Verrenberg Historisch

Haus Nr. 48 in Verrenberg 1818 Nr.49 (Golbergstraße 12)


historische Aufnahme

Aufnahme 1926

Aufnahme ca. 1965

Aufnahme 1960

Aufnahme von 2005

Aufnahme von 2017
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 48
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1839; Haus Nr. 48
Urkataster von 1839

Lage des Haus im Ort


Die Bewohner


------------Beginn nicht gesicherter Erkenntnisse --------------------------

1740 lebte vermutlich Georg Friedrich Wirkner hier. Hat er es 1721 von seinem ersten Schwiegervater Georg Hettenbach übernommen?
Der nächste Besitzer wäre dann sein Sohn Johann Georg Wirkner gewesen.

------------Ende nicht gesicherter Erkenntnisse ----------------------------

1800 kaufte Michael Hobach den Hof von der Wittwe des Johann Georg Wirkner.


Gründung der Schäfereigesellschaft in Verrenberg - 1801
Mit dem Kauf der Schäfereigerechtsame des herrschaftlichen Hofs Schwöllbronn durch die Gemeinden Schwöllbronn, Unterohrn und Verrenberg, kam es in Verrenberg zur Gründung der Schäfereigesellschaft.
Verrenberg hatte 120 Schafe erkauft, die aufgeteilt in drei Klassen auf 70 Verrenberger aufgeteilt wurden.
Johann Michael Hohbach war in der III.Klasse. Damit konnte er 1 der 120 erkauften Antheile in Anspruch nehmen. Dazu kam ein Beischlag von 3 Schafen. Damit konnte er 4 Schafe halten.
Diese Schäferei Anteile sollte ursprünglich auf Hof und Gut gebunden sein. Das wäre in seinem Fall das Haus Nr.48.
Diese Bindung wurde aber im Laufe der Jahre nicht mehr beachtet, so dass der Verkauf der Schäferei Anteile unabhängig der Liegenschaften erfolgte.


Im Messbuch von 1818 wird Michael Hobach als Besitzer genannt.

Am 18. Juni 1822 musste er wohl seine Liegenschaften samt Haus verkaufen. Am 2.Oktober 1822 konnte er sie zu den gleichen Konditionen wieder auslösen.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1839 wurde als Eigentümer Michael Hobach genannt.

Vermutlich zur Hochzeit ihrer Tochter Maria Dorothea Hohbach 1842 mit Georg Christian Görz ging das Anwesen auf die beiden über.


Auflistung der Inhaber von Schäferei Gerechtsamen in Verrenberg - 1854
Georg Christian Görz wird mit 1 der insgesamt 120 Anteilen aufgelistet.
Man sieht, dass die Anzahl der Anteile seit 1801 unverändert ist


1865 fand, laut Gemeinderatsprotokoll, ein Güterverkauf an die Tochter Catharina Rosine Görz statt, die in diesem Jahr Friedrich Vogg heiratete.
Im Feuerversicherungsbuch von 1869 ist Friedrich Vogg als Besitzer eingetragen.

Ihm folgte 1870 der "Handelsmann" Abraham Kahn aus Affaltrach. Er verpachtete noch im gleichen Jahr das Gut an Jacob Friedrich Christ
Maria Elisabetha Hohbach, ledige Tochter des obrigen Michael Hobach lebte von ihrer Kindheit bis zu ihrem Tod im Haus Nr.48.

Am 19.April 1887 verkauften die Erben des Abraham Kahn Güter, die zum Hof gehörten, nicht das Haus. Dabei wurden auch das Leibgeding, das für Georg Christian Görz auf den Güter haftete durch Geld abgelöst (er bekommt nicht mehr Naturalien, sondern Geld). So konnte der Verkauf ohne diese Last erfolgen.

Die Erben des Abraham Kahn verkauften das verbliebene Haus am 16.Juli 1889 um 2000 Mark an Johann Gottfried Lederer
Die Güter werden dabei so beschrieben:
- 1 einstöckiges Wohnhaus mit getrenntem Keller
- 1 Schweinestall
- 1 Scheuer an Geb. 47A angebaut mit 2 Bare
- Hofraum hint. d. Haus
- dito vor dem Haus
- mit Bronnenrechtsantheil am Pumpbrunnen in dem Hofraum bei Geb. No 47.


Im Feuerversicherungsbuch von 1896 steht Johann Gottfried Lederer als Besitzer. Er starb 1908.
In einem Nachtrag von 1908 steht Friedrich Geist aus Rapbach als Eigner. Ist er der Vater seiner Schwiegertochter?
1924 war es dann Karl Lederer. Seine Frau war eine geb. Geist.
Bis zum Bau des öffentlichen Backhaues 1906 liesen viele Verrenberger hier ihre Brote backen.

1969 übernahm die Sparda Verrenberg das Gelände, um darauf die Kasse und das Lagerhaus zu errichten.

Bauliche Entwicklung


------------Beginn nicht gesicherter Erkenntnisse --------------------------

Im Gült- und Lagerbuch von 1740 wird auf Folio 241 eine Scheune beschrieben, die auf einer öden Hofstatt steht und zu 2/3 Daniel Starck (Haus 47) und zu 1/3 Georg Friedrich Würckner (Haus 48) gehört.
In der Flurkarte von 1818 und dem Urkataster von 1839 ist diese "Doppelscheune" gut erkennbar.
Dies und die Beschreibung im Gült- und Lagerbuch lässt diese Zuordnung als relativ sicher erscheinen.

------------Ende nicht gesicherter Erkenntnisse ----------------------------

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Friedrich ??? Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Ziegel Giebeldach 42'
22,4'
8,5'
15'
1.   2 1 1 1 geb. Keller
2 Dachböden mit 2 Kammern
Ziegel das Stockwerk Stein, sonst gem. Fachwerk Backofen Fundament Keller u. Sockelmauern --- 600 IV 750 alter Anschlag 300f.
(1861)

1883 erfolgte ein Umbau des Hauses.




In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Lederer Gottfried 1 stockiges Wohnhaus am Ortsweg No 1 v Fachwerk unter Giebeldach 11,95
6,40
Sout 1,90
Erdg 2,30
Dach 4,35
2 EG   3 EG
4 Dachb
1 EG   3 geb Keller mit Vorkeller Dachplatten teils ausgem teils geschliertem Fachwerk Backofen auf Holzrost Fundament u ..... Gemäuer im Sorterrain 2720 IV 3400 Alter ca. 150 Jahre. Unterhaltung mittelmäßig

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Lederer Gottfried 1 stockige an No.47A ohne eigene Wand angebaute Scheuer von gem Bauart unter Giebeldach 7,00
7,40
3,90
Dach 4,30
        1 1 Tenne
1 Bare
Dachplatte Wände von .... sonst von geschliertem Fachwerk, der nördlich Giebel ist auf offenem Fachwerk mit Ziegeln behängt   Fundament 840     Alter ca. 200 Jahre Stall wurde 1874 eingerichtet Unterhaltung mittelmäßig


Bis 1899 scheint es keine größeren baulichen Veränderungen gegeben zu haben. In diesem Jahr baute Karl Lederer eine Remise an die Scheune an. Der Schweinestall wurde durch einen Backofen ersetzt.





1965 verkaufte die Familie Lederer das Haus an die hiesige Darlehenskasse. Diese brach das Gebäude ab und errichtete an dieser Stelle ihre Filiale.



Vermessungen Scheune 47a - 48a

Auf einem ehemaligen Hofplatz ist im Gült- und Lagerbuch von 1740 eine zweigeteilte Scheune eingetragen, es scheint, als sei diese öde Hofstelle auf die Höfe Nr 47 und 48 aufgeteilt worden.

Scheune 47-48
Gült- und Lagerbuch 1628

Scheune 47-48
Gült- und Lagerbuch 1684

Scheune 47-48
Gült- und Lagerbuch 1740

Vermessungen Haus 48


Messbuch 1818

Urkataster 1839

Zusatzkarte zum Urkataster 1839

Zusatzkarte zum Urkataster 1839 ; Haus 48

Nachtrag zum Primärkataster, 1899

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1899; Haus 48 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1899; Haus 48
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Messbuch von 1818
Ortsarchiv Verrenberg: B 56 Beilagen zum Gemeindegüterbuch Band II: Schäfereiwesen 1801-1858
HZA Ba 115 Bd 710 Amtsrechnungen 1800/01
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Bü 3096
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Bü 2035
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800