Verrenberg HistorischBesitzer des Hauses Flurstück Nr.22 in Verrenberg

Links eine Aufnahme aus einer Postkarte von 1906 und 2005
Rechts sehen Sie einen Kartenausschnitt von 1818 und dem Urkataster von 1833. Dort können Sie die Lage des Hauses im Ort erkennen
Gasthaus Sonne; Haus Nr.22 Gasthaus Sonne; Haus Nr.22 - 2005 Kartenausschnitt1818; Haus Nr. 22 Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 22

Das Schankrecht

Anno1623 zu einer Erbschenk gemacht worden ...".
1826 wird erwähnt, dass die "Sonne" zumindest zeitweilig geschlossen war.
Am 02.04.1842 heist es im Gemeinderatsprotokoll" ... da der Schildwirth Sonnenwirth Atz vor einigen Tagen die Wirtschaft niedergelegt hat ..."
Im Gemeinderatsprotokoll vom 05.April 1845 wird die Visitation der Wirthe geregelt.
Da die Maase und Trinkgeschire der Wirthe jährlich 2mal visitiert werden sollen, so wurde
Beschlossen
Es sollen mit dieser Visitation
Gemeinderath Ilg und
Gemeinderath Kraft
beauftragt, und sollen dieselben auf den Befehl des Ruggerichts …….. Buches bl. 58b ...§.1. aufmerksam gemacht werden.
1847 begründet Ludwig Carle seine Bitte eine Schildwirtschaft eröffnen zu dürfen u.a. damit, dass die "Sonne" ruht.
Als am 6.März 1853 der Speisewirth Jacob Mäule um die Concession einer Schildwirtschaft bittet, führt er aus, dass die Schildwirthschaft Sonne ruht.
Um 1900 erscheint die Zeitungsanzeige rechts. Auf dem Hof war zwar die Familie Marmein, die Wirtschaft wurde
aber in erster Linie von der ledigen Schwester der Hofbesitzerin, von Luise Pauline Zorn umgetrieben.

Andere Wirtschaften in Verrenberg:
Speise Wirtschaft (Haus Nr.47 1842-1992)
Gassen Wirtschaft (Haus Nr.37 ab 1826)
Brandweinbrennerei (Haus Nr.14 1861-mind.1923)
Brandweinbrennerei (Haus Nr.28 vor 1845-????)
Zeitungsanzeige Sonne in Verrenberg


Die Bewohner

Im Lagerbuch von 1628 (Seite 669b) wird Hans Sommer als "Würth" bezeichnet.

Hanß Weckher war sein Nachfolger.
Ihm wiederum folgte Leonhard Keppler.
Im Lagerbuch von 1684 (Seite 31b) ist der Schultheiß Hannß Lienhardt Käppler als Eigentümer eingetragen. Vermutlich hatte er in diesen Hof eingeheiratet. Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
1 Kreuzer 2 Pfennig "an Geldt" und
1 Faßnachthuhn

Im Lagerbuch von 1740 (Seite 256) ist der Schultheiß Johann Michael Grabert als Eigentümer eingetragen. Er war der Schwiegersohn des 1684 erwähnten Hannß Lienhardt Käppler. Er musste folgende jährliche Gülth bezahlen:
 1 Kreuzer "an Geldt" und
12 Kreuzer "Vor Eine Faßnacht Huhn"

Sein Sohn Heinrich Adam Grabert übernahm mit seiner Hochzeit 1756 den Hof.

1797 wird im Lagerbuch von 1684 ein Ludwig Kraft genannt, zu ihm fehlen bis dato aber weitere Informationen.

Bereits 1798 wird im gleichen Buch Johann Michael Starck als Eigentümer genannt.
Zog er bereits 1790 von seiner Wohnung im Haus Nr.6 hier her? Nach seinem Tod 1801 heiratet die Witwe im selben Jahr Wilhelm Franz Happold.
Aus der Ehe von Wilhelm Franz Happold gab es keine überlebenden Kinder, so dass der Hof wohl verkauft wurde, aber wann?

Bei der Erstellung des Urkatasters 1833 wurde als Eigentümer Gottlieb Atz genannt. Hatte er sich bereits im Jahr seiner Hochzeit 1827 eingekauft? Wurde der Hof nach seinem Tod 1851 verkauft?

Als am 6.März 1853 der Speisewirth Jacob Mäule um die Concession einer Schildwirtschaft bittet, führt er folgendes aus:
Zwar ist noch ein Haus vorhanden, auf dem das Recht der Schildwirthschaft ruht, allein von diesem Recht wird gegenwärtig kein Gebrauch gemacht, und wird wohl , da dasselbe auf einem Bauern der große Oekonomie besizt, übergegangen ist , auch nicht ausgeübt werden."
Welcher Bauer ist gemeint? Johann Peter Christoph Zorn? Da die Concession auf den Hof gebunden war, musste also 1853 ein großer Bauer auf dem Hof gewesen sein.

1855-56 wird Peter Zorn's Witwe als Eigentümer des Gasthauses Sonne bezeichnet. Ihr Sohn Johann Peter Christoph Zorn wird in seinem Familienregister 1864 als Sonnenwirth bezeichnet.

1873 wird der Sohn Johann Peter Christoph Zorn als Sonnenwirth bezeichnet.

1896 heiratet seine Tochter Johanna Maria Elisabeth Zorn Robert Marmein.

Vielen Dank noch an die Familie Graulich, die heute hier wohnt, für die Hilfe.
Weitere Bilder finden Sie bei den Verrenberger Postkarten und dem Verrenberger Kinderfest.

Bauliche Entwicklung

1623 wird eine Erbschenke erwähnt, diese ist aber nicht die gegenüberliegende Linde (wie in manchen Schriften steht) sondern diese ehemalige Gaststätte Sonne.

1628 wird der Hof so beschrieben:
"Gibt von seinem Hauß ... welches in Anno 1623 zu einer Erbschenke gemacht, ..."
1684 wird der Hof so beschrieben:
"Einer Behaußung, Hofrecht undt kleinen Scheuren, welche Anno 1623 zu einer Erbschenk gemacht worden ..."

1802 wurde, laut Feuerversicherungsbuch von 1896, der Saalanbau errichtet.

Bild links: Die Scheune zum Haus 22, 2006   Bild rechts: Sandstein über dem Tor Scheune zu Haus 22 in Verrenberg 2006 Sandstein in Scheune zu Haus 22 in Verrenberg 2006
Die Scheune (22b) wurde 1810 von Wilhelm Franz Happold erbaut (Jahreszahl im Sandstein).

1828 wurde laut Eintrag in den Gemeinderatsprotokolle die Scheune neu erbaut.
Die dort angegebenen Maase passen aber nicht (wurden sie damals richtig notiert?). Auch ist es nicht plausiebel, daß bereits 18 Jahre nach der Errichtung durch Wilhelm Franz Happold ein kompletter Neubau (inkl. Sandsteine) nötig war.

Das Wohnhaus wurde bei einem Brand 1840 weitgehend zerstört und danach neu aufgebaut.

Zeichnung Haus 22 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Zorn Sonnenwirth Ein zweistockiges Wohnhaus von Fachwerk mit Giebeldach nebst einem Anbau einstockig von Fachwerk mit Giebeldach 51'
40'
17,5'
25'

33'
31'
11'
17'
2.   8 1   1 gew. Keller
2 Dachböden mit 4 Kammern

1 Remise
1 Stall
Tanzsaal
Ziegel gem. Fachwerk

Ein Stockwerk Steinm, Giebel Fachwerk
Backofen
1 Giebel ge...
Fundament gew: Keller u. Sockelmauern --- 3300

800
IV
IV
4125

1000
alter Anschlag 1700f./700f.
(1861)

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Zorn Sonnenwirth Eine einstockige Scheuer von Stein und Fachwerk mit Giebeldach 67,5'
43,5'
15'
28'
          1 Tenne
1 geb. Kelter
2 .... mit 2 S....
Ziegel Ein Stockwerk Stein, Giebel Fachwerk  
1 Giebel ge...
Fundament Kelter u. Sockelmauern --- 2300 IV
IV
2875 alter Anschlag 1500f.
(1861)




1896 wird das Wohnhaus so beschrieben:
"Ein zweistockiges Wohn- und Wirtschaftsgebäude, das Gasthaus zur Sonne, von gemischter Bauart unter Giebeldach"
Der Versicherungsanschlag betrug 8500 Mark.

1896 wird der Saalanbau so beschrieben:
"Ein zweistockiger 1802 erbauter Saalanbau von gemischter Bauart mit einerseits abgealmdem Giebeldach ohne eigene Wand an No.22 angebaut."
Der Versicherungsanschlag betrug 3100 Mark.

1911 wurde eine elektr. Anlage mit sieben Glühlampen eingebaut.

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628

Nst: Ba 55 / Bd 75; Haus 22

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684

Nst: Ba 55 / Bd 79; Haus 22

Aus dem Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800

Nst: Ba 55 / Bd 89; Haus 22

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 22

Nachtrag zum Primärkataster, 1855-56

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1855-56; Haus 22

Es fehlen noch folgene Einträge:
1927/34
1965/226
1965/228
 

Quellennachweis.

Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 89 (1716) 1740-1800
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 79 1684
Hohenloher Zentralarchiv Nst: Ba 55 / Bd 75 1628
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Staatsarchiv Ludwigsburg E 175 I Bü 6198 Wirtschafts- und Schankkonzessionen
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle