wohnhaus an.

1962 wurde dann das alte Haus abgerissen und das neue Wohnhaus gebaut.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628 Haushälfte 1

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 52

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628 Haushälfte 2

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 52

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628 Haushälfte 2

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 52

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 52

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 52

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 52

Nachtrag zum Primärkataster, 1867-68

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1867-68; Haus 52 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1867-68; Haus 52

Nachtrag zum Primärkataster, 1868-69

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1868-69; Haus 52 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1868-69; Haus 52

Nachtrag zum Primärkataster, 1876-77

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1876-77; Haus 52 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1876-77; Haus 52

Nachtrag zum Primärkataster, 1927

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1927; Haus 52

 

Quellennachweis.

Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
StAL F 192 III_Bue 4406 Buchta, Friedrich (kpl.)