Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.58 in Verrenberg

Links: Aufnahme von 1926   Rechts: Aufnahmen von 2005
Haus Nr. 58 in Verrenberg - 1926 Haus Nr. 58 in Verrenberg - 2005 Haus Nr. 58 in Verrenberg - 2005

Links: Karte von 1818   Mitte Ausschnitt aus dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen.
Rechts: Ergänzungskarte zum Primärkataster
Kartenausschnitt 1818; Haus Nr. 58 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 58 Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 58

Bauliche Entwicklung

Im Lagerbuch von 1684 ("Steuerliste" S.34a) wird für das Nachbarhaus Nr.59 die Lage so beschrieben:
"... zwischen dem gemeinen Weg zu 3en und Albrecht Hettenbachen Sommergärtlein zur 4ten Seiten gelegen."
War dieser Platz 1684 also noch eine Gartenfläche?

Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.236) heist es:
Ein Hauß und daran gebaute Scheuren ...
1833 lesen wir von einer südlichen und einer nördlichen Haushälfte, sowie einer Scheune.

1854-55 wurde die Scheune 58a abgebrochen.

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Christoph Wieland

Georg Glaser
Ein einstockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach 17,5'
25,5'
8'
15'

17,5'
25,5'
8'
15'
1.   1 1   2 Dachböden

1 geb. Keller
2 Kammern auf dem Dach
Ziegel gem. Fachwerk Backofen Fundament u. Sockelmauern

Fundament Keller u. Sockelmauern
--- 275

375
IV 343,45

468,45
alter Anschlag 150f./200f.
(1861)

1896 wird das Wohnhaus 58a (nördlich) so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus an der Bitzfelderstraße von Fachwerk unter Giebeldach, an No.58 1/2 mit gemeinschaftlicher Scheidewand angebaut."
Der Versicherungsanschlag betrug 520 Mark.
1896 wird das Wohnhaus 58b (südlich) so beschrieben:
"Ein einstockiges Wohnhaus an der Bitzfelderstraße von Fachwerk mit No.58a unter gleichem Giebeldach und mit gemeinschaftlicher Scheidewand zusammengebaut."
Der Versicherungsanschlag betrug 800 Mark.

Die nördliche Haushälfte mußte 1973 einer neuen Straße weichen.


Die Bewohner


Wann wurde das Haus geteilt?

Nördliche Haushälfte (an der Straße)
Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.236) wird Albrecht Hornung als Eigentümer genannt.
Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Michael Ahles genannt. Folgte ihm sein Sohn Johann Michael Ahles?

Im Feuerversicherungsbuch von 1869 wird Christoph Wieland als Besitzer genannt.
Die Nachträge zeigen, dass von 1877 bis 1887 Johann Friedrich Christoph Schumacher auf dem Haus war. Ihm folgte bis 1892 die Witwe Rosina Lay
Ab 1892 ist dann der Taglöhner Johann Jakob Karl Gall als Besitzer vermerkt.

Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird Jakob Werner als Besitzer genannt. Er war 1889 nach Verrenberg gezogen.
1907 ging der Bahnwärter Johann Georg Rupp in Pension, so dass er die Bahnstation 89 verlassen musste. Laut Nachtrag war Johann Rupp ab 1908 neuer Besitzer. 1928 wird dann seine Witwe genannt.
Später müsste dann der Sohn Friedrich Wilhelm Rupp auf dem Haus gewesen sein.

Als diese Haushälfte 1973 abgerissen wurde, zog seine Witwe, Martha Rupp in das ehemalige Kühlhaus (am Feuersee) um. Es war hierzu zum Wohnhaus umgebaut worden.

Südliche Haushälfte (Richtung Feuersee)
Im Lagerbuch von 1740 ("Steuerliste" S.236) wird Johann Michael Bort als Besitzer genannt.
Er hatte es vor 1788 für 100fl. an seine Tochter Maria Dorothea Bort verkauft. Die Bezahlung erfolgte 1788, wobei ihr zukünftiger Mann Johann Georg Glaser aus Amertsweiler 50fl. beisteuerte.
Antrag des Johann Georg Glaser auf das Bürgerrecht in Verrenberg (1788).Für Details einfach klicken!

Georg Glaser und seine Ehefrau Maria Dorothea verkaufen im Juni 1819 an ihren Sohn Johann Georg Glaser und dessen Braut ihr Söldner Güthlein (halbes Haus und ganze Scheune) um 1300fl.

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer eben dieser Sohn Georg Glaser genannt. Er taucht im Feuerversicherungsbuch von 1869 noch einmal auf.
1875 wird in einem Nachtrag ein Bernhard Schumacher als Besitzer genannt.
Aber schon im folgenden Jahr, 1876 ist Conrad Keim auf der Haushälfte.
1878 bis 1883 war dann der Schumacher Karl Friedrich Krenkler der Eigner.

Der letzte Nachtrag zeigt, dass Karl Christian Friedrich Knappenberger ab 1883 der Besitzer dieser Haushälfte war.
Er lebte hier bis zu seinem Tod 1910.

Danach wohnte hier ein Herr Spengler.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800 Seite 236

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 58

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 58

Zusatzkarte zum Urkataster 1833

Zusatzkarte zum Urkataster 1833 ; Haus 58

Nachtrag zum Primärkataster, 1854-55

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1854-55; Haus 58 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1854-55; Haus 58

Nachtrag zum Primärkataster, 1873-74

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg, 1873-74; Haus 58

Es fehlen noch folgene Einträge:
1933/395
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 30 / Bü 1086
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869