Verrenberg Historisch

Haus Nr. 95 in Verrenberg - das "Milchhäusle" (Golbergstraße)


Aufnahme von 1938

Aufnahme von 1962

Aufnahme von 2005

Aufnahme von 2008
Nachtrag zum Primärkataster von 1833; Haus Nr. 95
Nachtrag zum Urkataster, 1958

Lage des Haus im Ort


Bauliche Entwicklung und sonstiges zur Milchwirtschaft



1938 wurde das Milchsammelhäuschen gebaut.

1933 wurde vom Statistischen Landesamt die Zahl der Rinder im Ort mit 403 angegeben. Diese wurden neben der Milchwirtschaft auch für den Ackerbau genutzt.

Friedrich Ungerer, im Volksmund auch Milchungerer genannt, bewohnte den angrenzenden Hof Nr.12. Er war über viele Jahre "Milchkutscher" gewesen (d.h. er fuhr mit seinem Gespann die "Verrenberger Milch" nach Bretzfeld zur Molkerei).
Später übernahm Willi Heinrich diese Aufgabe. In Vertretung machten dies aber auch andere Verrenberger.

Überhaupt entwickelte sich das "Milchhäusle" zu einem Treffpunkt im Dorf, an dem man das Neueste erfahren, oder erzählen konnte.
Milch wurde hier Morgends und Abends abgegeben, im Gegenzug nahm man Magermilch mit um diese an die Schweine zu verfüttern.

Der Verrenberger Lehrer Hans-Jörg Weinbrenner hat in seinem Konferenzaufsatz von 1957 zu Thema Milchwirtschaft folgendes geschrieben:
"Die Hauptrolle innerhalb der Tierhaltung spielt das Rindvieh, als Rasse hat sich das Fleckvieh vorzüglich ausgezeichnet. Durch die Vergrößerung der nächstliegenden Städte: Öhringen, Heilbronn entwickelte sich ein guter Absatz für Frischmilch, eine willkommene Nebeneinnahme des Bauern. Die neuzeitlich eingerichteten Molkereien in Bretzfeld und Öhringen verarbeiten` auch einen Teil der angelieferten Milch."


Hermann Ungerer in dem 1994 erschienenen Buch "So war's im Winter. Erinnerungen an die kalte Jahreszeit auf dem Land im schwäbisch-fränkischen Raum" zum Thema Milch:
"Was sind wir früher Schlitten gefahren als Kinder, den Berg da 'runter! Da hat man Milch weggetragen ins Milchhäusle unten, da ist die Milchkanne um zwölf Uhr nachts noch unten gestanden. Da ist man gar nicht heim, da hat die Mutter recht geschimpft, weil man die Milchkanne nicht heim hat zum Spülen. Die ganze Dorfjugend ist da gefahren."


2006 wurde der angrenzende Hof Nr.12 abgebrochen und an dieser Stelle der neue Dorfplatz errichtet.


 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Staatsarchiv Ludwigsburg; EL 251II, Bü663