Verrenberg HistorischDie Anfänge des Telefons in Verrenberg


Anfänge in Öhringen Anfänge in Verrenberg
 
 

Die Anfänge des Telefons in Öhringen

1891 Der Öhringer Gewerbeverein bekundet sein Interesse an der Einrichtung einer "Allgemeinen Telephonanstalt" in Öhringen und möchte die Bedinungen wissen, die die Einrichtung ermöglichen.
Die königliche Telegrapheninspektion wird mit Erlaß der königlichen Generaldirektion der Posten und Telegraphen in Stuttgart vom 02.04.1892 beauftragt, den Kostenaufwand zu ermitteln.
   
14.04.1892 Aus dem Bericht des königlichen Telegrapheninspektors Ritter:
Die in Öhringen zu erstellende Telephonanstalt dürfte am zweckmäßigsten in Heilbronn ihren Anschluß an das Telephonnetz des Landes finden, schon mit Rücksicht auf den regen Verkehr beider Städte. Die Verbindungsleitungen zwischen beiden Orten wäre als Ringleitung auszuführen ..... und dürfte sich die Verwendung von 3 mm Bronzedraht empfehlen, da diese Anlage wohl in nicht zu ferner Zeit nach Hall, Crailsheim, Nürnberg etc. fortgesetzt werden wird. Die Leitung kann an dem bestehenden Bahngestänge geführt werden, und es berechnen sich die Kosten für dieselbe bei einer Länge von 27 km und unter Zugrundelegung von 320 Mark für den Kilometer Ringleitung aus 3 mm Bronzedraht auf 8640 Mark. Die Kosten für die Herstellung einer auf 15-20 Theilnehmer berechneten Telephonanlage in Öhringen berechnen sich wie folgt:
1) für Anschlußleitung an die Umschaltstelle 4000 Mark
2) für Einrichtung der Theilnehmerstellen 2700 Mark
3) für Einrichtung der Umschaltstelle 1300 Mark
            zusammen 8000 Mark
   
30.05.1892 Das königliche Postamt in Öhringen berichtet an das königliche Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten (Abteilung für die Verkehrsanstalten), daß im Hinblick auf den Verkehrsumfang und darauf, daß sich schon 12 Geschäftsfirmen in Öhringen zur Teilnahme an der Telefoneinrichtung bereit erklärt haben, das Bedürfnis der Einführung des Telefondienstes in dieser Stadt als vorhanden bezeichnet werden kann.
   
03.06.1892 Vorbehaltlich der Erledigung der Raumfrage für die Unterbringung der Telefonumschaltstelle wird die Errichtung einer allgemeinen Telefonanstalt in Öhringen in Aussicht genommen. Zu diesem Zweck sind im Entwurf des Postetats für 1893/95 16 700 Mark (einschließlich der Anschlußkosten in Heilbronn) eingestellt worden.
   
20.09.1894 Postamt Öhringen ca. 1934 Die Gemeinde zeigt an, daß sich bis jetzt acht Interessenten in Öhringen entgültich zur Teilnahme an der Einrichtung Telefon gemeldet haben.
Die Arbeiten an dem neuen Postgebäude in Öhringen, in dem die Umschaltstelle untergebracht werden soll, sind so weit vorangeschritten, daß die Fertigstellung des Gebäudes bis Ende 1894 zu erwarten ist.
Es wird ein förmlicher Antrag an den König zwecks Einrichtung der "allgemeinen Telephonanstalt" in Öhringen wird verfügt.
   
01.10.1894 Die Errichtung einer "allgemeinen Telephonanstalt" in Öhringen wird verfügt.
   
12.08.1895 Die allgemeine Telefonanstalt in Öhringen (mit der öffentlichen Telefonstelle) im Postamt und der Verkehr auf der Verbindungsanlage werden in Betrieb genommen. Angeschlossen sind 8 Teilnehmer:
Nr. 1 Julius Bloch, Mehl- und Landesproduktenhandlung, Karlsvorstadt 447
Nr. 2 Franz Berner, Eisenhandlung, Unterthorstr. 257
Nr. 3 J. Kottmann, Hohenloher Schulbankfabrik Alte Straße
Nr. 4 H. Lutz, Hirschapotheke, Marktplatz 105
Nr. 5 Gebrüder Reutter, Hohenlohische Dampfmolkerei, Seifenfabrik, Über der Bahnlinie
Nr. 6 J. Schwab, Dömänepächter, Branntweinbrennerei, Platzhof
Nr. 7 M. Stapf, Posthalter, Zum Württemberger Hof, Karlsvorstadt 448
Nr. 8 G. Weipert, Maschinenfabrik, Alte Straße 550
   
1907

Telephon-Adressbuch für das Deutsche Reich 1907

Telephon-Adressbuch für das Deutsche Reich 1907 - Öhringen Telephon-Adressbuch für das Deutsche Reich 1907 - Öhringen
Hier ist der Auszug zu Öhringen:
   
1905 - 1932 Hier haben Sie eine kleine Auflistung über die Entwicklung der Fernsprechteilnehmer in Öhringen
12.08.1895 8 Teilnehmer
Februar 1905 44 Teilnehmer
Februar 1907 53 Teilnehmer
01.03.1911 81 Teilnehmer
27.09.1911 85 Teilnehmer
11.03.1912 89 Teilnehmer
23.11.1922 148 Teilnehmer
Februar 1926 187 Teilnehmer
25.01.1927 190 Teilnehmer
09.12.1932 223 Teilnehmer
   
Juli 1922 Den ersten Fernsprechanschluss in Baierbach erhält Peter Küstner.
   
16.10.1959 Die Knotenvermittlungsstelle (KVSt) Öhringen geht im dortigen Postamt in Betrieb.
   
09.10.1967 Einführung des Auslands-Selbstwählferndienst in die Bundesrepublik und nach Berlin (West) eingeführt.
   
24.05.1968 An diesem Tag wird entgültig der vollautomatisierte Selbstwählferndienstes im europäischen Bereich.
   
02.09.1977 Die Digitalisierung in der Übertragungstechnik beginnt. Als erste PCM-Grundleitung wird eine Verbindung zwischen Öhringen und Forchtenberg geschaltet.
   
27.09.1979 Der inzwischen knapp 52 Jahre alte Kurz-Lang-Ton wird durch einen Dauerwählton ersetzt.
   
 

Die Anfänge des Telefons in Verrenberg

14.02.1905 Im Gemeinderatsprotokoll findet sich der erste Hinweis zum Telefon:
Immer mehr wird der Mangel einer Telephoneinrichtung in hiesiger Gemeinde empfunden, so namentlich zur Herbstzeit, wo die Weinkäufer vergeblich nach dem Telephon fragen, und schließlich die einzelnen Weingärtner hier, schon oft durch Verspätung wegen mangelter telephonischer Verbindung bedeutende Verluste beim Verkauf ihres Weins erleiden mußten;
Sodan ist die hiesige Einwohnerschaft wegen Mangels an Geschäftshäußern zum weit aus größten Teil auf die Oberamtsstadt angewiesen, abgesehen davon daß Krankheit und Unglücksfälle nicht zu den Seltenheiten zählen wo die Benützung eines Telephons am Platz gar nicht genug zu schätzen ist!
Endlich sind, die nicht mit Eisenbahn und Telephon versehenen Gemeinden, wo alles im Zeichen des Verkehrs steht nahezu weltlich abgeschlossen!
Um letzere Verbindung erlauben wir uns nachzusuchen, zumal die Leitung nur eine kurze Strecke bis zur Eisenbahnlinie ist. Und stellen hiemit den üblichen Beitrag von 350M dreihundert fünfzig Mark aus unserer Gemeindekasse zur Verfügung
   
24.03.1905 Im Hohenloher Bote findet sich folgender Text:
Zur Einrichtung einer Telephonagentur in hiesiger Gemeinde zeichneten verschiedene hiesige und auswärtige Personen in ganz kurzer Zeit nahezu 300 Mark und ging seitens der Gemeindekollegien bereits an die Königliche Generaldirektion der Posten und Telegraphen ein Gesuch um baldigen Anschluß der Gemeinde an das Telefonnetz ab.
   
15.03.1913 Im Gemeinderatsprotokoll findet sich der entscheidente Hinweis zum Telefon:
Es erscheint Otto Werner von hier und bringt vor daß er seit 1905 an welchem die Telephonstelle in seinem Hause eingerichtet wurde aus der Postkasse eine Entschädigung von 20M Monath erhielt, mit diesem Betrag er aber fernerhin nicht mehr auskommen könne, das ganze Jahr hindurch müsse eine Person zu Hause sein um die Geschäfte des Telephons zu besorgen, er suche darum nach ein von Seiten der Gemeinde eine Unterstützung zu gewähren.
Beschluß:
Dem Otto Werner aus der Gemeindekasse eine Unterstützung von 30M jährlich erstmals pro 1. April 1913 zu gewähren der Gemeindepfl. Protokollauszug vorzulegen
   
18.12.1918 Im Gemeinderatsprotokoll findet sich der zweite Telefonanschluss:
Der Fernsprechverkehr hat seit Jahren einen solchen Umfang angenommen, daß meist Stundenlang auf Herstellung der Verbindung u. des zustandekommen eines gespräches gewartet werden muß.
Diese Zeitaufwendung könen heute besonders einem Ortsvorsteher bei seinen vielen Aufgaben kaum mehr zugemutet werden.
Beschluß
Beim Postamt in Oehringen hiemit Nachzusuchen, daß das Rathaus und die Wohnung des Ortsvorstehers auf Rechnung der Gemeinde an das Fernsprechnetz alsbald angeschlossen werden möge , in welchem Falle der Ortsvorsteher sich verpflichtet einen entsprechenden Beitrag zu leisten
   
03.11.1922 Im Gemeinderatsprotokoll findet sich, dass der Telephonbeamte ein höheres Wartgeld möchte:
Es erscheint der Telephonbeamte F. Kühner hier u erklärt, das mit seither zugewiesene Wartgeld des Telephons von 30M entspricht den jetztigen Zeitverhältnissen nicht mehr, ich bitte daß mir dieser Betrag auf 1000M erhöht wird, ab 1.Nov 1922
Beschluß
Dem Fr. Kühner hier als Wartgeld 1000M zu genehmigen u der Gemeindepflege hier Auszug hiervon zuzustellen
   
17.04.1923 Im Gemeinderatsprotokoll findet sich, dass der Telephonbeamte ein höheres Wartgeld möchte:
dem Friedrich Kühner hier für die Telephone Geschäfte von seither 1000M ab 1.April 10.000M zu gewähren
   
18.10.1923 Im Gemeinderatsprotokoll findet sich, dass der Telephonbeamte ein höheres Wartgeld möchte:
Dem Telephon Beamten Fr. Kühner hier wurden ab 1.April d.J. für seine Inanspruchnahme 10000M bewilligt, auf Antrag des Fr. Kühner um Erhöhung seiner Gebühren wird
Beschlossen
Ab 1.April d.J. zu bewilligen pro Monat den Wert von 20M Weizen wie im L…haus Oehringen im Durchschnitt ausbezahlt wird u. am letzten des Monats zu verrechnen
   
19.05.1924 Im Gemeinderatsprotokoll findet sich, dass der Telephonbeamte eine Entschädigung erhält:
Es erscheint der Telephonbeamte Fr. Kühner u. erklärt, nachdem von seiten der Postverwaltung keine Entschädigung für die Telephongeschäfte geleistet werden, von den 60d zu erhebenden Ganz oder Bestellgebühren für 45d an die Post abgeliefert werden muß beantrage ich, von seiten der Gemeinde einen Beitrag ab 1.Januar d.J. von Namentlich 5M mir zu gewähren
Beschluß
genehmigt
Gemeindepflege Auszug zuzustellen
   
1926
Telefonverzeichniss Verrenberg 1926 Eintrag im Fernsprechbuch von 1926
Der Eintrag zeigt einen der beiden 1926 vorhandenen Anschlüsse. Einer davon hatte zwei Sprechstellen im Ort.
Dieser war zum einen im Rathaus, zum anderen im Wohnhaus des Schultheißen Johann Matthäus Bort eingerichtet.
Der obrige Eintrag ist in folgender Weise zu lesen:
D. = Dienststunden
W = Werktags
V = vormittags
N = nachmittags
S = Sonn- und Feiertags
Um = Unfallmeldedienst
Oe = öffentliche Sprechstelle
   
17.04.1928 Im Gemeinderatsprotokoll findet sich, dass der Telephonbeamte ein höheres Wartgeld möchte:
Es erscheint der Telephonbeamte Fr. Kühner von hier u bringt vor:
Ich beziehe seit 4 Jahren eine Entschädigung von jährlich 60M für die Telephongeschäfte
Diese Entschädigung entspricht nicht mehr den jeweiligen anforderungen u ich ersuche u bitte daß mir dieser Betrag von 60M auf jährlich 100M erhöht wird.
Beschluß
Dem Friedr. Kühner die nachgesuchte Erhöhung von 60M auf 100M zu genehmigen: Der Gemeindepflege Auszug zuzustellen
   
1928
Unter Verrenberg findet sich dieser Eintrag: Telefonverzeichniss Verrenberg 1928

Unter Öhringen findet sich dieser Verrenberger Eintrag: Telefonverzeichniss Verrenberg 1928
Eintrag im Fernsprechbuch von 1928
Das Schultheißenamt war nun im Ortsnetz Öhringen mit der Rufnummer 198 aufgeführt.

Als öffentliche Sprechstelle war nun ein Anschluss im Gasthaus Rose eingerichtet. Da in Öhringen kein Eintrag vorhanden ist, steht zu vermuten, dass er nicht anrufbar war.
06.02.1932 Im Gemeinderatsprotokoll findet sich, dass der Telephonbeamte weniger Wartgeld bekommt:
Nach oben S.148 bezieht der Telephonbeamte Kühner durch Beschluß v. 10.März 1928 ein Wartgeld von jährlich 100 RM, früher 60 RM.
Der Notzeit entsprechend
Beschluß
Einverstanden dieses Wartgeld ab 1.April 1932 auf 80 RM zu ermäßigen.
Kühner und der Gemeindepflege Auszug zu fertigen
   
 

Quellennachweis.

Buch "Öhringen, Stadt und Stift"
"Das Telefon in Öhringen 1895 - 1982", Herausgegeben vom Fernmeldeamt Schwäbisch Hall 1982
Buch "Telephon-Adressbuch für das Deutsche Reich 1907 "; Danke an Astrid - http://forum.ahnenforschung.net
Das Amtliches Fernsprechbuch der Oberpostdirektion Stuttgart; 1926 S.687
Das Amtliches Fernsprechbuch der Oberpostdirektion Stuttgart; 1928 S.487 und S.393