Verrenberg HistorischDie Familie Johann Michael Ilg
(1800-1871) in Verrenberg



Bild unten: Die Inschrift lautet "Ich Michael Ilg Rosina Ilg 1859"


Johann Michael Ilg erwirbt das aktive Bürgerrecht durch Gutsübernahme - 1823
In der Liste zum aktiven Bürgerrecht im Ortsarchiv findet sich folgendes:
Art der Erwerbung des Bürgerrechts: durch Geburt
Art und Zeit des Eintritts in das aktive Bürgerrecht: durch Gutsübernahme ao 1823

Friedrich Reger bekommt einen Pfleger - 1829
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 5.April 1829 findet sich folgendes:
... und der Michael Ilg ist vorgschlagen das er die auf Sicht über den Friedrich Reger hat.

Johann Peter Frank bekommt einen Pfleger - 1832
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 25.August 1832 findet sich folgendes:
wurde bei dem versammelten Gemeinderat vor dem Peter Frank Ein Pfleger aufgestellt mit namens Michel Ilg und wurde verpflichtet.

Johann Michael Ilg klagt gegen den Schafknecht Christoph Gulde - 1836
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 02.Januar 1836 liest sich das so:
Es erscheint Ludwig Carle und Michael Ilg und klagen an das ihnen der Schafknecht Christoph Gulde von untern Hambach Dienstknecht bey dem Schäfer Schwarz ihnen ihren Jungen Schlag im Wald im Lindenhölzle gefahren sey und ihnen Schaden gethan habe.
Darüber wurde er verhört und er konte es nicht leugnen das seine Schafe nicht darin geweidet habe so wurde ihm eine Strafe angesez
von 2 Reichs Taler
Welches ihm durch vorlesen eröfnet wurde und solde er sich Beschwert erfinden so ...

Johann Michael Ilg wird Pfleger für das uneheliche Kind der Rosina Catharina Binhammer - 1840
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 11.März 1840 liest sich das so:
Michael Ilg wurde vor das unehelichen Kind Rosina Catharina Binhammer als Pfleger aufgestellt und verpflichtet.

Johann Michael Ilg - ihm wird die Stellung einer Caution erlassen - 1843
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 18.September 1843 liest sich das so:
In heutiger Sizung des Gemeinde Rathes kam das Cautions Verhältniß des Gemeindepflegers und St….Erbringers Michael Ilg dahier zur Sprache, und wurde in Anbetracht, daß
1) dessen jährl. Einnamen sich blos auf ...f. erlaufen daß
2) derselbe ein guter Haushalter und bey ordentlichem Vermögen ist, so daß
3) die Kosten bei ihm immer als getragen erachtet werden muß
Beschlossen
demselben von Eintragung einer förmlichen DienstCaution durch Hypotheken oder Hauptpfänden zu dis...sieren, übrigens hieran die Bedingung zu knüpfen, daß sich dessen Ehefrau in gesezt so ferne für all dasjenige als Haupt Schuldnerin verbürgt was etwa die Kosten wegen mangelhafter Amts oder Kassenführung zu fordern bekommen wird.

Johann Michael Ilg möchte aus seinen Ämtern entlassen werden - 1849
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 04.April 1849 liest sich das so:
Gemeindepfleger Ilg trägt vor
Dadurch, daß meine Tochter starb, ververheirathete sich mein Tochtermann anderwärts hin, und ich war genöthigt mein früheres Haus und die Hälfte meiner früheren Liegenschaft wirder zu Selbst Adminstration zu übernehmen.
Unter diesen Umständen ist es mir nun unmöglich, die Gemeindepflege und das AccistAmt länger fortzuführen und bitte ich mich von 1.Juli dieses Jahres an von diesem Ämtern zu entlassen.
Beschluß
In betracht daß die vorgebrachten Gründe der Abdankung richtig sind, dem Königlichen Oberamt und Cameralamt Anzeige zu machen, und seiner Zeit nun Wahl vorzunehmen.
Dem K. Cameralamt wird jezt schon
Christoph Lay
als das treulichste Individium in Vorschlag gebracht und zwar für die Acciserstelle.
Accis Amt auch Akzise genannt:
Accisen im engeren Sinne waren Steuern auf den Lebensmittelverbrauch, den Genussmittelverbrauch und auf den sonstigen Verbrauch.

Johann Michael Ilg möchte aus seinen Ämtern entlassen werden - 1851
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 31.Dezember 1851 liest sich das so:
Gemeindepfleger und ….Einbringer Ilg bittet um Enthebung von seinem Amte
Beschluß
diessem Gesuche zu entsprechen

Johann Michael Ilg möchte Taggeld für Arbeiten im Jahr 1848 - 1854
Im Verrenberger Gemeinderatsprotokoll vom 06.November 1854 liest sich das so:
Vor dem versammelten Gemeinderath und Bürgerausschuß
Michael Ilg von hier bittet schriftlich bei dem hies. Gemeinderath, um sein Taggeld vor der Zeit versäumniß eines neuen Güterbuchs im Jahr 1848 angefangen aber nicht vollendet worden ist angewohnt habe von der hiesigen Gemeinde ihm aus zubezahlen, diese Eingabe des Michael Ilg enthällt daß dieses Geschäft etwa 6.Wochen gedauert habe und er beinahe volle ...... diesem Geschäft als Urkundspersohn angewohnt habe, und im sein Taggeld auf 48x. festgestellt worden sei hierauf gibt Ilg in seiner Angabe an daß er nicht den vollen Betrag in Anspruch nehmen wolle sondern auf ein Drittel verzichten wolle. Von den Übrigen zwei Drittel beträgt also per Tag 48x. macht in Summe auf 4 Wochen oder 24. Tage 19f. 12x.
Der Gemeinderath und Bürger Ausschuß hat nach längerer Berathung einstimmig
Beschlossen
Daß dem Michael Ilg durchaus nichts an dem von ihm erbettenen Taggeld von der hiesigen Gemeinde Casse ersezt oder ausbezahlt werden dürfe,
enn er hätte solches solange er Gemeindepfleger gewesen war schon längst in Anrechnung bringen können daß ihm seine Forderung ersezt werden solle, wenn er solches mit Recht anzusprechen glaubt

Der Schaafknecht Lindenberger wird gestraft - 1855
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 03.Mai 1855 folgendes:
Es erschienen vor dem Schultheißen Amt Michael Ilg und Gottlieb Zöller led. beide von hier und bringen klagbar vor daß Ihnen der hiesige Schafknecht Lindenberger v. Brezfeld am verfloßenen Montag dem 30.Apr. auf ihrem Klee in dem Rupp Ackern geweidet und großen Schaden verursacht habe.
Sie bitten daher um eine Gemeinderäthliche Einsicht in diese Sache zu nehmen, damit wir entschädigt und der Thäter nebst Strafe in alle Sporteln welche verursacht werden allein zu tragen habe
Auf obige Klage wurde Gemeinder. Mugele und Käppler um Einsicht von dieser Thatsache zu nehmen und nach Erfund dessen hieher Anzeige zu machen beauftragt.
Nach Vollzug der geschehenen Einsicht sind beide Gemeinderäthe erschienen und folgendes vorgebracht.
1) Daß dem Michael Ilg seinem Obgenannten Kleeacker von dem Schäfer ein Schaden von 30x und
2) Dem Gottlieb Zöller an obgenannten -Aker ein Schaden von 1f. muthwilliger weiß verursacht worden sei, welches wir Pflichtmäßig in Ansicht gebracht haben
Der Schafknecht Christian Lindenberger über vorstehende Klage verständigt gibt an es ist wahr daß ich in diesem Klee geweidet mache es auch nicht streitig daß ich einen Schaden verursacht habe.
Da nun der beklagte anerkannt hat so ist derselbe in eine Strafe zu 1f. 15x
Dem Gottlieb Zöller für Schadenersatz 1f.
Dem Michael Ilg dito 30x
Verhandlungen und Gemeinderäthlichs Sportel 45x
zu zahlen schuldig verurtheilt.
Mit der Recours belehrung innerhalb acht Tagen vorstehende Schuld zu bezahlen oder den Recours innerhalb 5 tagen schriftlich bei dem hies. Schultheißen Amt einzureichen


Nachtrag links:
Schäfer Kollmer hat nebenstehende Strafe nebst Schadenersatz und sportel am 13.August richtig bezahlt

Johann Käppler klagt gegen Michael Ilg - 1856
Im "Schultheißen-Amts Protokoll" findet sich am 11.März 1856 folgendes:
1. Es erschien Johann Käppler und klagt an daß ihm Michael Ilg über seinen Blauen Kleeaker im Benzenfeld Erden geführt und Schaden verursach habe ich bitte daher das Schultheißen Amt um eine Deputation zu bestellen um Einsicht von der Thatsache zu nehmen damit der Beklagte zum meinem Schadenersatz und die verursachten Kosten zu ersezen angehalten werden kann
2. Desgleichen erschien Johann Weber von hier und klagt an daß ihm Michael Ilg über seinen Ausgehauen Weinberg in der Helden welcher Theilweiße mit Blauem Klee angeblümt ist gefahren und Schaden verursacht habe Ich bitte daher das Schultheißen Amt Gemeinderäthliche Einsicht von der Sache nehmen zu lassen und um nach Erfund dessen den Beklagten anzuhalten das er mir meinen Schaden nebst verursachte Kosten ersezen müße
Auf vorstehende Angabe wurde Gemeinderath Mugele und Bort beauftragt sich an Ort und Stelle zu begeben und Einsicht von dem verübten Schaden zu nehmen und nach Erfund dessen Erklärung hierüber abzugeben
Nach genommener Einsicht erschienen obgenannte Gemeinderäthe und geben folgendes an
wir haben die den Schaden welchen der Beklagte dem Johann Weber an vorbemerkten Grundstück eingesehen und hat sich erfunden daß der Beklagte dieses Grundstück durch Fuhrwerk Ruiniert hat besonders was mit Klee angeblümt ist. Wir haben den Schaden welchen Bkl. an den Kläger zu ersezen hat für 1f. taxiert.
Ferner hat der Beklagte dem Johann Käppler an seinem Kleeaker im Benzenfeld auch durch Fuhrwerk Schaden verursacht wofür dem Kläger 24x zu ersezen ist
Auf die Erklärung vorgenannter Deputation wurde dem Beklagten eröffnet und die Auflage den Kl. Johann Weber mit 1f. Schadenersatz nebst die zuvor aufgelegten Sportel mit 30x inerhalb 8 Tage zu bezahlen
Desgleichen dem Kläger Johann Käppler 24x

Nachtrag links
Die nebenstehende Klage ist im Vergleichsweg erledigt worden

 

Quellennachweis.

Bitzfelder Kirchenbücher (Mikrofilm KB 1503 Band 25 und 26)
PfarrGemeinderath-Protokoll 46 (Bitzfeld) - "Familienregister aus alten Kirchenbüchern". Vielen Dank an Frau Grieb!!
Ortsarchiv Verrenberg: Kaufbücher
Ortsarchiv Verrenberg: Gemeinderatsprotokolle
Ortsarchiv Verrenberg: Schultheißen-Amt Protokoll
Ortsarchiv Verrenberg: Verzeichnis aktiver Bürger ab 1828