Verrenberg Historisch

(ehemalige) Haus Nr. 41 in Verrenberg (Turmgasse)

Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 41
Karte von 1818
Kartenausschnitt aus Karte von 1833; Haus Nr. 41
Urkataster von 1833

Lage des Haus im Ort

Aufnahme, die zeigt, wo im Ort das Haus vor 1860 stand


Die Bewohner

1812 verkaufte Georg Friedrich Gebhard "sein Haus und seine Güter" um 1250fl. an seinen Schwiegersohn Johann Christian Schäffner.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Johann Christian Schäffner genannt. Er starb 1855.
Nach (oder kurz vor?) seinem Tod wurde er vergant, d.h. er war zahlungsunfähig. Das Haus, Scheuer und Garten wurden versteigert.

Haus, Scheuer und Garten aus der Gantmasse des verst. Christian Schäffners
werden von der Gemeinde gekauft - 1855
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 18.Oktober 1855 liest sich das so:
Vor dem Gemeinderath und dem Bürgerausschuß
In der Gantmasse des verst. Christian Schäffners ist ein einstökiges Wohnhaus nebst Scheuer und Garthen im Werth von 275f. vorhanden, auß welchem die hiesige Ablösungs Casse ein Betrag von 22f. 53x mit II .... zu vordern hat.
Weil dieses Haus und Scheuer und Garten wurde bei der Versteigerung so wenig geboten daß diese Forderung gänzlich verloren gegangen wäre.
Aus diesem Grunde und weil die Gemeinde
kein Armenhaus besizt, ein solches aber ein täglich dringenderes Bedürfniß wird, wie dem für die aus 10. Köpfen bestehende Familie des Schäffner ein Obdach aus Gemeindemitteln angeschafft werden muß hat der Gemeinderath unter Zustimmung des Bürgerausschußes dasselbe um 132f. angekauft, zahlbar 1/10 barr und der Rest in 3 verzins ..... .... 1855, 1856, 1857
Es wurde nun
Beschloßen
Hierzu unter den ansätzen sich höhere Genehmigung zu erbitten daß der Kaufschilling in dem angegebenen Weißen ohne eine Kapitalaufnahme aus den laufenden Mitteln der Gemeinde Pflege aufgebracht werden könne.

So wurde hier 1855 das Armenhaus eingerichtet. Die 10 köpfige Familie des verst. Christian Schäffner blieben in "ihrem" Haus.

Die Scheuer wird auf Abbruch von der Gemeinde verkauft - 1860
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 22.Mai 1860 liest sich das so:
Die hiesige Gemeinde besizt eine aus der Gantmasse des + Christian Schäffner von hier erkaufte Scheuer welche Baufällig ist, bei der im Monat Jan. 1860 von dem Ober Amtsfeuer Gengenbach vorgenommenen Feuerschau wurde im Protokoll defekttiert daß diese Scheuer repariert oder abgebrochen werden soll.
Über diese Auflage hat man mit dem Gemeinderath Berathung gepflogen und einstimmig
Beschlossen
Diese Scheuer weil sie ganz schadhaft ist im öffentlichen Aufstreich auf den Abbruch zu verkaufen. Der festgesezte Tag ... des Verkaufs solle im Hohenloher Botten bekannt gemacht werden.

Nachtägliche Zinsfreiheit auf den Kaufpreis der Scheune - 1863
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 23.Januar 1863 liest sich das so:
Untrem 4 Juni 1860 hat der Gemeinderath mit späterer Zustimmung des Bürgerausschußes einen aus der Christian Schäffnersche Gantmasse erworbenen Scheuer welche ganz schadhaft war im öffentlichen Aufstreich auf den Abbruch zahlbar auf den 1.Juli 1860 an Mezgermeister Bort in Anfang verkauft, Käufer hat aber den Kaufschilling bei nahe 3.Monate später bezahlt bei der pro: 1860/61 stattgehabt Gemeindepflegrechnungs Abhör wurde Reconssirt warum aus dem Kaufschilling von 92f. kein Verzugszinse erhoben worden sind, auf diesen Reconss hat der Gemeinderath noch nachträglich
Beschlossen
Dem Käufer Bort von der Zahlung des verzugszinses befreit zu lassen den derselbe hat einen angenehmen Kaufpreis bezahlt, auch waren bei dem Käufer die Zahlungsumstände damals in keiner guten Aussicht stehend


Das Haus behielt seine Funktion als Armenhaus, bis es im Spätjahr 1860 abbrannte.


Bauliche Entwicklung

Im Januar 1860 wurde im Zuge einer Feuerschau die Scheune als baufällig bezeichnet. Die Scheune war von der Gemeinde aus der Gantmasse des Christian Schäffner gekauft worden. Sie wurde an Mezgermeister Bort zum Abbruch verkauft.
Das Wohnhaus (Armenhaus) brannte im Spätjahr 1860 ab.


Im Nachtrag zum Primärkataster von 1862-63 (siehe unten) heist es:
"Geb.41 abgebrochen"
Im Feuerversicherungsbuch von 1896 heist es:
"ist abgebrannt und wurde nicht wieder aufgebaut."

Heute gehört diese Fläche zum Hof von Eugen Braun.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 41

Nachtrag zum Primärkataster, 1862-63

Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1862-62; Haus 41

Zeichnung

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1877; Haus 40

 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle