Verrenberg HistorischDie Familie Georg Gottlieb Zöller
(1832-1905) in Verrenberg


Unterschrift Gottlieb Zöller, Verrenberg 1873
Der Schaafknecht Lindenberger wird gestraft - 1855
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 03.Mai 1855 folgendes:
Es erschienen vor dem Schultheißen Amt Michael Ilg und Gottlieb Zöller led. beide von hier und bringen klagbar vor daß Ihnen der hiesige Schafknecht Lindenberger v. Brezfeld am verfloßenen Montag dem 30.Apr. auf ihrem Klee in dem Rupp Ackern geweidet und großen Schaden verursacht habe.
Sie bitten daher um eine Gemeinderäthliche Einsicht in diese Sache zu nehmen, damit wir entschädigt und der Thäter nebst Strafe in alle Sporteln welche verursacht werden allein zu tragen habe
Auf obige Klage wurde Gemeinder. Mugele und Käppler um Einsicht von dieser Thatsache zu nehmen und nach Erfund dessen hieher Anzeige zu machen beauftragt.
Nach Vollzug der geschehenen Einsicht sind beide Gemeinderäthe erschienen und folgendes vorgebracht.
1) Daß dem Michael Ilg seinem Obgenannten Kleeacker von dem Schäfer ein Schaden von 30x und
2) Dem Gottlieb Zöller an obgenannten -Aker ein Schaden von 1f. muthwilliger weiß verursacht worden sei, welches wir Pflichtmäßig in Ansicht gebracht haben
Der Schafknecht Christian Lindenberger über vorstehende Klage verständigt gibt an es ist wahr daß ich in diesem Klee geweidet mache es auch nicht streitig daß ich einen Schaden verursacht habe.
Da nun der beklagte anerkannt hat so ist derselbe in eine Strafe zu 1f. 15x
Dem Gottlieb Zöller für Schadenersatz 1f.
Dem Michael Ilg dito 30x
Verhandlungen und Gemeinderäthlichs Sportel 45x
zu zahlen schuldig verurtheilt.
Mit der Recours belehrung innerhalb acht Tagen vorstehende Schuld zu bezahlen oder den Recours innerhalb 5 tagen schriftlich bei dem hies. Schultheißen Amt einzureichen


Nachtrag links:
Schäfer Kollmer hat nebenstehende Strafe nebst Schadenersatz und sportel am 13.August richtig bezahlt

Georg Gottlieb Zöller will heiraten - 1859
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 07.Januar 1859 findet sich folgendes:
Es erschien Gottlieb Zöller Sohn des verstorbenen Ludwig Zöller gewes. Bürger und Bauer dahier und trägt vor.
Ich habe mich mit der Catharin Friederika Löchner Tochter des Georg Michael Löchner Bauer in Weinsbach Oamts Oehrigen mit Einwilligung beeden Eltern Ehlich versprochen und bitte daher meiner Verlobten das hies. Gemeinde und Activbürgerrcht zu ertheilen.
Behufs dieses Gesuchs hinterlegt Bittsteller einen von dem Gemeinderath Ekartsweiler Beglaubigten Geburtsbrief nebst Taufschein vor, wornach dieselbe Löchner ein gutes Prädikat und
an Vermögen 3000f.
an Sonstiger Fahrniß 200f.
Zusamen 3200f.
besizt
Worauf nichts in Nuzniesung steht und keine Schulden haften.
Bittsteller selbst bekommt von seinen Eltern ein Vermögen von 3000f. nebst einer Standesgemäßen Aussteuer, welche er an dem von seiner Mutter übernommenen Gutskaufschilling abrechnen darf zum Vermögen. Auch ist er zur Ausübung der Landwirthschaft für befähigt erachtet erscheint.
Da also der fall hierorts nicht zutrifft um welchen der Bürgerausschuß um seine Gutächterliche Äußerung zu vernehmen wäre, so wurde einstimmig
Beschlossen
Dem Bittsteller Heurathserlaubniß zu ertheilen und dessen Verlobte in das hiesige Gemeinde und Activ Bürgerrecht aufzunehmen und anzusezen
Sourrogat dem Bräutigam
  a für Feieraimer und Obstbäume 2f.42x.
  b für Nachtwache 6f.
Der Braut
  Bürgerannahmegebühr 5f.
Waisnhausgebühr 30x.
Aufwärter 6x.
Zusammen 14f. 18x.
werden würden

Georg Gottlieb Zöller erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Heirat - 1859
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: durch Geburt
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: 7.Januar 1859

Georg Gottlieb Zöller klagt wegen eines Baumes - 1860
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 24.August 1860 findet sich folgendes:
Es erschien Gottlieb Zöller von hier und trägt vor ich besize ein Grundstük im ...enweg worauf sich ein sehr schöner Apfelbaum befindet und sehr gute ...ten hat, diesen Baum hat mir Ludwig Hörger von hier dieses Frühjahr ohne meine Anweisung von oben im Gipfel herab veredelt, da ich und der Hörger keinen Auftrag zu diesem Geschäft geben habe so trage ich darauf an daß mir Hörger den Schaden für die Verstümplung dieses Baumes ersezt
Hörger wurde über vorstehendes verständigt gibt an neben diesem Grundstück des Klägers besizt Schullehrer Herb von hier einen Weinberg und ein Land und da hat mich der Schullehrer Herb angewiesen daß ich diesen Baum veredeln soll, wahrscheinlich wird derselbe noch nicht gewußt haben daß dieses Grundstück wo dieser Baum darauf steht nicht sein gehöre den er hat seine eigene Grundstücke die neben dem Klg liegen noch nicht lange erkauft.
Der Kl. soll sich also an den Schullehrer Herb wenden daß derselbe den Schaden ersezt. Ich bezahle nichts weil ich unschuldig an der sache bin.

Den Schullehrer Herb zur verständigung vorzuladen

Kläger und Bekl. haben sich miteinander verständigt weshalb ein weiteres verfahren zu unterbleiben hat

Gottlieb Zöller wird wegen seines Hundes angeklagt - 1867
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 24.September 1867 findet sich folgendes:
Nach einer Mittheilung des K. Oamts Oehringen hat der in Oehringen stattsionirte Landjäger Hornung bei seiner Streife durch den hies. Ort den Haushund des Bauern Gottlieb Zöller, ohne Maulkorb und Aufsicht angetroffen.
Zöller wurde auf vorstehende vernommen gibt an ich weiß wohl daß mein Hund nicht mit einem Maulkorb versehen war aber er ist doch nicht bösartig und hat auch noch niemanden auf solche Art angegangen weiter kan ich nichts angeben
Beschluß
Da der angezeigte zugestanden, daß sein Hund nicht mit einem Maulkorb versehen und ohne Aufsicht sich befunden hat in die ges. Strafe von 3f. zu verfällen
Der angezeigte erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Recurs

Ernst Herb wird wegen lärmens gestraft - 1868
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 01.Juni folgendes:
Nach einer Anzeige des Polizeidiener Weiß hat er am Pfingstsonntag Abend 5.Uhr den led. Ernst Herb von hier und den Knecht des Gottlieb Zöller in betrunkenem Zustande in dem Hause der Witwe Frank worin sie sich lärmend betragen haben angetroffen.
Ernst Herb von da auf heute Tagforth zur Vernehmung vorgeladen welcher in Persohn erschien.
Auf vorhalt gibt derselbe an:
Wir haben ein Fäßgen Bier mit einander getrunken woran des Zöllers Knecht, Christian Frank, Peter Frank, b. Thürmle, Peter Schanzenbach, Johann Bort gezahlt haben. Ich habe nicht trinken wollen Zöllers Knecht hat mich dazu nöthigen wollen, ich habe ihm das Glas zurück gestoßen und war dadurch zerbrochen. Zöllers Knecht sagte ich müße das Glas zahlen, was ich auch gethan habe. Zöllers Knecht hat über dies weiter mit mir ............ und gestritten dadurch ist nächtlich ein Lärmen entstanden
Beschluß
Da Herb sich in einem Festtage betrunken und lärmmend betragen hat in eine Strafe von 1.Taler verfällt.
Beklagter erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Rekurs

Auf Vorstehende Angabe wurde ferner vernommen
Des Zöllers Knecht Namens Adam Schmidtgall von Busch Gemeindebezirk Maienfels welcher am 31.Mai 1868 Abends 5.Uhr durch Polizeidiener Weiß verhaftet und bis zur Vernehmung auf heute in Arest gebracht wurde.
Derselbe gibt auf Vorhalt an die Burschn welche Herb schon angegeben hat, haben mich angegangen ich solle in Bitzfeld ein Faß ... Bier holen wir es miteinander zahlen, solches habe ich auch gethan wir haben dieses Bier in der Wohnung der Franks Wittwe welche aber nicht zu Hause war ausgetrunken, inzwischen hat mir Ernst Herb ein Glas zerschlagen, und durch dieses ist ein Lärmmen entstanden. Die übrigen Kammeraden waren alle ruhig. Weiter weiß ich nichts anzugeben als das das ich meine Mundharmonie beigebracht habe, wer aber damit gespielt hat weiß ich nicht
Beschluß
Da Schmidtgall zugestanden daß er das Bier geholt und dadurch ein Lärmen daraus entstanden ist über die erstandene Arrestierung noch in eine Strafe von 1.f. zu verfällen.
Der Schmidtgall erkennt die Strafe an und verzichtet auf den Rekurs

Gottlieb Zöller erwischt einen Dieb im Wald - 1870
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 22.August 1870 findet sich folgendes:
Es ist erschienen Gottlieb Zöller Gemeinderath von hier und trägt vor:
Ich bin am Sonntag den 21.August 1870 Nachmittag zwischen 4 u 5 Uhr in meinen Wald im Lindenhölzle gegangen um nachzusehen ob mir kein Schaden verursacht worden ist, und habe mich eine kurze Zeit darin aufgehalten, indessen habe ich oben in meinem Walde ein Gespräch vernommen und begab mich hierauf an diese Stelle, als ich da ankam so traf ich den Sohn des Bauers Hinnes im Lindelberg und den Sohn des Steinbrechers Schechterle von Windischenbach an, welche 5 Stück Beitschensteken in meinem Walde geschnitten haben wie sie mich bemerkt haben sind auf nd davon 2.Steken haben sie mitgenommen, und 3. haben sie liegen lassen welche ich mit nach Hauße genommen und vorzeigen kann, ich bitte daher daß dieselbe gesezlich gestraft werden
Beschluß
Die angezeigten auf eine geeignete Tagforth zur Vernehmung vorzuladen

weiter verhandelt den 26.Aug. 1870 vor dem Schultheißenamt Schultheiß Lay
zuerst wurde der Sohn des Bauern Hinnes vom Lindelberg Namens Christoph 17 Jahre alt auf heute Tagforth vorgeladen welcher in Persohn erschienen ist.
Auf Vorhalt gibt derselbe an
Ich bin am letzten Sonntag Abend mit dem Dienstknecht des Friedrich Hottmann Namens Gottfried Schächterle in den Wald des Friedrich Hottmann gegangen welcher uns erlaubt hat Peitschensteken in seinem Wald zu schneiden, der Knecht hat 3.Steken geschnitten, ich aber keinen den ich habe kein Messer bei mir gehabt, wir sind durch den Wald durchstrichen, und dan haben wir uns nach Haus begeben, Zöller war gegen uns aus dem Wald kommen, und hat gesagt jetzt sehe ich wer mir meine Birken abschneidet dan sind wir fort.
Ob der Schähchte ein Steken in dem Wald des Zöllers geschnitten hat weiß ich nicht ich habe nichts davon gesehen, weiter kann ich nichts angeben

Verhandelt den 21.Sept 1870 vor dem schultheißenamt
Christoph Hines und Gottfried Schächterle sind auf heute Tagforth zur Vernehmung vorgeladen worden wovon beide erschienen sind.
Zuerst wurde Schächterle vernommen
gibt auf Vorhalten an, welches aber verleugnete, gibt aber hernach zu, daß er Steken geschnitten wem aber der Wald gehört hat weiß ich nicht; dem Zöller habe ich gesehen dann sind wir fort nach Hauß
Da Schächterle zugestanden hat, daß er einen Beitschsteken geschnitten doch zuerst solches in Abrede gezogen hat in eine Strafe von
1f. 30x zu verfällen
Schächterle anerkennt die Strafe und verzichtet auf den Recours und verspricht dabei daß er die Strafe bis zum 25.Sept 1870 baat bezahlen wolle
Gegen Hines ist die weitere Untersuchung eingestellt worden
Nachtrag links:
Die Strafe mit 1f. 30x an die unterzeichente Stelle bezahlt und dem Gemeindepfleg dahin eingehändigt worden

Georg Gottlieb Zöller klagt gegen Leonhard Schumacher - 1874
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 09.Mai 1874 findet sich folgendes:
Gottlieb Zöller Gemeinderath hier klagt
gegen
Leonhard Schumacher Taglöhner hier
Ersatzforderung für Erde betreffend welche im Juni 1872 von dem Brandplaz des Zöller im Galbergweg auf einen Haufen geführt worden ist, die Erde hat Schumacher im Januar 1874 in seinen Weinberg getragen, wofür Zöller an Schumacher 20f. fordert.
Schumacher bittet daß Zöller abgewiesen werde.
Beschluß
Da der Streitwerth die C..gung des Gemeineraths übersteigt so wird Zöller ans OAmts Gericht verwiesen.

Georg Gottlieb Zöller kommt zu spät zur Gemeinderatssitzung - 1877
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 25.Mai 1877 findet sich folgendes:
Wie schon früher ist es heute wieder vorgekommen, daß zu der auf 1 1/2 Uhr bestellten Pfandsitzung GeRath Schmelzle und Zöller erst um 2 1/2 Uhr erschienen sind und hat dadurch das Geschäft eine bedeidente Störung erlitten.
Der Amtsdiener welcher um 2 1/2 Uhr nach ihnen geschickt wurde, kam zurück mit der Nachricht, daß Zöller soeben erst mit dem Fuhrwerk heim gefahren und Schmelzle ebenfalls aufs Feld gefahren und noch nicht zurück gekommen sei.
Beide Anerkennen die Verspätung und geben dem unrichtig gehenden Uhren die Schuld
Beschluß
Die verspätung für diesmal mit einem Verweis und Warnung ablaufen zu laßen bei wieder vorkommenden Fällen aber unnachsichtlich mit Strafe einzuschreiten.

Gottlieb Zöller wird gestraft - 1884
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 07.August 1884 findet sich folgendes:
wurde Gottlieb Zöller Bauer hier wegen unberechtigtem Fahren über einen mit Klee bestellten Aker auf Grund des §.368 Zif. 9 StGesB. Um 2M gestraft
Beil.No.97

Georg Gottlieb Zöller wird gewarnt - 1899
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" vom 04.Oktober 1899 findet sich folgendes:
Am 4.Oktober 1899
Wurde Gottlieb Zöller
Michael Bort
Christoph Windmann
vom Feldschützen Jäger angezeigt mit beladenen Wagen über Wiesen gefahren zu haben da aber die Wiesen nicht mehr Mähbar waren wurden dieselben ernstlich verwarnt im wiedrigen Fall wird sie eine empfindliche Strafe treffen

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828
Standesamt Öhringen
Neuensteiner Familienregister 1808-1960 Bd 17 Bild 194 (www.archion.de)
Neuensteiner Familienregister 1808-1960 Bd 17 Bild 195 (www.archion.de)