Verrenberg HistorischDie Familie Jacob Friedrich Christ
(1820-1898) in Verrenberg


Jacob Friedrich Christ ist wohnsteuerpflichtiger Beisitzer seit 1870
Im Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art und Zeit als Beisitzer: 24.Juni 1870
Art und Zeit des Austritt als Beisitzer:  
Bemerkung:  

Maria Elisabetha Hohbach hat das Wohnrecht im Haus Nr.48 - 1873
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 10.April 1873 findet sich folgendes:
Auf Grund einer Klage des Abraham Kuhn von Affaltrach vom 22.Merz d.J. wurde heute nachdem die betheiligten vorgeladen wurden zu einer Verhandlung geschritten.
Es erschien der Kläger Kuhn und mit ihm der gegenwärtige Pächter Friedrich Christ von hier für die Beklagte Elisabetha Hohbach dessen Schwager Christian Görz von hier.
Nachdem die Partheien ihre Gründe vorgetragen hatten, wurde ein Vergleichs Vorschlag gemacht welcher auch wirklich dahin gelungen war, daß der Pächter Friedrich Christ die Elisabeth Hohbach für jetzt und so lange die Pachtzeit zwischen ihm und dem Besitzer Kuhn dauert ihren Aufenthalt in der Wohnstube nehmen darf auch von dem Holz welches Christ anschaft ihre Speisen in gemeinschaft mit Christian Görz kochen zu dürfen welches heute Namentlich den Streitgegenstand bildet.
Der Pächter Christ erhält für diese Leistung eine Entschädigung von jährlich 4fl. hiebei werden noch für die schon verfloßenen 3.Jahre im vergleichsweg 8fl. Entschädigung festgesetzt. Die Entschädigung welche verfallen ist mit 8fl. ist bis 15.Mai d.J. zu bezahlen, die von heute an genahnt zu bezahlenden 4fl. sind vierteljährlich mit je 1fl. zu bezahlen.
Vorstehender Vertrag wird von beiden seiten als richtig anerkannt mit dem Bemerken daß der Pächter Christ diese Entschädigung zu beziehen hat der Besitzer Kuhn gibt aber hiezu seine Genehmigung.
Elisabetha Hohbach starb 06.Februar 1874

Streit wird geschlichtet - 1874
Im "Schultheißenamt Protokoll" vom 29.September 1874 heist es:
Streitsache des Friedrich Sommer von Windischenbach Kl.
Gegen
Friedrich Christ hier vertragserfüllung eines fetten Farren betreffend
wurde durch Vergleich erledigt

Jacob Friedrich Christ, es wird wegen Verdacht der Überschuldung
eine Vermögensübersicht erstellt - 1878
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 15.Dezember 1878 findet sich folgendes:
Dem Ge Rath wird vom Schultheißenamt folgendes vorgetragen
Als am 13.December d.J. bei Friedrich Christ Pächter hier auf Schuldklage des Emil Friedrich Bäkers von Oehringen .... vorgenommen werden wollte, hat der Eigenthümer des Christschen Pachtguts Abrah. Kahn von Heilbronn gegen diese Auspfändung Protest eingelegt und erklärt, daß er die Ueberschuldung seines Pächters Christ nachweisen wolle.
Gemäß diesem sieht sich das Schultheißenamt verpflichtet, den Ge Rath zu einer Vermögensübersicht zu veranlassen.
Der Ge.Rath stimmt trotz dem daß nach Sch.Kl.Prot N.794. (Schlußsatz) v. Emil Friedrich noch 8.Tage Borgfrist gegeben wurde, im hinblik auf die noch verschidenen eingeklagten Schuldposten zu und wird in folgendem ausgeführt


-- es erfolgt eine detailierte Auflistung --

Summa Schulden 2331M 88d
Vermögen 1450M
Rest unzulänglich 881M
Der Schuldner Christ wird vorstehendes Ergebniß mitgetheilt welcher hierauf erklärt daß er innerhalb 8.Tagen von sämtlichen Gläubigern Zahlung oder Borgfrist nachweisen werde.
Beschlossen
Die Zahlungs respt. Borgfrists Nachweis bis Samstag den 21.December abzuwarten. Schultheiß Carle bemerkt der Ge Rath werde hiezu nicht ermächtigt sein.

Jacob Friedrich Christ, es werden neue Schulden bekannt - 1878
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 23.Dezember 1878 findet sich folgendes:
Da Friedrich Christ die Zahlung beziehungsweise Borg frist oben bl. 25 seiner Gläubiger bis heute nicht nachgewiesen hat und überdies noch folgende weitere Schuldposten eingeklagt beziehungsweise bekannt geworden sind nehmlich
1) Christian Schoch v. Oehringen 34M 52d
2) Christian Schlipf v. Oehringen 6M 84d
3) Felix Rathschold v Oehringen 6M
4) Rosina Lay Wittwe hier 560M
  Summa 607M 36d
Hiezu die weitere Ueberschuldung 881M
zus. 1488M 36d
so wird
Beschlossen
Die Vermögensübersicht des Friedrich Christ dem Kl. Oberamts Gericht Oehringen zu weiterer Verfügung vorzulegen

Jacob Friedrich Christ, es wird auf Anordnung des Oberamtes
eine Vermögensuntersuchung eingeleitet - 1878
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 30.Dezember 1878 findet sich folgendes:
Aus Anlaß der heute vorgenommenen Pfandvisitation und des Vollmerschen Viehverkaufes wurde von dem Kl Gerichts Notariat dem Friedr. Christ eröffnet, daß vom Oberamtsgericht Vermögens untersuchung gegen ihn verfügt worden sey. Zugleich wurde dem Gemeinderath veranlasst einen Güterpflege vorzuschlagen, als solcher wird in Vorschlag gebracht,
Georg Weiß Bauer Gemeinderat hier letzterer erklärt sich zur Annahme bereit und wird nach der Minist. Verfügung vom 22.December 1855 $21. u. 22. Reg bl. S.307 belehrt.


Nachtrag links
Diese Vermögensuntersuchung wurde am 14.Januar 1879 vorgenommen, weil aber der Gemeinschuldner theils bescheinigung theils Klagverzicht von seinen Gläubigern dem Kl. Oberamts Gericht vorgelegt hat, wurde das Gantverfahren gegen ihn eingestellt

Jacob Friedrich Christ, es werden die Gründe für den Vermögenszerfall aufgezählt - 1879
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 24.Januar 1879 findet sich folgendes:
Ueber den Vermögenszerfall des Friedrich Christ bei welchem Vermögensuntersuchung eingeleidet ist, wird hiermit zu bezeugen
Beschlossen
1. Einlassen mit Handelsleuten in ungeschickte Handelsgeschäfte.
2. Einige im Viehstand gehabte Unglücke
3. Auch könnte der mit dem Eigenthum seines Pachtgutes dem Jud Kahn von Affaltrach nun in Heilbronn zu hohen Pacht mit Ausdinglast dazu beigetragen haben.
Zu bemerken, dass Christ bei seinem hierher Zug im Jahr 1870 nicht viel Vermögen bessesen hat.
Im übrigen ist sein Predikat gut und hat noch keine Vorstrafen nach dem dießseitigen Strafverzeichniß

Christoph Christ bekommt ein Zeugnis - 1879
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 08.Mai 1879 findet sich folgendes:
Heute wurden folgende Zeugnisse ausgestellt, auf Anordnung des Kl. Oberamts Gerichts Oehringen
II. Dem ledigen Christoph Christ predikat gut, Vorstrafen keine, Vermögen besitzt er nichts hat auch nichts von seinen Eltern zu hoffen, ist 1.Jahr zurückgestellt vom Militärwesen.

Katharina und Christoph Christ wollen in Waldbach eine Pfandschuld eintragen lassen - 1880
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 08.Mai 1880 findet sich folgendes:
Die Kinder des Friedrich Christ, Pächters hier nehmlich Katharina und Christoph Christ ledig volljährig hier wollen zu gunsten des Abraham Kahn in Heilbronn für eine verzinsliche Schuld von 411M 43d einen Pfandschein auf Liegenschaft Waldbacher Markung ausstellen, zu welchen Zweck die Unterpfandbehörde Waldbach hier angesagt hat, ob der beabsichtigten Pfandbestellung von hier aus ein Hinderniss entgegen stehe oder nicht.
Nun sind aber nach altem Recht d.J. vor dem 1.ten Oktober 1879 Schulden gegen die Christschen Kinder eingeklagt deren Bezahlung noch nicht nachgewiesen ist und sind wieder neue Schuldklagen von denen man bereits Kenntniß erhalten hat im Anlauf und würden durch die beabsichtigte Pfanfbestellung die schon hierher klagend auftrettenenn Gläubiger welche wegen Mangel an Mittel nicht zu ihrer Befriedigung gelangt sind zu sehr in Nachtheil kommen. Daher
Beschluß
UInter obwaltenden Umständen gegen die beabsichtigte Pfandbestellung Einspruch zu erheben und die Unterpfandbehörde Waldbach durch Protokollauszug hievon zu benachrichtigen.

Katharina und Christoph Christ wollen in Waldbach eine Pfandschuld eintragen lassen - 1880
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 25.November 1880 findet sich folgendes:
Die Kinder des Friedrich Christ hier namens Katharina eine Ehefrau des Friedrich Hammer hier und Christoph Christ ledig volljährig derzeit Soldat wollen dem Abraham Kahn in Heilbronn für eine verzinsliche Schuld von 482M 20d ein Grundstück Waldbacher Markung welches mit Nutzungsrecht der Eltern so lange die Kinder unverheiratet sind belastet ist, verpfänden. Die Unterpfandsbehörde Waldbach hat um Auskunft darüber nachgesucht, ob der Verpfändung kein Hinterniss im Wege steht. Da die Hinternisse aufgrund dessen nach oben Blt. 58 Einsprache gegen Verpfändung erhoben worden ist, beseitigt sind wird
Beschlossen:
Der Unterpfandsbehörde Waldbach mitzutheilen daß sowohl nach den persönlichen als nach den Vermögens verhältnissen der Kinder des Friedrich Christ dieser Verpfändung ein Hinderniss nicht im Wege steht.

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
Stadtarchiv Schwäbisch Hall Signatur: 18/4607
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis der wohnsteuerpflichtigen Einwohner ab 1828