Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.49 in Verrenberg

Links: 2 Aufnahme von 2005    Rechts: Kartenausschnitte von 1818 und 1833 (oben sind jeweils die Gebäude 50 und 50a zu sehen)
Haus Nr. 49 in Verrenberg, 2005 Scheune Nr. 49a in Verrenberg, 2005 Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 49 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 49
Die heutige Scheune steht an der Stelle, wo früher das Haus Nr. 50 stand.

Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1628 ("Steuerliste" S.616b) wird Michel Weiß als Hofeigner genannt.
Im Nachtrag heist es: Hanß Kolb und Consorte ..... Philipp ...... (vielleicht Stapf?).
Der letzte Eintrag gilt Hannß Phillipp Borth (lebte Hannß Martin Beyerbach vor ihm kurze Zeit im Haus?).
Im Nachtrag, der weiter unten steht, wird Hannß Martin Beyerbach genannt. Vermutlich wohnte er hier nur kurze Zeit. Er lebte dann später im Haus Nr.34 alt.

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.16a) werden Hannß Phillipp Borth und Hannß Caspar Weber als Eigentümer genannt. Sie mussten folgende jährliche Gülth bezahlen:
 4 Kreuzer 1/2 Pfennig
1 Faßnachthuhn
4 Sommerhüner

An der Scheune hatte 1684 Anteile:
Hannß Jerg Starck 1/4
Hannß Michel Birckert 1/4
und Hannß Phillipp Borth selbst die restliche Hälfte.

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.214) wird Hannß Georg Bort (der Sohn) als Eigentümer genannt (seit 1728). Er hatte zur gleichen Zeit auch das Haus Nr.54.
Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
 4 Kreuzer 1/2 Pfennig "an Geldt" und
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnacht Huhn"
24 Kreuzer "Vor 4 Sommer Hüner


War danach Johann Georg Bort auf dem Hof?
Der letzte Bort auf diesem "Sebolds Lehen" war Georg Leonhard Bort.
Er übergab den Hof an seine Tochter Anna Magdalena Bort und deren 1sten Ehemann Georg Leonhard Weiß. Als dieser im Januar 1793 starb, heiratete sie im November 1793 Gottlieb Mugele.

Gottlieb Mugele verkaufte 1826 seinen Hof an seinen Sohn Johann Gottlieb Mugele um 3000fl. In diesem Auszug aus dem Kaufbuch wird erstmals auch "der Keller unter der Kirch" erwähnt!

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurden als Eigentümer eben dieser Johann Gottlieb Mugele genannt.
Später übernahm sein Sohn Johann Georg Ludwig Mugele den Hof. Als dieser 1872 starb zog seine Witwe nach Oberohrn.

Im Feuerversicherungsbuch wird 1872 Georg Weiß als Eigentümer genannt.

Im Feuerversicherungsbuch von 1896 ist Christof Widmann als Besitzer eingetragen.
1939 ist als Besitzer dann die Familie Karl Wiedmann genannt.

Heute ist die Familie Willi Heinrich auf diesem Hof.

Bauliche Entwicklung

Rechts: Aufnahme von 1926. Die Scheune (49a) scheint bereits zu fehlen

Haus Nr. 49 in Verrenberg Im Lagerbuch von 1628 wird der Hof so beschrieben:
Hauß, Hof, Scheuren, und ein Viertel Graßgartten ...

Im Lagerbuch von 1684 (Seite 16) wird der Hof so beschrieben:
Hannß Georg Borth Besitzt das so Benannte Sebolds Lehen ...
Ein Hauß, Scheuren, Hofraith sambt 1/4tel Morgen Graß- und Baum Garden,..


Im Lagerbuch von 1740 (Seite 214) wird der Hof so beschrieben:
Ein Hauß, Scheuren, Hofraith sambt 1/4tel Morgen Graß- und Baum Gartten,..

1849 war der gegenüberliegende Hof Nr.50 von Johann Gottlieb Mugele aufgekauft, die Gebäude abgebrochen und auf dieser nun freien Fläche die Scheune 49B errichtet worden.
Erst später wird es wieder eine Hausnummer 50 (näher am Ortsweg Nr.1) geben.

In der Eventual Teilung von 1868 wird das Haus als einstöckig beschrieben.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Ludwig Mugele Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebedach 44'
27,5'
9'
20'
2.   2 1   2 Dachböden mit 3 Kammern Ziegel gem. Fachwerk   Fundament u. Sockelmauern --- 900 IV 1125 alter Anschlag 800f.
(1861)


1893-94 wurde dann die eine Scheune (49a alt) abgebrochen und an die andere (49b alt) eine Remise angebaut.

1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus am Flurfeldweg von Fachwerk mit Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 2600 Mark.
1917 wurde eine elektr. Anlage mit einer Glühlampe eingebaut.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 49

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 49

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 28

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 49

Nachtrag zum Primärkataster, 1850-52

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1850-52; Haus 49 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1850-52; Haus 49

Nachtrag zum Primärkataster, 1893-94

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1893-94; Haus 49 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1893-94; Haus 49

Nachtrag zum Primärkataster, 1939

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1939; Haus 49 Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 49

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869