Verrenberg HistorischDie Familie Johann Friedrich Ziegler
(1818-1869) in Verrenberg


Johann Friedrich Ziegler möchte nach Verrenberg heiraten - 1856
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 27.März 1856 liest sich das so:

Friedrich Ziegler Bürger und Witwer zu Sindringen, welcher die Absicht erklärt hat in Verrenberg nieder zu lassen und zu Verehlichen mit Dorothea Kraft Tochter des Mattheus Kraft Bürger und Bauer von hier
Durch Geburtsbrief vom 22.Merz 1856 welcher enthällt daß gedachter Friedrich Ziegler laut vorgelegtem Taufschein am 28.Nov. 1818 zu Pfahlbach geboren ist.
1) Daß derselbe zu Evang. Confession bekennt
2) Daß er zur Zeit unverehlicht und ein Vater von 1.Kinde ist im Alter von 5.Jahren welches aber in Sindringen Bürgerlich bleibt.
3) Daß er Würtembergischer Staats und Gemeinde Bürger zu Verrenberg ist
4) Daß derselbe hinsichtlich seines Predikats an keinem der im Geseze vom 15.Apr. 1828 Art.19 bezeichneten Mangel leidet
5) Das was sein Vermögen betrifft nach glaufhaftem Ausweise der Gemeinderath Sindringen solches
in 1107f. 36x besizt.
Worauf keine Schulden haften und davon nichts in Nuznießung steht.
Der Gemeinderath huldigt der Ansicht daß der Nahrungsstand des Bittstellers gesichert ist weshalb er beschliest
Das Ortsbürgerrecht dem Bittsteller dahin zu verleihen und Übrigens anzusezen
  Bürgerannahmegebühr 10f.
  Sorogat für Feieraimer und Obstbäume 2f. 42x.
  für Nachtwache 6f.
  Waisenhausgebühr 1f.
  Gemeinderaths Sportle 3f.
  Aufwärter 6x.
  Summa 22f. 48x.
Unter dem Punkt 3 muss statt Verrenberg wohl Sindringen stehen, ein kleiner Fehler des Schreibers.

Johann Friedrich Ziegler erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1856
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: den 27.Merz 1856 annahmen GeRaths Proth II bl 220
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: durch Verheurathung den 2.Merz 1856

Beibringinventar - Johann Friedrich Ziegler - 1856
Der Ehemann bringt 1600f. baar Geld mit. Insgesamt bringt er einen Wert von 1948f. 16x in die Ehe ein.
Die Ehefrau hat vor der Verheiratung die im Kaufbuch Theil VIII S.136 beschriebene Liegenschaft um 2700f gekauft. Vom Kaufschilling darf sie 400f. abrechnen.

Friedrich Ziegler klagt gegen einen Eisenbahnunternehmer - 1860
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 11.August 1860 findet sich folgendes:
Heute erscheint Friedrich Ziegler Bürger und Bauer von hier und trägt vor
Ich besitze Paz. No. 432 7/8 Morg 18,1 Ruth Aker im hinteren Fluhr mit Dinkel und Weizen angeblümt welcher nicht nur von der Eisenbahn durchschnitten sondern ich auch nur über den Durch.... den Abschnitt gegen Bitzfeld an die K. Eisenbahnbau Commission habe im Jahre 1860 Verkaufsweise habe abtretten müßen.
Dem .... Ertrag von Abschnitt gegen Bitzfeld hat so viel mir bekannt ist der Eisenbahnunternehmer Keller kurz vor Beginn der Erndte erkauft, und den Ertrag von dem Abschnitt von P.N.431 gegen Verrenberg hat, so viel ich in Erfahrung gebracht habe der Eisenbahnunternehmer Schelling erkauft.
Mein Aker welcher zur Helfte mit Dinkel und zur Helfte mit Weizen angeblümt war ist mir derjenige Theil welcher mit Weizen angeblümt war der Ertrag ganz abhanden gekommen, und nehme deshalb Verdacht auf den Unternehmer Schelling welcher den Ertrag von dem Abschnitt auf P 431 gegen Verrenberg eingeheimst hat. Ich bitte daher den Unternehmer Schelling aufzufordern und denselben über meine Angabe zu Protokoll zu nehmen, und wenn der Unternehmer mir in gütlichen Wege meinen Schaden ersezt so verzichte ich auf weitere fortsetzung der Klage im Falle aber dies nicht zum Vollzug kommt so bin ich genöthigt auf alle in dieser Sache zu erwachsenden Kosten weiter Beschwerde gegen den Beklagten zu erheben.
Beschluß
Den Beklagten so wie den Kläger auf Montag den 13 d.M. Morgens 7 Uhr zur Verkündigung auf das hies. Rathhauß vorzuladen
Beklagter wurde auf heute Tagforth vorgeladen welcher in Persohn erschien.
Nach erörterung vorstehender klage erklärt der Beklagte daß er zugab daß der Weizen durch den Beauftragten welche seine weitere ..... eingeheimst habe nicht aus Muthwillen sondern aus unvorsicht entfernt worden sei. Beklagter gibt hierauf an er sei bereit den Kläger zu entschädigen.
Es wurde ein Vergleichsversuch angestellt
Beklagter erkennt an daß er dem Kläger für die abhanden gekommenen Früchte 19f. baar bezahlte, der Kläger erklärt daß er mit dieser Offerte einverstanden sei

Friedrich Ziegler klagt gegen Georg Kasper Michael Schmelzle - 1862
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 21.Juni 1862 findet sich folgendes:
Es erscheint Friedrich Ziegler von hier und trägt vor
Ich besitze ungefähr 1/2 Morgen Wiese in dern Roßwiesen neben Michael Schmelzle von hier derselbe hat von seiner Wiesen Heugras geholt und mir mit dem Schuppkarren öfters über mein Heugras gefahren wogegen er doch keinen Zugang weder ein Fahrrecht über meine Wiesen auszuüben berechtigt ist.
Desgleichen hat mir derselbe einen Weg über mein Baumland im Gäßle welches mit Klee angeblühmt ist einen Weg durch Kleeholen gemacht worüber er auch keinen Weg anzusprechen berechtigt ist.
Ich stelle daher den Antrag daß Schmelzle welcher mir unbefugter Weise Schaden verursacht hat derselbe zu Strafe gezogen werden indem ich nach Vollzug dessen auf Schadenersatz verzichte.
Ferner stelle ich die Bitte daß ein Gemeinderäthl. Augenschein vorder genommen und der Beklagte nicht nur in diese sondern auch in die noch weiter entspringende Kosten verurtheilt werde.
Michael Schmelzle hierüber vernommen gibt an:
Ich habe meine Dienstbotten in obgenannte Wiese geschikt um Futter zu holen. Dieselben haben gesagt daß schon ein Weg gemacht gewesen sei, auf diesem sind sie auf dem nemlichem Weg kutsirt und ich lasse mich deshalb vorerst nicht zur Strafe ziehen, ich bitte daher dem Kl. meine Angabe mitzutheilen und ihm zu eröffnen daß wenn er auf seine Klage beharre ihm frei stehe einen Augenschein zuvor von dem verübten Schaden auf Unrechtskosten nehmen zu lassen
Beschluß
Dem Kl. vorstehendes zu erörtern
Die Partheien haben sich noch miteinander verständigt und ist deshalb die Klage erledigt

Friedrich Ziegler klagt wegen Apfeldiebstahl an - 1867
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 11.November 1867 findet sich folgendes:
Heute erscheint Friedrich Ziegler von hier und trägt vor
Ich habe an der Staatsstraße Distrikt Langenfeld einen Aker worauf sich Obstbäume befinden und dieses Jahr einen reichlichen Ertrag geliefert haben, es sind mir wie das Obst reif war mehrmals morgens früh Aepfel aufgelesen worden, auf dieses habe ich mich einmal morgens, vor Tagesanbruch auf das Grundstück begeben um zu erfahren wer der Thäter ist. Bei anbruch des Tages kam die Magd des Joseph Heimaier Bahnwärter Posten Nro.90 und hat die Aepfel welche nachts abgefallen sind aufgelesen, ich habe sie sogleich zum Schultheißenamt führen wollen habe aber mich besonnen zuvor Rücksprache mit ihrem Dienstherrn zu nehmen was ich auch gethan Heimaier mir aber erwiederte daß seine Magd von ihm aus nicht an das Obstauflesen geschikt worden sei dies gehe in nichts an ich bitte daher daß die Magd zur Gesezlichen Strafe gezogen werden soll
Beschluß
Die Beklagte auf vorstehendes zur Vernehmung aufzufordern
An vorstehender Tagforth ist die Beklagte erschienen und hat auf Vorhalt angegeben
Es ist richtig daß ich einige Aepfel aufgelesen habe, ich hätte solche einstweilen aufbewahrt bis man sie hätte geniesen können, es ist auch richtig daß Ziegler bei der That zu mir gekommen ist, und hat gesagt ich müsse sogleich mit zum Schultheißen, über dies hat er mich aber wieder laufen lassen Ziegler ist aber zu meiner Herschaft gegangen und dieser ebenfalls angezeigt, daß ich Aepfel aufgelesen habe, er wolle mich aber nicht zur Anzeige bringen, weiter weiß ich nichts anzugeben
Beschluß
Da die Beklagte zugestanden hat, daß sie die That verübt habe, jedoch der Werth gering ist, dieselbe in eine Strafe von 1.f. zu verfällen und ihr zu eröffnen daß wenn sie sich für diesen Beschluß beschwert erachte das Recursrecht frei stehe in dem sie aber von diesem Rechte Gebrauch machen wollte, solches innerhalb 8.Tage von heute an auszuführen habe, indem sie nach Ablauf dieser Friest sich des Rechts verlustig macht
Den 12ten Nov ist die Bekl. erschienen und hat die Strafe anerkant und sogleich bezahlt
Die Magd war vermutlich Magdalena Frank von Dettingen

Jacob Christian Karl Ziegler bekommt ein Zeugnis - 1879
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 14.Juli 1879 liest sich das so:

Heute wurden folgende Zeugnisse ausgestellt, auf Anordnung des Kl. Oberamts Gerichts Oehringen
III. dem ledigen Mezger Carl Ziegler
Predikat gut,
Vorstrafen keine,
Vermögen ca. 8000M ist in diesem als im 3ten Conkurenzjahr als Trag... für tauglich erkannt worden.

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828
Ortsarchiv Verrenberg: Beibringinventur