Verrenberg Historisch

Haus Nr. 12 in Verrenberg (Goldbergstraße 9 - Heute Dorfplatz)


Aufnahme von 1926 aus Richtung Bahndamm

Ausschnitt einer Postkarte von 1918

Aufnahme von 2005

Aufnahme von 2005

Lage des Haus im Ort

Aufnahme von 2006

Aufnahme von 2006

Aufnahme von 2006
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1833; Haus Nr. 12
Urkataster von 1833
Kartenausschnitt aus Katasterkarte 1818; Haus Nr. 12
Karte von 1818


Die Bewohner

Bei der Renovierung des Pregel Lehen 1742 wird Peter Besinger als Besitzer genannt. Er starb 1770, seine Frau 1766. Die Ehe blieb scheinbar Kinderlos.
Ab 1766 musste Peter Besinger jährlich 1fl. "Schutz und Schirm Geld" bezahlen. Daher ist zu vermuten, dass er in diesem Jahr das Gut an Johann Georg Weber verkaufte.
Um 1800 übergab er den Hof an seinen gleignahmigen Sohn Johann Georg Weber. Dieser wird 1833 bei der Erstellung des Urkataster genannt.
1838 verkaufte Georg Weber "Hauß und Scheuer und Keller ..." an seine Tochter und deren Bräutigam Johann Heinrich Steinbach um 3000fl.

1846 verkaufte Johann Heinrich Steinbach den Hof um 1550fl. an Jacob Utz. Er zog mit seiner Frau und Schwiegermutter nach Maßholderbach.

In der Scheune findet sich ein Sandstein mit der sinngemäßen Inschrift "erbaut 1880 von Johann Frank". Gemeint ist Johann Georg Frank. Er hatte 1859 Johanna Catharina Utz geheiratet. Vermutlich haben sie in diesem Jahr den Hof gekauft.(?) Er starb 1905 und sie zog 1914 nach Heilbronn.
1897 ging der Hof auf den Sohn Ludwig Frank über, der in diesem Jahr heiratete. 1906 beim Bau des Backhauses wird er als Eigentümer erwähnt. Als er 1909 starb, brachte seine Witwe das Haus in die Ehe mit Christian Georg Gebert ein.
Im Feuerversicherungsbuch von 1896 wird für das Jahr 1911 "die Ehefrau des Georg Gebert hier" als neue Eignerin genannt. Christian Georg Gebert starb 1914, seine Frau 1918.

Für 1920 wird dann erst Ernst Frank (vermutl. der Erbe), und für das gleiche Jahr dann Christian Bort als Besitzer genannt. Hatte er den Hof gekauft?
Seine Tochter Rosa Bort heiratete 1937 Friedrich Ungerer. Im Volksmund sagte man auch "Milchungerer", er war über viele Jahre "Milchkutscher" gewesen (d.h. er fuhr mit seinem Gespann die "Verrenberger Milch" nach Bretzfeld zur Molkerei). Später übernahm Kettner diese Aufgabe.

Bauliche Entwicklung

Zeichnung Haus 12 1861 Verrenberg Bild links: Zeichnung von 1861

Im unteren Eintrag des Schätzungsprotokoll von 1869 sieht man einige Details zum Haus

(Als Maß dürfte der württembergische Fuss mit 28,65cm gemeint sein. Das vierte Maß in der dritten Spalte ist vermutlich die Höhe des Daches)
Name Beschreibung des Gebäudes Von der Versicherung ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Classe Umlage Capital Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen als unzer- störbar wegen des Anspruchs auf Baubeiträge
heizbare Zimmer gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Johann Georg Frank Ein einstockiges Wohnhaus und Scheuer unter einem Dach von Fachwerk mit Giebeldach nebst angebauten Remise auf Freipfosten mit Pultdach 39,5'
32'
17'
19'

24'
32'
15,5'
19'

10,5'
32'
9'
11'
1.   3 1 1 1 gew. Keller
2 Dachböden mit 3 Kammern

1 Tenne
1 Stall
1
Ziegel gem. Fachwerk
ein Giebel getäert
1 Backofen
  Fundament, Keller u. Sockelmauern --- 1800
600
100
IV 2250
750
125
alter Anschlag 950f/450f/100f.
(1861)



1880 wurde die Scheune neu erbaut. Sie war nun deutlich größer als die alte und es kam an der Rückseite noch eine Remise dazu. Am Haus wurden zeitgleich ein Abtritt und ein Backofen angebaut.

Skizze des Hofes Nr.12 in Verrenberg 1896 Skizze des Hofes Nr.12 in Verrenberg 1896
In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zum Haus
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Frank Johann Georg Bauer 1 stockiges Wohnhaus mit Fachwerk unter Giebeldach 11.20
9.15
Souterrain
2.20
Erdg 2.50
Dach 5.80
2 EG 2 EG 3 Dachboden 1 EG   1 geb Keller
1 Viehstall
Dachplatten Von hohem Sockel, ausgemauertem Fachwerk Zusammenhang mit dem Schuppen Fundamente u einhäupt. Gemäuer im Sonterrain 3600     Alter ca. 150Jahre
Unterhaltung gut
Unter nebigem Anschlag von 3600M inbegriffen ist;
1 Backofen worunter Schweinstall u Geflügelstall (Fundam. ausgenommen) im Anschlag von 200M
1 hintere Treppe mit Podest worunter Schweinstall (Fundament ausgenommen= Anschlag 80
1 Abtrittgehäuse ohne Grube Anschlag 30M
1 vordere Treppe (Fundam. ausgen.) Anschlag 30M

In diesem Eintrag im Schätzungsprotokoll von 1896 sieht man einige Details zur Scheune
(Als Maß dient der Meter.)
Name Beschreibung des Gebäudes Ausgenommene Bestandtheile Versicher- ungs- anschlag Mark Klasse Umlage Kapital Mark Bemerkungen
Lage; Bestimmung; Bauart; Zahl der Stockwerke Länge, Breite, Höhe in Metern Gelaße Dachdeckung Umfassungs- und Giebelwände Feuergefährliche Einrichtungen und Klassenbegründung
heizbare Zimmer unheizb. Zimmer u gegypste Kammern gewöhnliche Kammern Küchen Stallungen sonstige Gelaße
Frank Johann Georg Bauer 1 stockiger 1880 erbauter Scheuer v gemischter Bauart, unter Giebeldach ohne eigene Wand angebaut 10.70
11.75
4.50
Dach 5.80
          1 Tenne
2 Bare mit 1 Remise
Dachplatten v Stein
ausgem Fachwerk
Zusammenhang mit dem Schuppen Fundament 3100      


Das Haus wurde vermutlich zwischen 1907 und 1914 neu gebaut.

Das Anwesen wurde 2005 von der Stadt Öhringen gekauft und im Juli 2006 abgebrochen.
Am 03.10.2007 wurde an dieser Stelle der neue Dorfplatz mit einer gemütlichen Hocketse eingeweiht.

Der Eintrag im Primärkataster von 1833

Eintrag im Primärkataster von 1833; Haus 12

Nachtrag zum Primärkataster, 1881-82

Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1881-82; Haus 12 Nachtrag zum Primärkataster Verrenberg , 1881-82; Haus 12

Ergänzungskarte zum Primärkataster - Nachtrag 1958

Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1833; Haus 12 Ergänzungskarte zum Primärkataster Verrenberg 1958; Haus 12

Es fehlen noch folgene Einträge:
1854-55/28
1907/194
1914/254
 

Quellennachweis.

Vermessungsamt Künzelsau: Primärkataster 1833
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1896
Ortsarchiv Verrenberg: Feuerversicherungsbuch von 1869
Ortsarchiv Verrenberg: Schätzungsprotokoll von 1869
Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 17 a Bü 297 Renovation Pregel Lehen