Verrenberg HistorischDie Verrenberger Wiesenkelter

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Wiesenkelter in Verrenberg, 1670 Wiesenkelter in Verrenberg, 1929 Karte von 1818 mit der Wiesenkelter
Bild links: Die Wiesenkelter auf einer Zeichnung des Malers Creutzfelder von 1670 (Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, Ausschnitt aus GA 100 Nr. 333).

Bild mitte: Zeichnung aus dem Öhringer Heimatbuch von 1929
Bild rechts: Ausschnitt der Karte zum Meeßbuch von 1818.


1357 hatten die Hohenloher sechs Güter, eine Kelter, neun Teilweingärten und neun Morgen Weinberg im Ort.
1670 Auf der Zeichnung Creutzfelders ist die Wiesenkelter und zwei weitere Keltern zu sehen.
1802-1805 Reparatur der Wiesenkelter
(Quelle: HZA A.Bartenst.:Kammer Bart. / Bü 293)
Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird von einem Neubau 1805 gesprochen.
Im Feuerversicherungsbuch von 1869 wird wird dagegen im Jahr 1818 von einem Neubau gesprochen.
1812 Die herrschaftlich Oehringensche Weinberge, 15-16 Morgen, wurden 1812 von der Königl. Debit-Commission an eine Gesellschaft Speculanten in Heilbronn verkauft.
Quelle: Buch "Oberamt Oehringen" 1865, Seite 337
1818 1818 werden die 1812 verkauften Weinberge von der Herrschft zurück gekauft.
Die Kelter wurde neu erbaut!
Quelle: HZA Neuenstein Ba 70 Bü 538 und Buch "Oberamt Oehringen" 1865, Seite 337
1821-1845 Vermessung und Versteinung der herrschaftlichen Weinberge
1833 Im Primärkataster wird als Eigentümer der Fürst von Hohenlohe Bartenstein angegeben
1837 Im Hohenloher Zentralarchiv werden für Verrenberg 3 Keltern erwähnt, die Dorf-, die Berg- und die Wiesenkelter. Mit Bergkeltern ist die Staigenkelter gemeint. Besten Dank an Herr Beuter
1848 Der Wert der Kelter wird auf 1725fl. geschätzt. Inhaber ist die Herrschaft Bartenstein.
Quelle: HZA Neuenstein Ba 70 Bü 538
1848/49 Der Kelterbann fällt. Die Wiesenkelter geht vom Besitz der Herren von Hohenlohe-Bartenstein über in den der Gemeinde.
1855 Wiesenkelter Verenberg 1855
1869 In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zur Kelter
(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Gemeinde Die Wiesenkelter einstockig von Stein und Fachwerk mit Halbwalmen Dach 1818 gebaut 75'
59,3'
13,5'
24'
          1 Kelter
2 Kelterstüble
3 Baum binten
Ziegel Das Stock Stein, die Giebel gem. Fachwerk Keine Fundament Mauern bis zur Boden Ebene der Keltern --- 4450 III 4450 alter Anschlag 600f.
(1861)
Als Zubehörden sind Aufgeführt:
3 Baum binter a 600f. => Summe 1800fl.
Der alte Anschlag war 1125f.
1873 Johann Georg Schanzenbach war Keltermann in der Wiesenkelter. Nach seinem Tod wurde Johann Georg Schluchter zu seinem Nachfolger gewählt.
1874 Johann Leonhard Weiß war seit 18?? hier Keltermann. Er wechselte nun in die Dorfskelter. Sein Nachfolger wird Johann Friedrich Ruth.
1875 Für die 3 Keltern des Ortes werden auf Kosten der Weinzehntpflichtigen Erdöl-Lampen angeschafft.
1881 Alle drei Keltern des Ortes gehen aus dem Besitz der Weinbergsgenossenschaft in den Besitz der politischen Gemeinde Verrenberg über!
1883 Zwei Hinterdoken an der Presse, die von Johann Georg Schluchter bedient wird sind defekt und müssen erneuert werden.
1884 Als Ersatz für den 1883 nach Amerika ausgewanderten Johann Friedrich Ruth, wurde Leonhard Kübler neuer Keltermann
1888 Johann Georg Schluchter wechselt als Keltermann in die Dorfskelter. Sein Nachfolger wird Johann Christian Gottfried Schmidt
1894 In der Wiesenkelter sind die 2 Giebel schadhaft und hängen verschiedene Riegelfälder heraus, es wird nun beschlossen:
Durch den Maurer Spengler die Riegelfelder spannen und die 2 Giebel bestechen zu lassen, hiezu einen Wagen Sand und 4. Centner Kalk beizuschaffen.
1895 Friedrich Martin wird fürstl. "Weingartmeister". Er hat dieses Amt in der Wiesenkelter bis 1930 inne.
1896 In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Wiesenkelter
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Gemeinde Verrenberg 1 stockige 1805 erbaute Wiesenkelter von gem Bauart mit halbabgewalmten Satteldach 21.55
16.50
3.70
Dach 9.00
          Kelter mit 2 heizbaren Kelterstübchen Dachplatten Umfassung von Stein Giebel von ausgem -fachwerk keine   9000 III 9000  
Es werden zwei Traubenpressen aus Eichenholz erwähnt.

1900-1901 Im Staatsarchiv Ludwigsburg (F 192 III Nr. 2052) heist es: Instandsetzung der Wiesentalkelter
1912 Die Wiesenkelter wird von der Gemeinde Verrenberg der Herrschaft zum Kauf angeboten. Der Kauf kommt um 2000RM zustande. Die Herrschaft hatte zuvor schon das Recht auf Aufstellung von 14 Kufen (3/4 der Gesamtzahl) und Benützung der Pressen.
20.August 1912 Auszug aus dem Gemeinderatsprotokoll

Nach dem Beschluß vom 25.Juli d.J. Seit 223 haben sich die Mitgl. der Bürgerlichen Collegien vereinbart eine der drei im Besitz der Gemeinde befindlichen Keltern zu Verkaufen und zwar diejenige im Grundbuchheft No.84 Gebäude No.66 17ar 39qm Kelter und Hofraum neb. Pz No. 868 und 869 die sogenannte Wiesenkelter.
Die fürstl Standesherrschaft Hohenl Oehringen welche anährend 50 Morgen Weinberge auf hiesiger Markung besitzt, benutzt mit wenig ausnahmen die Wiesenkelter allein, nach seit vielen Jahren da.... Verhandlungen sowie auf die am 22.Juli d.J. persönlich stattgehabte Verhandlung siehe Seite 240 hat sich die Standesherrschaft bereit erklärt die geforderten 2000 Mark an die Gemeinde zu bezahlen wenn letztere dafür sorge daß die betr. Kelter nebst Biete und Hofraum allein Eigenthum der Standesherrschaft wird, und die übrigen Kelterberechtigten in die Steigen bezw. Dorfkelter zu verweisen.
Die Gemeinde Collegien sind bereit den Kauf zu genehmigen und dadurch den seitherigen Unterhaltungskosten los zu werden und mit einem theil des hier anfalenden Geldes die übrigen Keltern neuzeit entsprechend Bälder in Stand zu setzen und die Einwohner könnten Ihre Weinerzeugnisse dadurch leichter zu höherm Preißen absetzen was mit Rücksicht auf den stetig unrentabler werdenden Weinbau sehr zu empfehlen währe.
Hierauf ergeht folgender
Beschluss
1. Die Gemeinde Collegien sind bereit dieses Angebot anzunehmen den Kauf zu genehmigen und die Wiesenkelter in den alleinigen Besitz der Standesherrschaft zu übergeben.
2. Das Kgl. Oberamt zu ersuchen bei der Kgl. Kreis-Regierung gem: Art 120 Abs. 2 d.G.O. die Genehmigung zu beantragen daß fragl. 2000M zu laufenden Ausgaben d.J. zur Verbesserung der hiesigen Keltern, sowie zur besseren Instandsetzung der Ortswege Verwendung finden darf.
3. Mit Abschluß des Kaufvertrags, der Erklärung der Auflassung und allen weiteren etwa sonst zur Bereinigung des Grundbuchs erforderl. Erklärungen dem Hauptlehrer Laiblein welcher nach Grundakten No. 84 II durch Vollmacht vom 14.Nov. 1908 Legitimirte Gemeindevertreter ist, mit dem Kaufabschluß zu beauftragen.
4. Die Kosten Steuern und f. Ausgaben hat die Käuferin zu zahlen
1913 Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird für das Jahr 1913 als neuer Besitzer der Wiesenkelter die fürstl. Standesherrschaft Hohenlohe Oehringen angegeben.

Bilder zur Weinlese auf dem Weingut des Fürsten Hohenlohe-Öhringen aus den 30er Jahren finden sie auf einer extra Seite.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 66 - Die Wiesenkelter

 

Quellennachweis.

Buch "Öhringen Stadt und Stift"
Buch "Oberamt Oehringen" 1865, Seite 337
Staatsarchiv Ludwigsburg: F 192 II / Bü 1527; Schuldenwesen der Gemeinden, Gde. Verrenberg
Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 III Nr. 2052
Staatsarchiv Ludwigsburg F 192 II Bü 1200
HZA Neuenstein Ba 70 Bü 538
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Christa Erdmann (zu Friedrich Martin)
Kreisarchiv Neuenstein: Der Hohenloher Bote; 1855